Spaniens Regierungschef kontert Trump: «Nein zum Krieg»
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat mit einem «Nein zum Krieg» auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem Widerstand des europäischen Nato-Landes gegen den israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran reagiert.
In einer TV-Ansprache forderte er die USA, Israel und den Iran erneut zu einer sofortigen Einstellung der gegenseitigen Angriffe auf. Die Gewalt müsse enden, «bevor es zu spät ist», sagte Sánchez.
La posición del Gobierno de España ante esta coyuntura es clara y consistente. La misma que hemos mantenido en Ucrania y Gaza.
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) March 4, 2026
No a la quiebra de un derecho internacional que nos protege a todos, especialmente a la población civil.
No a asumir que el mundo solo puede… pic.twitter.com/bOUJy4PKK0
Es sei «naiv zu glauben, dass blinder und unterwürfiger Gehorsam Führung bedeutet», warnte Sánchez im Hinblick auf Drohungen Trumps. Es gehe um die Achtung des Völkerrechts, «das uns alle, insbesondere die Zivilbevölkerung, schützt.» Zu glauben, die Welt könne ihre Probleme nur mit Bomben lösen, sei ein Irrtum.
Trump: «Sie waren unfreundlich»
Trump hatte bei einem Treffen mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz Kritik an den Regierungen von Spanien und dem Vereinigten Königreich geübt. «Einige europäische Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten», sagte Trump im Weissen Haus mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. «Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.»
Trump sagte, niemand könne den USA vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. Wenn die USA wollten, könnten sie Spaniens Stützpunkte auch ohne Erlaubnis nutzen. «Sie waren unfreundlich», sagte Trump. Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, «alle Deals» mit Madrid einzustellen. Welche Abkommen Trump meinte, blieb zunächst unklar.
Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte am Montag bestätigt, dass keine der auf den spanischen Militärbasen Morón und Rota stationierten US-Einheiten an den Angriffen auf den Iran beteiligt war. Diese Basen dürften nur im Rahmen des Völkerrechts genutzt werden, betonte Robles. Spanien hatte Trump auch verärgert, weil es als einziges der europäischen Nato-Länder seine Verteidigungsausgaben nicht auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen will, wie von den USA gefordert.
Aussenminister kritisiert Bundeskanzler Merz
Aussenminister José Manuel Albares hat dem deutschen Kanzler Friedrich Merz zudem mangelnde Solidarität angesichts der Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem Nato-Partner vorgeworfen. Er habe Deutschland seine «Überraschung» darüber mitgeteilt, sagte er dem TV-Sender RTVE.
«Wenn man mit einem anderen Land eine Währung, eine gemeinsame Handelspolitik und einen gemeinsamen Markt teilt, erwartet man dieselbe Solidarität, die Spanien beispielsweise gegenüber Dänemark gezeigt hat, als es aufgrund Dänemarks Bestrebungen, seine territoriale Integrität in Grönland aufzugeben, zu Zolldrohungen kam», sagte Albares.
España es soberana. pic.twitter.com/cRReHWxarV
— José Manuel Albares (@jmalbares) March 4, 2026
Später trat der Christdemokrat der Drohung Trumps entgegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen. Mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der EU betonte Merz vor der Presse, Spanien sei Mitglied der Europäischen Union: «Und als solches führen wir Verhandlungen über ein Zollabkommen mit den USA nur gemeinsam oder gar nicht», stellte er klar.
Es gebe keinen Weg, Spanien besonders schlecht zu behandeln. Diese Äusserungen wurden in spanischen Medien als Versuch des deutschen Regierungschefs gewertet, sein anfängliches Schweigen gegenüber Trump zu korrigieren.
Albares zog einen Vergleich zwischen Merz und dessen Vorgängern im Amt. «Seit wir in der Regierung sind, haben wir drei Bundeskanzler erlebt: Merkel, Scholz und jetzt Merz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel oder Scholz solche Aussagen getroffen hätten; damals herrschte eine andere proeuropäische Stimmung», sagte Albares. (pre/sda)
