Trumps WEF-Rede in 3 Punkten: «Wir wollen ja nur ein Stück Eis»
Über eine Stunde stellte sich Trump in Davos in den Mittelpunkt und holte zum Rundumschlag aus: Grönland, die Nato, die Sonnenbrille von Emmanuel Macron, Karin Keller-Sutter. In einer Rede, die wie gewohnt keinen roten Faden hatte.
Damit du einen Überblick über die Rede erhältst, sind hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Trump hält an Grönland-Anspruch fest – aber ohne Androhung von Gewalt
Natürlich wurde mit Spannung erwartet, was Trump in Bezug auf den Grönland-Konflikt zu sagen hat. Zuerst sagte er, er habe grössten Respekt vor Grönland und auch Dänemark. Um dann einmal mehr seinen Anspruch auf die grösste Insel der Welt zu untermauern:
Nur die USA haben die Stärke und die Kraft, Grönland zu beschützen. Kein Nato-Land könne das, nur die USA: «Das haben sie vor wenigen Wochen in Venezuela gesehen», sagte er.
Weiter sagt Trump: «Alles, was ich will, ist Grönland. Das hat uns gehört und wir haben es Dänemark zurückgegeben». Das sei ein grosser Fehler gewesen.
Die USA würden «unverzüglich Verhandlungen» zur Übernahme der Insel anstreben. Dies sei wegen der Sicherheit der Vereinigten Staaten notwendig. Für Trump sei die Sache simpel, man wolle nur ein Stück Eis, um die Welt zu beschützen, denn:
Aber die USA werde keine Gewalt anwenden: «Ihr könnt Nein sagen, dann werden wir uns daran erinnern. Würde die Nato hingegen Ja sagen, hättet ihr die Wertschätzung der USA auf sicher.»
Zölle und die Schweiz
«Meine Zollpolitik ist Teil der nationalen Sicherheit. Wir sind nicht mehr bereit, den Rest der Welt zu subventionieren», sagt Trump.
Auch auf die Schweiz-Zölle nahm er Bezug: «39 Prozent, und dann brach die Hölle los.» Die Schweiz habe nichts bezahlt für die Importe in die USA, hätten lediglich ihre «schönen Uhren» verkauft.
«Wir hatten ein Defizit von 41 Milliarden. Deshalb haben wir die hohen Zölle angesetzt. Niemand hat geglaubt, dass wir das tun würden.»
Dann spricht er über Karin Keller-Sutter:
Die Schweiz wäre finanziell ruiniert gewesen, wenn die USA bei den 39 Prozent geblieben wären: «Aber das wollten wir nicht.» In der Folge sei er überrannt worden von Schweizer Interessensverteter, sogar Rolex sei vorbei gekommen. «Und dann habe ich realisiert: Ohne uns wäre die Schweiz nicht die Schweiz», so Trump.
Immerhin in einem Punkt äusserte sich der US-Präsident positiv. Trump sagte, er finde die Schweiz und Davos einen «wunderschönen Ort».
Angriffe gegen alles und jeden
Auch die Nato ist ein dominierendes Thema bei Trumps Rede, er droht dem westlichen Verteidigungsbündnis offen.
Die europäischen Staaten hätten über Jahre hinweg zu tiefe Beiträge in die Nato eingezahlt. «Das werde ich nicht mehr akzeptieren», so Trump.
Er wolle ein starkes Europa, die Nato aber wertschätze nicht, was die USA alles tun, man habe nichts zurückbekommen.
Auch von Joe Biden ist wieder die Rede, dieser sei Schuld am Ukrainekrieg und an der Inflation. Trump sei im ersten Jahr nur damit beschäftigt gewesen, all seine Fehler auszubügeln.
Und wenn Trump zum Vollumschlag ausholt, darf natürlich auch FED-Chef Jerome Powell nicht fehlen:
Er werde darum in den nächsten Monaten einen neuen Vorsitzenden ernennen, so Trump.
Auch Macrons Sonnenbrillen-Auftritt, Israel, Windräder, Deutschland, Venezuela, die radikalen Linken, Somalia, Newsom und China thematisierte Trump in seiner Rede.
