Schah-Sohn Reza Pahlavi pocht trotz der mit den Machthabern in Teheran vereinbarten Waffenruhe
auf einen politischen Umbruch im Iran. «Wir hoffen (...), dass die freie Welt versteht, dass die einzige Lösung – nicht nur für uns, sondern auch für alle unsere Nachbarn in der Region und für die ganze Welt – darin besteht, dass dieses Regime nicht mehr an der Macht ist», sagte Pahlavi im Interview mit dem französischen Sender LCI.
Monarchistische Gruppen sehen den Sohn des letzten Schahs von Persien
als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt der im US-Exil lebende Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar.
Anders als US-Präsident Donald Trump es darstelle, gebe es im Iran bislang keinen politischen Umbruch, sagte er. Es seien dieselben Menschen, «vielleicht etwas geschwächt», die weiterhin an der Macht seien. «Für uns ist das kein Regimewechsel», sagte er. «Es muss einen klaren Schnitt geben.» Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Januar «ist zu viel Blut geflossen», sagte Pahlavi. Es sei an der Zeit, «diesem Regime ein Ende zu setzen, wie einem verwundeten Tier, das man erlegen muss».
Pahlavi sieht islamischen Machtapparat geschwächt
Der Waffenstillstand habe bei vielen Iranern Enttäuschung ausgelöst, sagte Pahlavi in einer Videobotschaft. Dennoch gebe
Gründe für Zuversicht hinsichtlich eines möglichen politischen Umbruchs im Iran. Der Krieg habe den islamischen Machtapparat weiter geschwächt und international isoliert. «Die Schäden für das Regime durch den Krieg sind extrem und irreparabel», sagte er.
In Teheran fiel die Stimmungslage der Bevölkerung angesichts der Waffenruhe gemischt aus.
Viele Menschen äusserten Erleichterung darüber, dass die Kämpfe vorerst beendet sind. Gleichzeitig herrschte jedoch auch Enttäuschung. Trotz fast 40 Tagen Krieg sei die islamische Führung weiterhin an der Macht und präsentiere sich nun sogar als Sieger in einem Konflikt gegen die Weltmacht USA und gegen den Erzfeind Israel. (sda/dpa)
Reza Pahlavi.