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Iran-Ticker: Donald Trump setzt Europäern neues Ultimatum

President Donald Trump speaks with reporters in the James Brady Press Briefing Room at the White House, Monday, April 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
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Verkündete am Dienstagabend eine Waffenruhe: Donald Trump.Bild: keystone
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Netanjahu kündigt direkte Verhandlungen mit Libanon an +++ Trump setzt Europäern Ultimatum

09.04.2026, 13:0109.04.2026, 17:58
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17:57
Netanjahu kündigt direkte Verhandlungen mit dem Libanon an
Israel plant offiziellen Angaben zufolge, direkte Verhandlungen über friedliche Beziehungen mit dem verfeindeten Libanon aufzunehmen. Nach den wiederholten Bitten des Nachbarlandes habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch das Kabinett angewiesen, die Gespräche «so bald wie möglich» zu beginnen, hiess es in einer Mitteilung seines Büros am Donnerstagabend. Die Verhandlungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.

Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert.
(sda/dpa)

17:32
Nato: Trump erwartet konkrete Zusagen bei Strasse von Hormus
US-Präsident Donald Trump erwartet nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut dessen Sprecherin konkrete Zusagen der Verbündeten für eine Unterstützung bei der Sicherung der Strasse von Hormus. Rutte tausche sich mit den Partnern über seine Gespräche in Washington aus, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart der Deutschen Presse-Agentur mit. «Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten konkrete Zusagen und Massnahmen erwarten, um die Freiheit der Schifffahrt in der Strasse von Hormus zu gewährleisten.»

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten, dass die USA innerhalb von Tagen konkrete Pläne der europäischen Verbündeten dazu erwarteten. Ähnliches berichtete der «Spiegel».

Trump hatte die Nato-Verbündeten wiederholt aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Strasse von Hormus zu unterstützen. Da diese sich angesichts laufender Kampfhandlungen zunächst mit Zusagen zurückhielten, kritisierte der US-Präsident sie mehrfach scharf.

Trump übt auch nach Treffen mit Rutte Kritik

Nicht einmal 24 Stunden nach Verkündung der fragilen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte Rutte am Mittwoch Trump in Washington getroffen. Auch danach äusserte Trump auf der Plattform Truth Social seinen Unmut: «Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen», schrieb er in Grossbuchstaben. In einem weiteren, knappen Post warf er Nato-Partnern am Donnerstag vor, ohne Druck nichts zu verstehen. Konkreter wurde er dabei allerdings nicht. (sda/dpa)


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17:24
Merz: «Ich will keine Spaltung der Nato»
Angesichts des Ärgers von US-Präsident Donald Trump über Deutschland und andere Nato-Verbündete will sich der deutsche Kanzler Friedrich Merz für den Erhalt des Militärbündnisses einsetzen. «Bei allem Verständnis für Forderungen nach klarer Kante, lassen Sie mich das hier an dieser Stelle auch einmal sagen: Wir wollen, ich will keine Spaltung der Nato», sagte der CDU-Chef in Berlin. «Die Nato ist ein Garant unserer Sicherheit, auch und vor allem in Europa. Wir müssen hier weiter kühlen Kopf bewahren.»

Der Iran-Krieg sei zum «transatlantischen Stresstest» geworden, sagte Merz. In seinem Telefonat mit Trump am Mittwoch sei es auch um die Nato gegangen. Er habe dem US-Präsidenten angeboten, sich vor dem Nato-Gipfel im Juli mit ihm über die Zukunft des Bündnisses zu verständigen.

«Es ist meine feste Absicht, alles zu tun, um auch den Schutz der Nato unter Einschluss der Vereinigten Staaten von Amerika für Europa zu erhalten», betonte Merz. «Dieses Bündnis ist jedenfalls gegenwärtig durch nichts zu ersetzen.» Er habe ein hohes Interesse daran, es zu erhalten und mit Trump weiterzuentwickeln. (sda/dpa)
16:34
Berlin will wieder direkt mit Teheran sprechen
Die deutsche Regierung sucht nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Iran-Krieg wieder das direkte Gespräch mit Teheran.

«Nach langem Schweigen, für das es auf unserer Seite schwerwiegende Gründe gab, nehmen wir als Bundesregierung jetzt auch die Gespräche mit Teheran wieder auf», kündigte Kanzler Friedrich Merz in Berlin an. Dies geschehe in Abstimmung mit den USA und den europäischen Partnern.

«Unser Ziel ist, auf diesem Weg auch einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten», sagte der deutsche Regierungschef mit Blick auf die bevorstehenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Er werde dazu heute noch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif telefonieren.



Berlin werde den diplomatischen Prozess «wie und wo immer möglich» weiter unterstützen, sagte Merz. «Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, einen Frieden zu stabilisieren, wenn er denn gelingt.» Deutschland habe an einem Erfolg der diplomatischen Bemühungen ein fundamentales Interesse. «Von einem solchen Erfolg hängt nicht nur die Stabilität der Region ab, es hängt auch davon ab die Entwicklung der Weltwirtschaft und nicht zuletzt die Entwicklung auch unserer eigenen Wirtschaft.» (sda/dpa)
16:31
Merz: Bei Frieden könnte Deutschland Meerenge mit sichern
Sollte es im Iran-Krieg zu einem Friedensschluss kommen, will sich Deutschland laut Kanzler Friedrich Merz an einer Sicherung der Meerenge von Hormus beteiligen - unter bestimmten Bedingungen.

Dies habe er US-Präsident Donald Trump zugesichert, sagte Deutschlands Regierungschef in Berlin. Dafür brauche es aber ein Mandat, am besten des UN-Sicherheitsrats, und ein «tragfähiges Konzept».



Nötig sei ausserdem ein Beschluss des Bundestags, dem deutschen Parlament, auf Basis einer Entscheidung der Regierung, sagte der Christdemokrat. «Deswegen sind von uns innerhalb weniger Tage hier keine Entscheidungen zu erwarten.» Trump kenne den deutschen Entscheidungsprozess aus mehreren Gesprächen und respektiere dies, versicherte Merz. (sda/dpa)
16:30
Israel markiert weitere Teile Beiruts als Angriffsfläche
Das israelische Militär hat weitere Teile der libanesischen Hauptstadt Beirut als mögliche Angriffsfläche markiert.

Bewohner der südlichen Vororte sowie zum ersten Mal auch des gesamten Stadtteils Dschnah wurden zur sofortigen Flucht aufgerufen, wie es in einem Post eines israelischen Armeesprechers in arabischer Sprache hiess.



In Dschnah sind viele Vertriebene aus den Vororten untergekommen. Bewohner der Vororte wurden bereits seit Beginn des Krieges Anfang März von Israel zur Evakuierung aufgerufen. Am Rande von Dschnah liegt auch das grösste Stadion des Landes. Dort haben die Behörden mit der Hilfe von Hilfsorganisationen im Zuge des Krieges eine Notunterkunft für Geflüchtete eingerichtet.

Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass einige von ihnen nach dem Fluchtaufruf das Stadion aus Angst verlassen hätten. Im gesamten Stadtteil sei Panik ausgebrochen. «Menschen schrien auf den Strassen», sagte eine Anwohnerin.

Israels Armee kündigte an, in den betroffenen Gebieten gegen militärische Infrastrukturen der Hisbollah vorgehen zu wollen. (sda/dpa)
15:17
EU-Chefdiplomatin Kallas: Kritik an Europa ist «unfair»
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas hat Kritik an einem angeblich mangelnden Einsatz Europas im Krieg im Nahen Osten als «unfair» zurückgewiesen.



«Natürlich können wir alle mehr tun», sagte sie dem Sender CNN bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber auch in Europa gebe es Sicherheitsprobleme. «Seit vier Jahren tobt der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wir haben nicht wirklich gesehen, dass die Golfstaaten uns dort helfen.» Es könne «keine Einbahnstrasse sein», «dass es nur in diese Richtung geht und es dann keine Reaktion gibt».

Europa habe die Situation nicht verursacht, aber tue gleichzeitig viel für die Region. Kallas erinnerte an den Marineeinsatz in der Region, um das Rote Meer offenzuhalten, die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte im Kampf gegen Hisbollah und Hamas, die Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung und für die Palästinensische Autonomiebehörde sowie die Luftabwehr. (sda/dpa)
14:12
Iran droht Israel mit harter Reaktion
Irans Parlamentspräsident hat nach den verheerenden israelischen Angriffen im Libanon mit einer entschiedenen Reaktion gedroht. «Verstösse gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen STARKE Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort», schrieb Mohammed-Bagher Ghalibaf auf X.

Ghalibaf verwies dabei auch auf Worte von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls verkündet hatte. In seiner Mitteilung war auch explizit die Rede vom Libanon. Pakistan hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Am Freitag oder Samstag sollen in Islamabad Friedensverhandlungen beginnen.

Ähnlich äusserte sich auch Irans Präsident Massud Peseschkian. Israels Angriffe seien «ein klarer Verstoss», schrieb der Präsident auf X. «Dies ist ein gefährliches Zeichen von Täuschung und mangelnder Einhaltung möglicher Vereinbarungen», fügte er hinzu. «Unsere Hände bleiben am Abzug. Der Iran wird seine libanesischen Schwestern und Brüder niemals allein lassen.»

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte verkündet, die Angriffe im Libanon fortführen zu wollen. Bei den Bombardierungen in dem Mittelmeerland wurden seit Mittwoch mehr als 200 Menschen getötet. Die Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete der iranischen Führung. (sda/dpa)
12:59
Zahl der Toten im Libanon steigt auf mehr als 200
Nach massiven israelischen Angriffen in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf 203 gestiegen. Mehr als 1000 Menschen seien verletzt worden, sagte der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nassereddine.

Das israelische Militär hatte die libanesische Hauptstadt Beirut am Mittwoch massiv bombardiert. Die Angriffe trafen nicht nur die südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburg der Schiitenmiliz Hisbollah gelten, sondern auch Wohn- und Geschäftsviertel im Zentrum Beiruts, viele davon ohne Vorwarnung. Israels Militär begründete das Vorgehen damit, Kommandeure und militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen zu haben. (sda/dpa)
12:58
Mediziner: Mehr als 3000 Kriegstote im Iran
Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen nach Worten eines Mediziners mehr als 3000 Menschen getötet worden. Etwa 40 Prozent der Leichen seien nicht identifizierbar gewesen, sagte der Leiter der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi Arani, laut einem Bericht der Zeitung «Shargh».

Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen. Aktivisten hatten in ihren eigenen Zählungen schon vor Wochen mehr als 3000 Tote gemeldet. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete am Mittwoch, dass mindestens 7650 Menschen ums Leben gekommen seien, darunter 1030 Zivilisten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Opferzahlen derzeit nicht. (sda/dpa)
12:50
Trump setzt Europa Ultimatum
US-Präsident Donald Trump soll den europäischen Partnern wegen der Strasse von Hormus ein Ultimatum gesetzt haben, berichtet der Spiegel. Demnach habe Nato-Generalsekretär Mark Rutte die europäischen Städte informiert, dass Trump innerhalb der nächsten Tage konkrete Zusagen für die Entsendung von Kriegsschiffen oder anderen militärischen Fähigkeiten aus Europa erwartet. Zudem habe Trump eine Liste erstellt, welche Nato-Länder ihn seit Beginn des Krieges unterstützt hätten und welche nicht.
(cma)
12:20
Iran besteht weiter auf Urananreicherung
Der Iran besteht nach Angaben seines Atomchefs in möglichen Friedensgesprächen mit den USA weiter auf das Recht der Urananreicherung.

Am Rande einer Gedenkfeier für den getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei wies Atomchef Mohammed Eslami die Forderung zurück, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. «Das sind ihre Wünsche, und diese Wünsche werden zu Grabe getragen», sagte er mit Blick auf die USA.

Bereits vor dem Krieg hatten Vertreter aus Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt. US-Präsident Donald Trump will verhindern, dass der Iran eine Atombombe bauen kann. Teheran weist zurück, solche Pläne zu verfolgen. Über die Jahre hat die Islamische Republik ein nationales Nuklearprogramm aufgebaut und reichert auch Uran selbst an. (sda/dpa)


12:17
Meloni fordert Ende von Einschränkungen
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die uneingeschränkte Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Strasse von Hormus gefordert. Einschränkungen dürften nicht akzeptiert werden, sagte Meloni im italienischen Parlament.

«Denn sollte der Iran die Möglichkeit erhalten, zusätzliche Zölle auf den Transit durch die Meerenge zu erheben, könnte dies weiterhin zu unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen führen.»

Meloni bezeichnete es als ein vorrangiges Interesse Italiens sowie seiner europäischen Partner, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel vollständig zu den Bedingungen vor dem Iran-Krieg wiederhergestellt wird. Meloni kündigte an, mit internationalen Partnern auf dieses Ziel gemeinsam hinzuarbeiten.

Mit Blick auf die angespannte Lage brachte Meloni zudem eine vorübergehende Lockerung der EU-Haushaltsregeln ins Spiel. Sollte es zu einer neuen Eskalation und einer weiteren Zuspitzung der Lage kommen, müsse man sich ernsthaft mit einer europäischen Antwort befassen. «In diesem Fall sollte es kein Tabu sein, über eine mögliche vorübergehende Aussetzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts nachzudenken», erklärte die rechte Regierungschefin. (sda/dpa)


11:11
Israels Armee meldet Tötung von Neffen des Hisbollah-Chefs
Bei einem israelischen Luftangriff in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch der Neffe des Hisbollah-Chefs Naim Kassim getötet worden. Dies teilte die israelische Armee mit, nachdem auch libanesische Sicherheitskreise am Mittwochabend einen Angriff auf eine Wohnung in einem zehnstöckigen Gebäude bestätigt hatten, in der sich der Verwandte offenbar aufgehalten hatte.

Die israelische Armee benannte den Neffen als Ali Jussuf Harschi und erklärte, dieser habe auch als persönlicher Sekretär Kassims gedient. Dafür gab es von libanesischer Seite aber keine Bestätigung. Als Sekretär habe er «eine zentrale Rolle bei der Verwaltung und Sicherung seines Büros» gespielt, hiess es in der Mitteilung der Armee. Bei einem anderen israelischen Luftangriff im Süden des Libanons war nach Hisbollah-Angaben auch ein Leibwächter Kassims getötet worden.

Kassim führt die Schiitenorganisation seit Oktober 2024 an. Er folgte auf den langjährigen Generalsekretär Hassan Nasrallah, der im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im September 2024 vom israelischen Militär gezielt getötet worden war. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte mehrfach deutlich gemacht, dass Kassim ebenfalls ein Angriffsziel sei. (pre/sda)
10:54
Frankreich: Gebühr für Strasse von Hormus inakzeptabel
Auch Frankreich hat eine mögliche Gebühr für die Durchfahrt der Strasse von Hormus entschieden abgelehnt. «Das ist nicht akzeptabel», sagte Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot auf eine entsprechende Frage im Sender France Inter.«Denn die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ist ein Gemeingut, ein Gemeingut der Menschheit, das nicht von irgendeiner Behinderung oder einem Durchfahrtszoll gestört werden darf.» Barrot sagte, das werde kein Staat akzeptieren, denn es sei illegal. Der Iran müsse das Meeresrecht respektieren.

Nachdem die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten, hatte Teheran mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit den USA im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe hat Teheran vorgeschlagen, für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren für Schiffe zu erheben. (sda/dpa)
10:38
China fordert Zurückhaltung nach Israels Angriff auf Libanon
China fordert nach den Angriffen Israels auf den Libanon Zurückhaltung. Die Volksrepublik rufe die jeweiligen Seiten auf, ruhig zu bleiben und zum Abkühlen der Lage in der Region beizutragen, sagte Aussenamtssprecherin Mao Ning in Peking. Die Souveränität und Sicherheit des Libanons dürfe nicht verletzt werden, erklärte sie weiter.

Israels massiver Angriff auf Ziele im Libanon hatte gestern nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 180 Menschen getötet und rund 900 weitere verletzt. Israels Militär hatte das Vorgehen damit begründet, Kommandeure und militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen zu haben.

Angesprochen auf die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran sagte Mao, China hoffe, dass alle Seiten die Gelegenheit nutzten, um zu einer Waffenruhe zu gelangen, und den Krieg über diplomatische Kanäle beendeten. China wolle sich weiter bemühen, die Lage zu entspannen. (sda/dpa)
10:16
Neue Raketenangriffe aus dem Libanon auf Israels Norden
Israels Norden ist erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. In der israelischen Grenzstadt Kiriat Schmona, die seit mehr als einem Monat unter Dauerbeschuss steht, heulten erneut die Warnsirenen. Die meisten Geschosse seien abgefangen worden, andere in offenem Gebiet niedergegangen, bestätigte die israelische Armee auf Anfrage.

Bei verheerenden israelischen Angriffen im Libanon, darunter in der Hauptstadt Beirut, waren am Mittwoch mehr als 180 Menschen getötet und 900 weitere verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee zielte der Überraschungsangriff mit rund 50 Kampfjets auf Kommandeure und militärische Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz ab. Nach libanesischen Angaben waren jedoch auch viele Zivilisten betroffen.

Die Hisbollah sollte eigentlich gemäss einer Waffenruhenvereinbarung von 2024 entwaffnet werden. Dies ist aber bislang nicht gelungen. Im Zuge des Iran-Kriegs war auch der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert. Die Miliz feuerte nach israelischen Militärangaben binnen gut eines Monats rund 6.000 Raketen, Mörsergranaten und Drohnen auf israelische Ziele. (pre/sda)
9:33
Trauerfeier für getöteten Chamenei in Teheran
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich Regierungsanhänger zu Trauerfeiern für den im Krieg getöteten Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei versammelt. Der staatliche Rundfunk zeigte Bilder aus dem Stadtzentrum der Millionenmetropole, wo Menschenmassen um ihn trauerten.

Die Zeremonien fallen mit dem Ende der vierzigtägigen Trauerzeit zusammen, die im schiitischen Islam Tradition hat. Den Beginn der Umzüge in Teheran um 9.40 Uhr (Ortszeit) wählten die Organisatoren bewusst. Es war der Zeitpunkt, als Israel am 28. Februar Chameneis Amtssitz in Teheran bombardiert hatte.

Morgen ist für Chamenei ein Freitagsgebet in Teheran geplant. Noch ist unklar, wer es leiten soll. Sein Sohn und Nachfolger Modschtaba hat sich seit seiner Wahl zum neuen Staatsoberhaupt nicht öffentlich gezeigt. Es gibt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, von schweren Verletzungen ist die Rede.

Unklar bleibt auch, wann Chamenei beerdigt wird. Offiziell soll der frühere Religionsführer, der den Iran mit harter Hand regiert hat, in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten begraben werden. (sda/dpa)
8:08
Iran warnt vor Minen in Strasse von Hormus
Die Marine der iranischen Revolutionsgarden hat vor Seeminen in der Strasse von Hormus gewarnt. Die Streitkräfte publizierten am späten Mittwochabend (Ortszeit) eine Karte, auf der eine Gefahrenzone in den gewöhnlichen Schifffahrtswegen der Meerenge verzeichnet ist. In Anbetracht der Kriegssituation im Persischen Golf werde allen Schiffen dazu geraten, eine Alternativroute weiter nördlich zu nutzen. Damit soll der «mögliche Zusammenstoss mit Seeminen» vermieden werden.

Die neue, von den Revolutionsgarden empfohlene Route verläuft entlang der Insel Larak unweit der Südküste des Irans. Die Strasse von Hormus gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit, vor allem für den Transport von Öl und Gas aus den Golfstaaten. Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) wurde 2023 nahezu 30 Prozent des weltweit verschifften Öls über die Strasse von Hormus transportiert.

Seit Kriegsbeginn hat Irans Marine die 55 Kilometer breite Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert, was die Preise für Energie in die Höhe trieb. US-Präsident Donald Trump hatte die Öffnung der Strasse zu einer Bedingung für eine zweiwöchige Waffenruhe gemacht. Berichten zufolge verlangt der Iran von Reedereien eine Maut, um den Korridor nahe der iranischen Küste zu nutzen. Seit Beginn der Waffenruhe in der Nacht zum Mittwoch haben Medienberichten und Datenanalysten zufolge nur vereinzelt Schiffe die Meerenge passiert. (sda/dpa)
6:53
China zur Feuerpause: «kein Frieden, sondern eine Gelegenheit»
Chinesische Staatsmedien fordern, das «schmale Fenster» des zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran für Friedensverhandlungen zu nutzen. Die Feuerpause sei «kein Frieden, sondern eine Gelegenheit», kommentierte die staatliche Zeitung «China Daily». Die Versuchung, die Pause militärisch zur Neuaufstellung zu nutzen, sei gross. Bei falschen Entscheidungen drohe eine viel längere und schädlichere Krise.

Soldaten haben «die Finger am Abzug»
Die von der Kommunistischen Partei kontrollierte «Global Times» schrieb, die US-Truppen stünden bereit weiterzukämpfen, auf iranischer Seite hätten die Soldaten weiter «die Finger am Abzug». Sollten die Verhandlungen nur zum Zeitschinden genutzt werden, könne der Konflikt jederzeit wieder eskalieren.

Zugleich wurden Chinas eigene Vermittlungsbemühungen herausgestellt. Peking habe seit Ausbruch des Konflikts intensive Diplomatie betrieben und werde weiterhin eine konstruktive Rolle spielen, hiess es. (sda/dpa)
6:37
UN-Chef verurteilt die massiven Angriffe Israels im Libanon
UN-Generalsekretär António Guterres hat die verheerenden israelischen Luftangriffe im Libanon scharf kritisiert. Er «verurteilt entschieden die massiven Angriffe», teilte sein Sprecher auf der Plattform X mit. Dabei seien «Hunderte Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet und verletzt» sowie zivile Infrastruktur beschädigt worden, hiess es weiter.

Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg bei einem Grossangriff zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen getötet. Laut israelischem Militär galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der Hisbollah. Nach libanesischen Angaben waren jedoch viele Zivilisten betroffen.

Anders als der Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars aus der Feuerpause auszusteigen. (sda/dpa)
6:36
Trump: Iran muss Abkommen einhalten, US-Militär bleibt schussbereit
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer neuen militärischen Eskalation gedroht, falls Teheran sich nicht komplett an das Waffenruheabkommen halten sollte. Die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des US-Militärs würden, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung, rund um den Iran stationiert bleiben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Dies gelte, bis das «erzielte WIRKLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird». Es werde alles bereitgehalten, was für die «Vernichtung» eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb er weiter.

Sollte dies nicht geschehen, werde es zu deutlich stärkeren militärischen Massnahmen kommen. Dann beginne das «Schiessen» – «grösser, besser und stärker» als je zuvor, warnte Trump. Er bezeichnete dieses Szenario gleichzeitig als «höchst unwahrscheinlich».

Die befristete zweiwöchige Waffenruhe soll den Konfliktparteien Zeit geben, ein umfassendes Abkommen für eine Beilegung des Konflikts auszuhandeln. Trump wiederholte in seinem Post zentrale Forderungen der USA: Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben, zudem müsse die Strasse von Hormus «offen und sicher» sein. Trump erklärte zudem, das US-Militär rüste weiter auf und freue sich bereits auf eine «auf seine nächste Eroberung». (sda/dpa)
5:54
Hisbollah-Miliz: Angriffe auf Israel gehen weiter
Nach den verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon schwört die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz eine Fortsetzung ihrer Angriffe gegen Israel. In Reaktion auf Israels «Verstoss gegen die Waffenruhe» sei in der Nacht der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, hiess es in einer Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre. Bei den israelischen Luftangriffen im Libanon wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet.

Trotz der im Iran-Krieg zwischen den USA und dem Iran vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe will Israel seine Angriffe auf die Hisbollah-Miliz fortsetzen. Anders als der Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars nun wegen Israels andauernder Angriffe auf die Hisbollah aus der Feuerpause auszusteigen.

Israel hatte in einem überraschenden Grossangriff trotz der Feuerpause im Iran-Krieg zahlreiche Ziele im nördlichen Nachbarland bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Laut Israels Militärs galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der Hisbollah. Nach libanesischen Angaben waren jedoch viele Zivilisten betroffen. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte auch die Hisbollah-Miliz Anfang März ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Die Hisbollah-Miliz gilt als der wichtigste Verbündete des Irans in der Region. (sda/dpa)


Feuerwehrleute bei einem kurz zuvor von Israel bombardierten Haus in Beirut.
5:49
Iran warnt: Strasse von Hormus nur nach Abstimmung passieren
Die iranische Hafenbehörde hat Schiffen davon abgeraten, ohne vorherige Abstimmung mit den iranischen Revolutionsgarden die Strasse von Hormus zu passieren. Die Behörde verwies in einer Mitteilung, die unter anderem über den staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri und den Staatssender IRIB verbreitet wurde, auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach Wochen des Krieges.

Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, der Iran habe den Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge aus Protest über die israelischen Angriffe im Libanon wieder eingestellt. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Strasse von Hormus seit Beginn der Waffenruhe. (sda/dpa)
4:02
Griechenland: Hormus-Gebühr «völlig inakzeptabel»
Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis fordert nach Ende des Iran-Krieges einen gebührenfreien und sicheren Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus. «Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft bereit wäre zu akzeptieren, dass der Iran für jedes Schiff, das die Strasse von Hormus durchquert, eine Mautstelle einrichtet», sagte er dem US-Fernsehsender CNN. «Das erscheint mir völlig inakzeptabel.»

Griechenland verfügt über eine der weltweit grössten Handelsflotten gemessen an der Frachttransportkapazität. Nachdem die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten, hatte Teheran mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit den USA im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe hat Teheran vorgeschlagen, für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren für Schiffe zu erheben.

Mitsotakis warnt vor «gefährlichem Präzedenzfall»
US-Präsident Donald Trump hatte auf Überlegungen verwiesen, dass die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden könnte. Wie er sich das vorstellt, blieb zunächst offen.

Mitsotakis sagte CNN, dass ein separates internationales Abkommen bezüglich der Meerenge möglicherweise notwendig sei. Dieses dürfe aber keine Gebühr für Schiffspassagen beinhalten. «Damit würden wir einen äusserst gefährlichen Präzedenzfall für die Freiheit der Schifffahrt schaffen», warnte Mitsotakis.

Auch die deutsche Regierung forderte zuvor eine gebührenfreie Passage durch die Meerenge. Sie sei nicht nur iranisches Seegebiet, sondern es gelte das UN-Seerechtsübereinkommen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. «Und deswegen ist es erforderlich, dass bei der Wiederaufnahme ein freier, sicherer und auch gebührenfreier Seeschiffsverkehr sichergestellt wird», sagte er. (sda/dpa)


Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis.
3:18
Macron drängt USA und Iran zur Einhaltung der Waffenruhe
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat in Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian auf ein Einhalten der vereinbarten Waffenruhe gepocht. «Sie muss den Weg für umfassende Verhandlungen ebnen, die die Sicherheit aller im Nahen Osten gewährleisten», schrieb Macron auf der Plattform X. Ein Abkommen müsse Antworten auf die Bedenken geben, die Irans Nuklear- und Raketenprogramm, seine Politik in der Region und seine Behinderung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus hervorriefen.

Auf diese Weise könne ein robuster und dauerhafter Frieden geschaffen werden, zu dem Frankreich in enger Zusammenarbeit mit seinen Partnern im Nahen Osten beitragen wolle. Macron sagte weiter, dass die Waffenruhe auch im Libanon eingehalten werden müsse.

In einem Telefonat mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und Premierminister Nawaf Salam habe er Frankreichs uneingeschränkte Solidarität angesichts der massiven israelischen Angriffe im Libanon zum Ausdruck gebracht, sagte Macron. «Wir verurteilen diese Angriffe auf das Schärfste.» Sie stellten eine direkte Bedrohung für den gerade erzielten Waffenstillstand dar. Der Libanon müsse vollständig unter dessen Schutz stehen, forderte er. (sda/dpa)

2:56
Schah-Sohn Pahlavi fordert politischen Umbruch in Teheran
Schah-Sohn Reza Pahlavi pocht trotz der mit den Machthabern in Teheran vereinbarten Waffenruhe auf einen politischen Umbruch im Iran. «Wir hoffen (...), dass die freie Welt versteht, dass die einzige Lösung – nicht nur für uns, sondern auch für alle unsere Nachbarn in der Region und für die ganze Welt – darin besteht, dass dieses Regime nicht mehr an der Macht ist», sagte Pahlavi im Interview mit dem französischen Sender LCI.

Monarchistische Gruppen sehen den Sohn des letzten Schahs von Persien als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt der im US-Exil lebende Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar.

Anders als US-Präsident Donald Trump es darstelle, gebe es im Iran bislang keinen politischen Umbruch, sagte er. Es seien dieselben Menschen, «vielleicht etwas geschwächt», die weiterhin an der Macht seien. «Für uns ist das kein Regimewechsel», sagte er. «Es muss einen klaren Schnitt geben.» Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Januar «ist zu viel Blut geflossen», sagte Pahlavi. Es sei an der Zeit, «diesem Regime ein Ende zu setzen, wie einem verwundeten Tier, das man erlegen muss».

Pahlavi sieht islamischen Machtapparat geschwächt

Der Waffenstillstand habe bei vielen Iranern Enttäuschung ausgelöst, sagte Pahlavi in einer Videobotschaft. Dennoch gebe Gründe für Zuversicht hinsichtlich eines möglichen politischen Umbruchs im Iran. Der Krieg habe den islamischen Machtapparat weiter geschwächt und international isoliert. «Die Schäden für das Regime durch den Krieg sind extrem und irreparabel», sagte er.

In Teheran fiel die Stimmungslage der Bevölkerung angesichts der Waffenruhe gemischt aus. Viele Menschen äusserten Erleichterung darüber, dass die Kämpfe vorerst beendet sind. Gleichzeitig herrschte jedoch auch Enttäuschung. Trotz fast 40 Tagen Krieg sei die islamische Führung weiterhin an der Macht und präsentiere sich nun sogar als Sieger in einem Konflikt gegen die Weltmacht USA und gegen den Erzfeind Israel. (sda/dpa)


Reza Pahlavi.
1:48
Vance: Israel will sich im Libanon «ein wenig zurückzuhalten»
Bei massiven Luftangriffen Israels waren im Libanon nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums am Mittwoch mindestens 180 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. US-Vizepräsident JD Vance sagte nun darüber – mit der Einschränkung, dass er noch ausführlicher über die Lage unterrichtet werde – dass Israel seines Wissens angeboten habe, sich im Libanon «ein wenig zurückzuhalten», weil sie sicherstellen wollten, dass die Verhandlungen erfolgreich verlaufen. Er führte nicht aus, wann Israel ein solches Angebot gemacht haben soll. (con/sda/dpa)

22:49
UN-Hochkommissar verurteilt Israels Angriffe im Libanon
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die heftigen israelischen Luftangriffe im Libanon scharf verurteilt. «Das Ausmass der Tötungen und Zerstörungen im Libanon heute ist schlichtweg entsetzlich», sagte der österreichische UN-Diplomat laut einer Mitteilung.

«Ein solches Blutbad, nur wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands mit dem Iran, ist kaum zu fassen. Es setzt den fragilen Frieden, den die Zivilbevölkerung so dringend braucht, enorm unter Druck», warnte Türk.



Prinzipien des humanitären Völkerrechts nicht verhandelbar

«Das humanitäre Völkerrecht legt eindeutig fest, dass Zivilisten und zivile Infrastruktur geschützt werden müssen», betonte Türk. «Diese Prinzipien sind nicht verhandelbar und müssen stets eingehalten werden, unabhängig von den Umständen eines bewaffneten Konflikts.» Er forderte umgehende unabhängige Untersuchungen.

Die internationale Gemeinschaft müsse rasch handeln. «Die Bemühungen um Frieden in der gesamten Region werden unvollständig bleiben, solange das libanesische Volk unter anhaltendem Beschuss lebt, gewaltsam vertrieben wird und in Angst vor weiteren Angriffen lebt.» (sda/dpa)
22:46
Trauertag im Libanon nach massiven israelischen Angriffen
Im Libanon soll am Donnerstag ein nationaler Trauertag eingehalten werden. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam kündigte an, es solle der Opfer der massiven Angriffe in verschiedenen Teilen des Landes gedacht werden. Nach Angaben der israelischen Armee zielten diese auf Kommandeure und militärische Infrastruktur der Hisbollah-Miliz ab. Laut Salam waren jedoch zahlreiche Zivilisten betroffen.

An dem Trauertag sollen alle öffentlichen Verwaltungseinrichtungen und staatlichen Institutionen am Donnerstag geschlossen bleiben und die Flaggen auf halbmast gesetzt werden. Radio- und Fernsehsender sollen ihr reguläres Programm «an die nationale Tragödie anpassen».

Der Ministerpräsident sprach dem libanesischen Volk, insbesondere den Familien der Opfer, sein tiefstes Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Er sei in Kontakt mit arabischen Amtskollegen und internationalen Repräsentanten, um einen Stopp der israelischen Angriffe herbeizuführen. (sda/dpa)

22:45
Zahl der Toten im Libanon steigt auf 182
Bei den israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet worden. Knapp 900 weitere Menschen seien verletzt, hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. Viele Opfer werden noch unter Trümmern vermutet. (sda/dpa)
22:44
Iran warnt: Strasse von Hormus nur nach Abstimmung passieren
Die iranischen Revolutionsgarden haben Schiffen davon abgeraten, ohne vorherige Abstimmung die Strasse von Hormus zu passieren. Die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte verwies in einer Mitteilung auf dem staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach Wochen des Krieges. (sda/dpa)
22:22
Vance: Libanon ist nicht Teil der Waffenruhe mit dem Iran
Anders als der Iran sieht US-Vizepräsident JD Vance den Libanon nicht in der vereinbarten Waffenruhe inbegriffen. Dass der Iran davon ausgehe, sei ein Missverständnis, sagte Vance in Budapest. «Weder wir noch die Israelis haben gesagt, dass dies Teil der Waffenruhe sein würde.»

Vance machte deutlich, dass die USA derlei Versprechen nie auch nur angedeutet hätten. «Was wir gesagt haben, ist, dass sich der Waffenstillstand auf den Iran und die Verbündeten der USA konzentrieren würde». Dazu zählen laut Vance neben Israel auch die arabischen Golfstaaten.



Kurz vor den Äusserungen von Vance zog der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf die Sinnhaftigkeit der Verhandlungen mit den USA in Zweifel. Er warf Washington vor, noch vor Beginn der Verhandlungen ihre Zusagen gebrochen zu haben - dabei verwies er wieder auf den Libanon. Zudem beklagte er das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum sowie dass dem Iran das Recht darauf verweigert werde, Uran anzureichern. «Daher machen Verhandlungen über eine bilaterale Waffenruhe auch keinen Sinn», schrieb der ehemalige Militärkommandeur auf der Plattform X. Er soll Berichten zufolge auch die Verhandlungen mit den USA in Islamabad führen.

Auch Irans Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die israelischen Angriffe auf den Libanon als unvereinbar mit den Vereinbarungen zum Waffenstillstand. «Eine zentrale Bedingung war auch der Waffenstillstand im Libanon», sagte er in einem Telefonat mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif. Er warnte, dass der Iran auf jeden Verstoss konsequent reagieren werde. (sda/dpa)
22:14
Hisbollah: Leibwächter von Hisbollah-Chef bei Angriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon ist nach Hisbollah-Angaben ein Leibwächter des Hisbollah-Chefs Naim Kassim getötet worden. Der genaue Ort war zunächst unklar.

Aus israelischen Sicherheitskreisen hiess es, ein anderer Angriff Israels habe ein Gebäude sowie einen nahegelegenen Parkplatz in der libanesischen Hauptstadt Beirut getroffen. Es sei vermutet worden, dass Kassim selbst sich dort versteckt gehalten haben solle.

Ziel eines späteren Angriffs – bei dem ein zehnstöckiges Gebäude teilweise zerstört wurde – sei unterdessen ein Ort gewesen, an dem sich laut den Quellen Kassims Neffe aufgehalten haben soll. Die Angaben liessen sich allesamt nicht unabhängig überprüfen.

Kassim führt die Schiitenorganisation seit Oktober 2024 an. Er folgte auf den langjährigen Generalsekretär Hassan Nasrallah, der im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im September 2024 vom israelischen Militär gezielt getötet wurde.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte mehrfach deutlich gemacht, dass Kassim ebenfalls ein Angriffsziel sei. Nach Angriffen der Hisbollah auf Israel während des jüdischen Pessach-Fests warnte Katz zuletzt, Kassim werde «im tiefsten Abgrund der Hölle» landen. (sda/dpa)


Naim Kassim
21:57
Israels Militärsprecher: Angriffe auf Hisbollah gehen weiter
Israel will nach Angaben seines Militärsprechers trotz der Waffenruhe im Iran-Krieg mit aller Macht weiter gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon kämpfen. «Im Libanon stoppen wir nicht und haben nicht für einen Moment gestoppt», sagte Sprecher Effie Defrin in einer Videobotschaft.

Die jüngsten Angriffe auf die Hisbollah seien die grössten seit Wiederaufflammen des Konflikts Anfang März gewesen. Man habe die Pläne dafür lange vorbereitet. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.



Es seien Geheimdienst- und Kontrollzentren der Hisbollah sowie Ziele der Marine und der Hisbollah-Eliteinheit Radwan getroffen worden, sagte Defrin. Er warf der Hisbollah erneut vor, sich hinter Zivilisten zu verschanzen.

Bodeneinsatz im Südlibanon geht weiter

Auch der Bodeneinsatz im Libanon dauere an, sagte er. Die israelischen Bodentruppen hätten im Südlibanon eine «Verteidigungslinie» gebildet. Das Gebiet südlich des Litani-Flusses, der rund 30 Kilometer entfernt von der israelischen Grenze liegt, sei de facto vom Rest des Landes abgetrennt. Man arbeite weiter an seiner Demilitarisierung. Dies solle Angriffe der Hisbollah auf Einwohner des israelischen Grenzgebiets verhindern.

Waffenruhe mit Iran und Bilanz des Krieges

Zur Waffenruhe im Iran sage Defrin, Israels Armee habe in der Nacht auf Mittwoch das Feuer eingestellt. Man habe während des Ende Februar begonnenen Krieges die Kapazitäten des iranischen Machtapparats schwer beschädigt. Ziel sei es gewesen, existenzielle Bedrohungen Israels langfristig zu beseitigen. Falls nötig könne man die Kämpfe sofort wieder aufnehmen, betonte der Sprecher.

Die Führungsriege des Irans sei ausgeschaltet worden und seine Kontrollzentren demoliert. Auch die Einrichtungen zur Waffenherstellung sowie das Raketen- und das Atomprogramm seien stark beschädigt worden. Die israelische Armee habe in dem Krieg alle Ziele erreicht, die ihr vorgegeben worden seien, «und sogar darüber hinaus». Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (sda/dpa)
20:34
Israels Heimatschutz kündigt Lockerung von Beschränkungen an
Nach Verkündung der Waffenruhe hat Israels Heimatschutz die Lockerung von Einschränkungen für die Bürger des Landes angekündigt. Von 06.00 Uhr an am Donnerstagmorgen (05.00 Uhr MESZ) sollten in weiten Teilen des Landes wieder normale Aktivitäten erlaubt sein, hiess es in einer Mitteilung der Armee. Nur für bestimmte Regionen wie den Norden Israels, die nördlichen Golanhöhen sowie den Grossraum Tel Aviv sollten noch Beschränkungen für grössere Versammlungen gelten. (sda/dpa)


Menschen in Tel Aviv am Strand
20:22
Angriffe im Libanon: Iran verlangt von USA klare Positionierung
Der Iran macht mit Verweis auf die Waffenruhe-Vereinbarung Druck auf die USA, Israel zur Einstellung der Angriffe im Libanon zu bewegen. «Die Bedingungen für die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden - entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben», schrieb Aussenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X.



Der Iran sieht in den andauernden Angriffen Israels gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon einen Verstoss gegen die Vereinbarung mit den USA. Auch nach Angaben des Vermittlers Pakistans gilt die Feuerpause ausdrücklich auch für den Libanon. Israels Premier Benjamin Netanjahu widersprach jedoch und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf den Einsatz gegen die Hisbollah. Israel wirft dem Iran vor, nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf das Land fortgesetzt zu haben. (sda/dpa)
20:16
Netanjahu zur Iran-Waffenruhe: Finger bleibt am Abzug
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat betont, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei «nicht das Ende des Kampfes». Es sei vielmehr eine «Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele», sagte Netanjahu in einer Ansprache.

Im Krieg mit dem Iran habe der Staat Israel «enorme Erfolge erzielt - Erfolge, die bis vor kurzem völlig unrealistisch schienen», sagte Netanjahu. «Der Iran ist schwächer als je zuvor, Israel ist stärker als je zuvor.»



Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Kämpfe

Gleichzeitig sagte der Premier, Israel habe «noch Ziele zu erreichen, und wir werden dies tun». Dies könne entweder durch eine Einigung oder eine Wiederaufnahme der Kämpfe geschehen. «Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen», sagte der Regierungschef. Man habe weiter den «Finger am Abzug».

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sei in Abstimmung mit Israel erzielt worden. «Nein, sie haben uns nicht im letzten Moment überrascht», sagte Netanjahu, offenbar als Reaktion auf Kritik an seinem Vorgehen im Krieg. Kritiker hatten ihm vorgeworfen, keines der Ziele Israels in dem fast sechswöchigen Krieg erreicht zu haben.

Netanjahu: Iran «um Jahre zurückgeworfen»

Ohne die Kriege gegen den Iran in diesem und im vergangenen Jahr «hätte der Iran längst über Atomwaffen verfügt und Tausende Raketen, um Israel zu zerstören und die Existenz von uns allen zu bedrohen», sagte Netanjahu ferner. Man habe den iranischen Machtapparat «um Jahre zurückgeworfen». Israel schliesse ausserdem Bündnisse mit neuen Ländern in der Region. (sda/dpa)
  • Israel und die USA starteten am 28. Februar 2026 gross angelegte Angriffe auf Iran. Teheran reagierte mit Raketen und Drohnen gegen Israel sowie US-Stützpunkte in der Region.
  • Irans oberster Führer Ali Chamenei wurde getötet, ebenso zahlreiche Militärs. Sein Sohn Mojtaba wurde Nachfolger, ist aber verletzt und bisher nicht öffentlich aufgetreten.
  • Der Konflikt hat sich auf den Nahen Osten ausgeweitet, mit Angriffen u.a. in Katar, den VAE, Saudi-Arabien und Bahrain sowie Kämpfen im Libanon. Auch US-Soldaten wurden getötet.
  • Die USA geben unterschiedliche Kriegsziele und Rechtfertigungen an – von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms bis hin zu einem möglichen Regimewechsel.
  • Am 8. April einigten sich die Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe, die auch die Öffnung der Strasse von Hormus beinhaltet. Die Waffenruhe ist bisher höchst fragil, insbesondere da es unterschiedliche Ansichten bezüglich des Einbezugs von Libanon in die Waffenruhe gibt.

Angriffe Iran

Angriffe USA und Israel

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Jacques #23
28.02.2026 08:18registriert Oktober 2018
Hab erst vor zwei Tagen hier geschrieben, dass Nethanjahu Trump dann schon sagt, was er tun müsse.

Voilà.
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Zanzibar
28.02.2026 08:10registriert Dezember 2015
Hoffentlich gelingt es die Mullahs von der Macht zu drängen und dass die Iranische Bevölkerung wieder frei leben kann, nach europäischem Vorbild.
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SamsonP
28.02.2026 08:08registriert April 2024
Immer am Wochende, damit die Börsen nicht überreagieren. Man kann schon bald darauf gehen. Wäre interessant zu sehen, wie der Gold-Kurs bzw Edelmetalle allgemein reagiert hätten. Schade, immer wenn auch mal die kleinen Anleger hätten profitieren können, wird es sogar auf geopolitischer Ebene verhindert. Jetzt wird klar, warum der Goldpreis gestern Abend bzw bei US-Marktöffnung rapide gestiegen ist, da waren wohl nicht die kleinen Anleger die treibenden Kräfte.
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