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Der Jemen bleibt vor nichts verschont – jetzt bringen Regenfluten Wohnhäuser zum Einsturz

Während Regen hierzulande Mangelware war in den letzten Wochen, hat es andernorts so stark geregnet, dass ganze Häuserzeilen kollabiert sind. Die zerstörten Gebäude gehören zum Unesoco-Weltkulturerbe und standen im ohnehin kriegsgeplagten Jemen.
11.08.2022, 16:3411.08.2022, 16:45

Mindestens 10 Wohnhäuser sind am Mittwoch in der Altstadt der jemenitischen Hauptstadt Sanaa in sich zusammengestürzt, nachdem schwere Regenfälle die Stadt über zwei Wochen geflutet hatten. Einige der Gebäude waren mehr als 500 Jahre alt.

Ein Mann inspiziert die kollabierten Häuser. Sanaa, 10. August 2022.
Ein Mann inspiziert die kollabierten Häuser. Sanaa, 10. August 2022. Bild: keystone
Ein Mann untersucht die Schäden, die entstanden sind. Sanaa, 10. August 2022.
Ein Mann untersucht die Schäden, die entstanden sind. Sanaa, 10. August 2022.Bild: keystone
Zwei Personen schauen die kollabierten Häuserzeilen an. Sanaa, 10. August 2022.
Zwei Personen schauen die kollabierten Häuserzeilen an. Sanaa, 10. August 2022.Bild: keystone

Die Altstadt von Sanaa gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist vermutlich seit mehr als 2000 Jahren bewohnt.

Die Architektur in Sanaa ist weltweit einzigartig: Fundamente und die ersten Stockwerke sind aus Stein gebaut, die weiteren Stockwerke aus Ziegeln. Die Gebäude haben üblicherweise rote Backsteinfassaden, die mit weissen Gipsleisten und kunstvollen Ornamenten verziert sind.

Die Altstadt von Sanaa, der Hauptstadt Jemens, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Die Altstadt von Sanaa, der Hauptstadt Jemens, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.Bild: keystone
Sanaa am 3. Juni 2022.
Sanaa am 3. Juni 2022.Bild: keystone

Sanaa wird seit Beginn des Jemen-Kriegs 2014 von Huthi-Rebellen kontrolliert. Diese erklärten bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass etwa 80 weitere Gebäude in Sanaa schwer beschädigt worden seien durch die Regenfluten.

In einer Erklärung bat der Kulturminister der Huthi-Regierung, Abdullah al-Kabsi, um Hilfe bei der Bewältigung der Zerstörung. Er sagte, dass die Rebellen bereit seien, mit internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten beim Wiederaufbau.

Al-Kabsi bestand darauf, dass die Unesco angesichts der Geschichte der Stadt eine gewisse Verantwortung für die Rettungs- und Restaurierungsarbeiten trage.

Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.
Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.Bild: keystone
Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.
Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.Bild: keystone
Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.
Die gefluteten Strassen von Sanaa am 1. August 2022.Bild: keystone

Luftangriffe könnten die Fundamente erschüttert haben

Im Jemen tobt seit mehr als sieben Jahren ein Krieg: Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten im Land gegen die Huthi-Rebellen, die weite Teile des Nordens beherrschen. Denn Saudi-Arabien betrachtet sie als verlängerten Arm seines Erzfeinds Iran.

Der Krieg hat das Land auf der Arabischen Halbinsel in eine humanitäre Katastrophe gestürzt: Etwa 19 Millionen Menschen haben nicht genügend zu essen. Mehr als 150'000 Menschen wurden getötet, darunter 14'000 Zivilisten.

Anfang April 2022 war zunächst für zwei Monate eine Waffenruhe vereinbart worden, die zuerst im Juni und danach Anfang August verlängert worden war. Zuvor hatte es seit 2016 keine Feuerpause mehr in dem Land gegeben. Im Rahmen der Waffenruhe konnte dringend benötigter Treibstoff ins Land gebracht werden, damit etwa Krankenhäuser und Unternehmen besser und länger arbeiten können. Zudem konnten mehrere Tausend Menschen zu medizinischer Behandlung aus der Hauptstadt Sanaa nach Kairo und Amman ausfliegen.

Der Krieg hat den Jemen in eine humanitäre Katastrophe gestürzt: Etwa 19 Millionen Menschen haben nicht genügend zu essen. Auf dem Bild: Der damals siebenmonte alte Issa Ibrahim Nasser, Juni 2020.
Der Krieg hat den Jemen in eine humanitäre Katastrophe gestürzt: Etwa 19 Millionen Menschen haben nicht genügend zu essen. Auf dem Bild: Der damals siebenmonte alte Issa Ibrahim Nasser, Juni 2020.Bild: keystone
Die Menschen im Jemen sind aufgrund des Bürgerkrieges auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hier beladen Männer Esel, um Essen von Hilfsorganisationen in Dörfer zu transportieren.
Die Menschen im Jemen sind aufgrund des Bürgerkrieges auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hier beladen Männer Esel, um Essen von Hilfsorganisationen in Dörfer zu transportieren. Bild: keystone

Einigen Beobachtern zufolge haben die Luftangriffe auf Sanaa während des Krieges die historischen Gebäude erschüttert und ihre Fundamente beschädigt, wie «Al Jazeera» schreibt. Zudem konnten die Wohnhäuser während des Krieges nicht richtig instandgehalten werden, wie Mohamed al-Hakimi, Leiter der Organisation The Green Dream, gegenüber «Al Jazeera» sagte.

Es gab keine Berichte über Tote oder Verletzte bei den Einstürzen.

(yam/sda/dpa)

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