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Nordkorea setzt Waffentests fort – mehrere Raketen abgefeuert

25.05.2022, 11:36

Einen Tag nach der Abreise von US-Präsident Joe Biden aus Asien hat Nordkorea seine Tests mit atomwaffenfähigen Raketen fortgesetzt. Nordkorea feuerte am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kurzen Zeitabständen drei ballistische Raketen in Richtung offenes Meer im Osten ab, wie der Südkoreas Generalstab mitteilte.

Eine von ihnen sei offenbar eine Interkontinentalrakete (ICBM) gewesen, hiess es weiter. Die Streitkräfte Südkoreas und der USA antworteten darauf mit eigenen Stärkedemonstrationen und schossen den Angaben zufolge zwei Boden-Boden-Raketen ab. Die USA und ihre Alliierten Südkorea und Japan warfen Nordkorea ernsthafte Provokation vor.

Machthaber Kim Jong Un bei einer Militärparade im April.
Machthaber Kim Jong Un bei einer Militärparade im April.Bild: keystone

Zudem mehren sich die Anzeichen für einen bevorstehenden neuen Atomversuch Nordkoreas. Laut dem stellvertretenden Direktor des Nationalen Sicherheitsbüros in Seoul, Kim Tae Hyo, gibt es Hinweise, dass das Nachbarland zuletzt mehrfach mit Sprengvorrichtungen für seinen siebten Nukleartest experimentiert hat. Die Experimente dienten demnach offenbar der Testvorbereitung. Wahrscheinlich könne ein Test nicht in den nächsten ein oder zwei Tagen erfolgen, doch «irgendwann danach ist das wahrscheinlich», wurde Kim von südkoreanischen Sendern zitiert.

Der jüngste Raketentest erfolgte zu einem Zeitpunkt wachsender Unsicherheit in der Region. Es war bereits die 17. Runde von Raketentests durch Nordkorea in diesem Jahr. Das Land will nach Meinung von Experten sein Raketenarsenal modernisieren und möglicherweise auch den Druck auf die USA erhöhen, damit diese konkrete Verhandlungsvorschläge vorlegen.

UN-Resolutionen untersagen dem weithin isolierten Land die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite. Bei solchen Raketen handelt es sich in der Regel um Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch einen oder mehrere Atomsprengköpfe befördern können. Nordkorea ist wegen seines Atomprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Bei seinem Besuch in Seoul am Wochenende hatte sich Biden mit Südkoreas neuem Präsidenten Yoon Suk Yeol darauf verständigt, dass ihre Länder wegen der Bedrohung durch Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm über den Ausbau der gemeinsamen Militärmanöver beraten werden. Nordkorea sieht in den Militärübungen der USA in Südkorea eine Provokation.

Beim jüngsten Test flog die mutmassliche ICBM den Angaben Südkoreas zufolge bei einer Flughöhe von bis zu 550 Kilometern etwa 360 Kilometer weit. Es habe sich möglicherweise um die grösste ICBM des Landes vom Typ Hwasong-17 gehandelt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Zu ICBM zählt man Raketen, die eine Reichweite von mehr als 5500 Kilometern haben.

Auch sollen zwei mutmassliche Kurzstreckenraketen (SRBM) abgefeuert worden sein. Einer der Tests sei offenbar fehlgeschlagen. Eine Rakete sei «verschwunden», nachdem sie eine Flughöhe von 20 Kilometern erreicht habe, hiess es. Die zweite SRBM flog nach Militärangaben etwa 760 Kilometer weit, bei einer Flughöhe von maximal 60 Kilometern.

Südkoreas Verteidigungsminister Lee Jong Sup und sein US-Kollege Lloyd Austin bekräftigten nach Angaben Seouls am Telefon, die erweiterte Abschreckung der USA verstärken zu wollen. Unter «erweiterter Abschreckung» verstehen die USA die «volle Bandbreite» ihrer militärischen Fähigkeiten zur Verteidigung Südkoreas – einschliesslich Atomwaffen.

(yam/sda/dpa)

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