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Warum der Amazonas-Regenwald mehr CO2 ausstösst, als er absorbiert

Regenwald in Thailand, Khao Yai Nationalpark
Bild: Shutterstock

Warum der Amazonas-Regenwald mehr CO2 ausstösst, als er absorbiert

01.05.2021, 06:3802.05.2021, 14:18
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Aus dem Amazonas-Regenwald ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahrzehnt fast 20 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt als von der sogenannten grünen Lunge des Planeten aufgenommen werden konnte. Die Zahlen zeigen demnach erstmals, dass der brasilianische Amazonas-Regenwald gekippt ist und jetzt ein Netto-Emittent ist.

Das sagte Co-Autor Jean-Pierre Wigneron vom französischen Nationalen Institut für Agronomieforschung (Inra) in der Zeitschrift «Nature Climate Change», wo die Studie veröffentlicht wurde. Diese verglich dazu die Menge des vom Wald aufgenommen CO2 mit der durch Brandrodung und Zerstörung freigesetzten Kohlenstoffdioxid. «Wir wissen nicht, ab welchem Punkt diese Veränderung irreversibel werden könnte», lässt sich Wigneron zitieren.

Zwischen 2010 und 2019 nahm das Amazonas-Becken laut der Studie rund 13,9 Milliarden Tonnen CO2 auf, gab aber 16,6 Milliarden Tonnen ab. Die Studie zeigt auch die zunehmende Zerstörung des Waldes durch Brände und Holzfäller. Das Ausmass der Entwaldung stieg demnach 2019 im Vergleich zu den Vorjahren um fast das Vierfache an, von rund einer Million Hektar auf 3,9 Millionen – eine Fläche von der Grösse der Niederlande.

Einen Grund dafür sehen die Forscher auch in der Politik. Nach dem Amtsantritt des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro im Januar 2019 habe es eine deutliche Schwächung von Umweltschutzmassnahmen gegeben, hiess es in einer Mitteilung der Inra.

Intakte Ökosysteme spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der steigenden CO2-Emissionen, die 2019 mehr als 40 Milliarden Tonnen betrugen. In den vergangenen 50 Jahren haben Pflanzen und Böden etwa 30 Prozent dieser Emissionen absorbiert, Ozeane mehr als 20 Prozent. Der tropische Regenwald nimmt besonders viel CO2 auf, etwa die Hälfte dieser Wälder liegt im Amazonasbecken. (sda/afp)

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43 Kommentare
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FrancoL
01.05.2021 09:25registriert November 2015
Ein mehr als irreführender Titel, nicht der Wald stösst da mehr aus als er absorbiert, sondern die „Nebentätigkeiten in diesem Gebiet“ und diese sind hinlänglich bekannt. Ein reisserischer Titel der eher in den Blick oder 20min gehört.
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Sergej Faehrlich
01.05.2021 09:03registriert August 2018
Der Artikel beantwortet die Schlagzeile nicht ... warum genau stösst der Amazonas jetzt mehr CO2 aus?
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Dä vo dert
01.05.2021 07:56registriert Oktober 2020
Da haben wir ja richtig Glück, dass Bolsonaro bis 2030 die Amazonasabholung stoppen will....
Mit noch etwas mehr Glück (wobei wir dann schon weit mehr als am Limit mit mehr Glück als Verstand sind) ist zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch ein ganz kleiner Teil des Waldes übrig
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