Journalisten gehen aus deutlich mehr Ländern ins Exil
Die Pressefreiheit steht unter Druck: Journalisten sind einer Auswertung der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge an immer mehr Orten aufgrund ihrer Arbeit bedroht. Die Zahl der Länder, aus denen Journalistinnen und Journalisten geflohen sind, habe sich binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt, teilte die Organisation mit dem internationalem Namen Reporters sans frontières (RSF) anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni mit.
Zählte Reporter ohne Grenzen 2021 noch 19 Länder, aus denen Medienschaffende ins Exil getrieben wurden, so waren es 2025 bereits 40 Länder. Auf einer interaktiven Karte lassen sich die Fluchtbewegungen nachvollziehen und genauer erkunden. Besonders betroffen sind Journalisten aus Afghanistan, Russland, Syrien und Myanmar.
Notfallvisa und sichere Bleibeperspektiven gefragt
Reporter ohne Grenzen hat den Angaben nach allein im vergangenen Jahr 243 Personen unterstützt, die vor juristischer Verfolgung, Bedrohungen oder Mordversuchen flohen. Die Organisation fordert aufnehmende Staaten wie Deutschland auf, Journalisten Notfallvisa und sichere Bleibeperspektiven zu bieten und sie bei der Fortsetzung ihrer Arbeit aus dem Exil zu unterstützen. Viel zu oft stünden die Medienschaffenden auch nach ihrer Flucht noch vor Problemen.
In den vergangenen fünf Jahren hat das Berliner Nothilfeteam der Organisation nach eigenen Angaben 547 Medienschaffende bei der Ankunft im deutschen Exil unterstützt. Die meisten Journalisten, die in dieser Zeit ins deutsche Exil kamen, stammten demnach aus Russland – nämlich 241. (sda/dpa)
