DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nordkorea will entmilitarisierte Zonen wieder besetzen

16.06.2020, 07:21

Nordkorea hat nach einer Propagandaflugblatt-Aktion südkoreanischer Aktivisten damit gedroht, bereits «entmilitarisierte» Zonen an der Grenze wieder mit Soldaten zu besetzen. Dies erklärte die Armeeführung des international isolierten Landes am Dienstag.

«Unsere Armee beobachtet die Lage genau, in der sich die innerkoreanischen Beziehungen zusehends verschlechtern», hiess es weiter. Es würden Pläne der Regierung und der Arbeiterpartei geprüft, wonach die Armee wieder in Zonen vorstossen könne, die unter dem Abkommen zwischen den beiden Ländern entmilitarisiert worden seien.

Isolierter Anführer: Kim Jong Un
Isolierter Anführer: Kim Jong UnBild: EPA

So wurde der Generalstab Nordkorea von den Staatsmedien zitiert. Auch deutete er an, die Volksarmee könnte ihrerseits Flugblätter nach Südkorea schicken.

Den Plänen zufolge soll die Frontlinie in eine Festung verwandelt, und die militärische Wachsamkeit gegenüber Südkorea weiter erhöht werden. Details zu den Zonen, in die das Militär wieder eintreten könnte, wurden nicht genannt.

Provokationen mit Ballons

Die kommunistische Führung Nordkoreas fühlt sich durch die erneute Verbreitung von Flugblättern durch südkoreanische Aktivisten und nordkoreanische Flüchtlinge an der Grenze provoziert. Dabei wurden Ende Mai mit Ballons etwa eine halbe Million Flugblätter, die sich gegen die autokratische Führung in Pjöngjang richten, über die Grenze geschickt. Pjöngjang wirft der Regierung in Seoul vor, diese schon seit Jahren durchgeführte Kampagne weiter zu tolerieren.

Südkoreanische Soldaten vor der entmilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea.
Südkoreanische Soldaten vor der entmilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea. Bild: AP/Pool Kyodo News

Nordkorea hatte mit dem Ausstieg aus einem Militärabkommen von 2018 über vertrauensbildende Massnahmen gedroht, sowie mit Vergeltungsaktionen, in die auch das Militär einbezogen werden sollte. Südkoreanische Medien spekulierten jetzt, Nordkorea könnte unter anderem wieder Soldaten in das Gebiet um seine westliche Grenzstadt Kaesong schicken. Dort hatten beide Länder bis 2016 einen gemeinsamen Industriekomplex betrieben. Vor der Öffnung des Industrieparks 2004 waren auf dem Gelände Soldaten stationiert gewesen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Neulich beim Parteikongress in Nordkorea

1 / 37
Neulich beim Parteikongress in Nordkorea
quelle: ap/krt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Reiseziel: Nordkorea. Eine Fahrt ins Ungewisse

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Die Akte Donald Trump: Diese Ermittlungen können ihm jetzt gefährlich werden
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist im Visier der Justiz. Doch welche Ermittlungen könnten ihm tatsächlich gefährlich werden?

Kaum ein Tag in den USA vergeht mehr ohne neue Entwicklungen im zurzeit vielleicht grössten Duell des Landes: Donald Trump gegen die Justiz. Am Montag haben FBI-Agenten in Florida ein Grundstück des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump durchsucht. Nur zwei Tage später wurde Trump zu einer Befragung unter Eid in das Büro der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James zitiert – wo er die Aussage verweigerte.

Zur Story