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Nordkorea testet neuartigen Marschflugkörper

Nordkorea testet neuartigen Marschflugkörper

13.09.2021, 06:2113.09.2021, 06:21

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat eigenen Angaben zufolge erfolgreich neuartige Marschflugkörper mit grosser Reichweite getestet. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe die Tests am Wochenende durchgeführt, berichteten die Staatsmedien am Montag. Es handle sich um eine «strategische Waffe von grosser Bedeutung». Nordkorea deutete damit laut Beobachtern an, dass der neue Lenkflugkörper auch das Potenzial habe, Atomsprengköpfe zu befördern.

This combination of photos provided by the North Korean government on Monday, Sept. 13, 2021, shows long-range cruise missiles tests held on Sept. 11 -12, 2021 in an undisclosed location of North Kore ...
Die Rakete ist laut nordkoreanischen Angaben in zweijähriger Entwicklungsarbeit entstanden.Bild: keystone

Südkorea bestätigte die Tests des Nachbarlands, das wegen seines Atomwaffenprogramms weitgehend isoliert ist, zunächst nicht. Der südkoreanische Generalstab teilte mit, derzeit würden die Angaben in Zusammenarbeit mit den USA untersucht.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Tests von Marschflugkörpern hingegen unterliegen nicht den Sanktionen gegen das Land. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper (Cruise Missile) über einen permanenten eigenen Antrieb.

7580 Sekunden in der Luft

Getestet wurde der neue Typ den Berichten aus Nordkorea zufolge am Samstag und Sonntag. Die Lenkflugkörper seien 7580 Sekunden (rund zwei Stunden und sechs Minuten) lang auf einer ovalen Flugbahn über dem Festland und den Gewässern in Nordkorea geflogen. Sie hätten ihre Ziele in 1500 Meter Entfernung getroffen.

Der Typ sei in zweijähriger Entwicklungsarbeit entstanden. Detaillierte Tests von Raketenteilen, eine Vielzahl von Triebwerkstests am Boden, Kontroll- und Lenkungstests seien dabei erfolgreich durchgeführt worden. Die Entwicklung sei «von strategischer Bedeutung für den Besitz eines weiteren effektiven Abschreckungsmittels, um zuverlässiger die Sicherheit des Staats zu garantieren und die Militärmanöver feindseliger Kräfte gegen die Volksrepublik in Schach zu halten», hiess es. Pjöngjang wirft vor allem den USA eine feindselige Politik vor.

Wie schon einige Monate zuvor, erfolgten auch die jüngsten nordkoreanischen Waffentests nach einer gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte der USA und Südkoreas. Die gemeinsame Kommandoübung, die von Pjöngjang kritisiert wurde, endete nach neun Tagen am 26. August. Im März hatte Nordkorea ebenfalls Marschflugkörper nach einer ähnlichen Kommandoübung in Südkorea unternommen.

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomprogramm kommen schon seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. Im Februar 2019 war ein Gipfeltreffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Vietnam gescheitert. Bei einem Parteikongress Anfang dieses Jahres hatte Kim angekündigt, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschliesslich neuer Interkontinentalraketen stärken. (sda/dpa)

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