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Ein syrischer Flüchtling zündet sich vor UNO-Büro im Libanon an



Erneut hat sich im Libanon ein syrischer Flüchtling selbst angezündet - offenbar aus Verzweiflung über die finanzielle Notlage seiner Familie. Der Mann habe sich vor dem Büro des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Beirut in Brand gesetzt, sagte ein Sprecher der UN-Organisation der Deutschen Presse-Agentur. Sicherheitsleute hätten ihn gerettet. Anschliessend habe ihn der Zivilschutz mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Syrian refugees shout slogans as they protest outside the headquarters of the United Nations refugee agency, UNHCR, demanding to be moved out of Lebanon which is undergoing its worse economic crisis in history with rising unemployment and poverty levels, in Beirut, Lebanon, Thursday, Sept. 24, 2020. Lebanon, home to nearly 1 million Syrian refugees, has called for international help to secure their safe return, saying that they can no longer afford to host them. (AP Photo/Hussein Malla)

«Wir können nicht zurück nach Syrien. Wir können nicht leben im Libanon», steht auf einem Plakat während eines Protests vor dem UN-Flüchtlingshilfswerk in Beirut. Bild: keystone

Libanesischen Medienberichten zufolge hatte der Mann sich angezündet, weil er die ärztliche Behandlung für seine kranke Tochter nicht bezahlen konnte. Das UN-Flüchtlingshilfswerk bestätigte diese Details nicht. Kurz nach dem Vorfall versammelte sich eine kleine Gruppe syrischer Flüchtlinge vor dem UN-Büro, um für bessere Lebensbedingungen zu demonstrieren.

Lage für Syrer im Libanon hoffnungslos

Laut UNHCR sind im Libanon derzeit rund 880'000 syrische Flüchtlinge registriert, die vor dem Bürgerkrieg im Nachbarland über die Grenze geflüchtet sind. Ihre tatsächliche Zahl dürfte weit höher sein. Die wirtschaftlichen Perspektiven sind im Libanon, das derzeit die schwerste Krise seit Jahrzehnten durchlebt, ebenfalls sehr schlecht. Das libanesische Pfund hat stark an Wert verloren und die Preise für Lebensmittel und andere Güter sind stark gestiegen.

Erst im April hatte sich im Libanon ein Flüchtling aus Verzweiflung selbst angezündet und dadurch getötet. Wegen der Krise im Libanon fehlte ihm das Geld, um seine Familie zu ernähren. Für viele Syrer ist die Lage im Libanon hoffnungslos, weil sie oft nur als Tagelöhner oder gar nicht arbeiten können. (sda/dpa)

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Videos zeigen das Ausmass der Katastrophe in Beirut

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