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Auf La Réunion haben sich mehrere TV-Teams in Stellung gebracht. 
Auf La Réunion haben sich mehrere TV-Teams in Stellung gebracht. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Flug MH370: Wird das Rätsel am Mittwoch gelöst? 

01.08.2015, 16:2101.08.2015, 16:39

Das an einem Strand der Insel La Réunion entdeckte Flugzeug-Wrackteil ist am Samstag zur Untersuchung in Frankreich eingetroffen, seine Analyse soll am Mittwoch in einem Labor in Toulouse beginnen. An der Untersuchung beteiligt sich auch der Flugzeughersteller Boeing.

Die Experten sollen unter anderem herausfinden, ob das Teil tatsächlich von der Boeing 777 des seit 16 Monaten verschollenen Flugs MH370 stammt. Das rund zwei Meter grosse Steuerruder traf am Samstagmorgen in einer Kiste verpackt auf dem Pariser Flughafen Orly ein und wurde auf dem Landweg ins südfranzösische Toulouse gebracht. 

In dem dortigen Labor des Verteidigungsministeriums soll auch ein Kofferstück untersucht werden, das am selben Strand angeschwemmt worden war. Boeing kündigte am Freitag an, auf Bitten der Luftfahrtbehörden ein «technisches Team» nach Toulouse zu schicken. Wie lange die Untersuchungen dauern werden, war zunächst unklar.

Französische Beamte untersuchen das Wrackteil.
Französische Beamte untersuchen das Wrackteil.Bild: STRINGER/FRANCE/REUTERS

Die französische Justiz hat die Ermittlungen übernommen, weil vier der Passagiere von Flug MH370 Franzosen waren. Drei Untersuchungsrichter sowie ein Experte der französischen Behörde für die Untersuchung von Flugunfällen (BEA) wollten sich am Montag in Paris hinter verschlossenen Türen mit der malaysischen Delegation treffen.

Unter ihnen ist auch der Chef der malaysischen Zivilluftfahrt, Azharuddin Abdul Rahman, sowie drei Vertreter von Malaysia Airlines. Nach französischen Informationen dürfte Malaysia in einigen Tagen ein offizielles Rechtshilfegesuch an Paris stellen.

MH370-Suchteam findet Wrack auf dem Meeresgrund

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MH370-Suchteam findet Wrack auf dem Meeresgrund
quelle: getty images asiapac / handout
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Schritt in Richtung Lösung des Rätsels?

Der unerwartete Fund des Wrackteils in rund 4000 Kilometern Entfernung des vermuteten Absturzorts von Flug MH370 hat weltweit Hoffnungen geweckt, eines der grossen Rätsel der Luftfahrtgeschichte werde doch noch gelöst. Eine Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord plötzlich von den Radarschirmen verschwunden.

Es wird vermutet, dass die Maschine von ihrem Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den Indischen Ozean stürzte. Trotz einer grossangelegten Suche fand sich jedoch bislang keine Spur von der Boeing. Auch über die möglichen Gründe für die Kursabweichung gibt es nur Spekulationen.

Wrackteile von Flug MH370 entdeckt?

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Wrackteile von Flug MH370 entdeckt?
quelle: epa/epa / azhar rahim
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Nach Angaben der malaysischen Regierung steht inzwischen fest, dass das auf La Réunion gefundene Steuerruder von einer Boeing 777 stammt - zudem wird in der Region keine andere Boeing 777 vermisst. Einige erhoffen sich von dem Wrackteil auch Rückschlüsse auf den Absturzort von Flug MH370.

Angehörige wollen Klarheit

Unter anderem könnte eine Analyse der an dem Wrackteil haftenden Muscheln bestimmen, aus welchem Gebiet des Indischen Ozeans sie stammen. Auch könnte die Bruchstelle an dem Steuerruder nach Angaben des ehemaligen BEA-Chefs Jean-Paul Troadec Aufschluss darüber geben, ob es beim Aufprall auf dem Meer abgerissen war oder bereits in der Luft.

Die Angehörigen der 239 Insassen hoffen ebenfalls auf eine endgültige Antwort auf ihre Frage, was mit ihren Lieben geschehen ist. Nach einer Reihe von Fehlalarmen vertrauen viele den bislang mit den Ermittlungen befassten Ländern nicht mehr.

Er sei sehr froh, dass das Wrackteil auf einer zu Frankreich gehörenden Insel gefunden wurde, sagte der Franzose Ghyslain Wattrelos, der seine Frau und zwei Kinder verloren hat. Er hoffe nun, dass das «Schweigen» und die «Desinformation» ein Ende habe. Der Verband der chinesischen Angehörigen erklärte, er wolle von den Behörden «100-prozentige Klarheit», 99 Prozent genügten nicht. (sda/afp)

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