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Eine Reporterin berichtete über verbilligte Luxuswohnungen für türkische Richter – jetzt soll sie deswegen 23 Jahre ins Gefängnis

Eine Reporterin berichtete über verbilligte Luxuswohnungen für türkische Richter – jetzt soll sie deswegen 23 Jahre ins Gefängnis

24.06.2015, 11:4224.06.2015, 11:48

Die türkische Justiz hat mehr als 23 Jahre Haft für eine Journalistin gefordert, die über verbilligte Luxuswohnungen für regierungstreue Richter und Staatsanwälte berichtet hatte. Mit dem Bericht habe die Reporterin die genannten Justizvertreter beleidigt.

Dies gehe aus der Anklageschrift hervor, wie die Oppositionszeitung «Cumhuriyet» am Mittwoch berichtete. Die angeklagte Journalistin Canan Coskun arbeitete für «Cumhuriyet». Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 23 Jahre und vier Monate Haft für Coskun. Der Prozess beginnt am 12. November.

Pressefreiheit geht bachab

In ihrem Bericht vom Februar berichtete Coskun über erhebliche Preisnachlässe für einige Richter und Staatsanwälte beim Kauf von Wohnungen einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft. Von den günstigen Preisen profitierten demnach unter anderem drei Richter, die die Einstellung von Korruptionsermittlungen gegen vier Ex-Minister der Regierung des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan anordneten.

Kritiker im In- und Ausland werfen Erdogan und seiner Regierungspartei AKP vor, die Pressefreiheit immer weiter einzuschränken und die Justiz zur Verfolgung von Kritikern zu instrumentalisieren.

Seit seinem Amtsantritt als Präsident im vergangenen Jahr hat Erdogan mehrere Dutzend Journalisten und Aktivisten wegen Beleidigung angezeigt. Erdogan prozessiert auch gegen «Cumhuriyet»-Chefredaktor Can Dündar, den er wegen Berichten über illegale Waffenlieferungen an syrische Rebellen ins Gefängnis bringen will. (whr/sda/afp)

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