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epa04773035 A handout photograph made avaiable by the British Ministry of Defence showing 
369 migrants crammed into a heavily overcrowded wooden hulled boat which was located in the waters just north of Libya on 28 May 2015. The migrants were led to safety from their stricken boat to Landing craft from the British Royla Navy Fleet Flagship HMS Bulwark. The ship dispatched five of its landing craft to rescue the migrants from their unstable ‘double-decker’ craft, 50 of whom were small children. A total of five ‘Safety of Life at Sea’ or SOLAS incidents have been conducted concurrently today by Britain, Italian, German and Irish naval units operating together in the area.  EPA/ET WE(CIS) LOUISE GEORGE / BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / HANDOUT MANDATORY CREDIT: CROWN COPYRIGHT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/BRITISH MINISTRY OF DEFENCE

Boot mit Migranten vor Libyen gekentert – hunderte Tote befürchtet



Nach einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer wird der Tod Hunderter Flüchtlinge befürchtet. Ihr Boot ist am Mittwoch vor der Küste Libyens gekentert. Zur Anzahl der Menschen an Bord gab es ebenso wie zu den befürchteten Todesopfern wegen der unübersichtlichen Lage unterschiedliche Angaben. 

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtete unter Berufung auf die Küstenwache, dass etwa 250 Migranten in Sicherheit gebracht werden konnten. Demnach sollen insgesamt 600 Menschen an Bord des Flüchtlingsboots gewesen sein; 25 Leichen konnten bis am Abend geborgen werden. 

Laut der Nachrichtenagentur AP teilte der Kommandant der italienischen Küstenwache mit, dass rund 400 Migranten gerettet worden seien. Nach Angaben der maltesischen Hilfsorganisation Migrant Report könnten jedoch bis zu 600 Menschen ums Leben gekommen sein. 

Kurz vor Rettung untergegangen 

Das Unglück soll sich etwa 28 Kilometer vor der libyschen Küste ereignet haben. Der Alarm war am Mittag ausgelöst worden. Die Rettungsaktionen waren am späten Nachmittag noch im Gange. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die private Rettungsmission MOAS aus Malta sowie die italienische Marine waren vor Ort. 

Über den Hergang des Unglücks gab es am Abend keine bestätigten Angaben. Verschiedene Quellen berichteten aber übereinstimmend, dass die Migranten das Boot möglicherweise selbst unbeabsichtigt zum Kentern gebracht hatten. 

epa04773041 A handout photograph made available by the British Ministry of Defence showing some of the 369 migrants being led to safety from their stricken boat to landing craft from the British Royal Navy Fleet Flagship HMS Bulwark, just north of Libya on 28 May 2015. The ship dispatched five of its landing craft to rescue the migrants from their unstable ‘double-decker’ craft, 50 of whom were small children. A total of five ‘Safety of Life at Sea’ or SOLAS incidents have been conducted concurrently today by Britain, Italian, German and Irish naval units operating together in the area.  EPA/PO (Phot) CARL OSMOND / BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / HANDOUT MANDATORY CREDIT: CROWN COPYRIGHT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Einige haben das Glück und konnten gerettet werden Bild: EPA/BRITISH MINISTRY OF DEFENCE

Demnach wurden nach dem Notruf zwei in der Nähe des Bootes patrouillierende Rettungsschiffe entsandt, das irische Marineschiff «Lé Niamh» sowie die von MSF gecharterte «Dignity 1», später kamen drei weitere Boote dazu. 

Beim Eintreffen des irischen Rettungsschiffs kenterte das Flüchtlingsboot und sank schnell. Oftmals seien die Schiffe derart überladen, dass es zum Kentern komme, wenn nur einige Menschen gleichzeitig aufstünden, sagte ein Vertreter der Küstenwache. 

Todeszone Mittelmeer 

An keinem Ort der Erde sterben so viele Flüchtlinge wie im Mittelmeer. Im vergangenen Jahr kamen dort nach Erkenntnissen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 3000 Menschen ums Leben. In diesem Jahr sind es bereits über 2000. 

Die tödlichste Route ist demnach die von Libyen nach Italien. Im April war ein Boot mit bis zu 800 Flüchtlingen an Bord gesunken. Das Unglück wurde zu einem Symbol der europäischen Flüchtlingskrise. 

Fast 100'000 Bootsflüchtlinge sind in diesem Jahr bislang über das Mittelmeer nach Italien gelangt. Schlepper setzen oft alte und kaum seetüchtige Boote ein, weshalb es immer wieder zu Unglücken kommt. (jas/sda/dpa/afp/apa/reu) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nicosinho 05.08.2015 18:49
    Highlight Highlight Haaaaalloooo EU!?? wie lange wollt ihr noch zuschauen!? da muss was passieren, es kann nicht sein, dass das Mittelmeer zu einem Massengrab wird, echt unglaublich sowas. Da muss umgehend mit den betroffenen afrikanischen Länder eine Lösung gefunden werden....
    • Amboss 05.08.2015 21:40
      Highlight Highlight Was für eine Lösung? Was soll passieren?
      Diese Menschen werden auch weiterhin kommen.
      Die einzige Lösung, um das Massenstreben zu verhindern ist, ganz einfach alle die kommen in Europa aufzunehmen...
    • Tscheggsch? 06.08.2015 08:26
      Highlight Highlight @Amboss
      Das Handwerk muss den Schlepperbanden gelegt werden. Es geht nicht darum, Menschen an der Flucht zu hindern. Ausserdem sterben die Menschen bei der Überfahrt, nicht bei der Aufnahme in Europa... Verstehe Ihren Kommentar nicht richtig :/ sorry
    • Amboss 06.08.2015 11:51
      Highlight Highlight Mein Kommentar ist nicht schwierig zu verstehen.
      Man hat die Wahl:
      - Entweder man ermöglicht den Flüchtlingen eine sichere Einreise nach Europa, wo sie die Möglichkeit haben, die Anträge etc... zu stellen. Dann gibt es kein Massensterben mehr.
      - Oder man wehrt die Einreise nach Europa weiterhin ab, mit welchen Mitteln auch immer. Dann werden sie es aber weiterhin versuchen.
      Einige (zumeist junge Männer) werden es weiterhin schaffen, einige werden im Meer sterben.
      Die nicht mobilen (Frauen, Alte, Kinder) bleiben auch im Herkunftsland... was immer passiert mit ihnen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rocky77 05.08.2015 18:34
    Highlight Highlight Könnt ihr bitte immer nur von Menschen und nicht von Migranten, Asylbewerbern oder Ausländern schreiben, auch wenn dies weniger abwechslungsreich klingen mag, es verleiht jedem eine gewisse Würde.
    • Matrixx 05.08.2015 19:16
      Highlight Highlight Aber dann hätte man doch keine Möglichkeit mehr, seine niederen Selbstwertgefühle mit Diskriminierung aufzuwerten und die Schweiz würde ein sehr, sehr unzufriedenes Land werden...

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