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FILE - In this July 18, 2012, file photo, then Vice Marshal Hyon Yong Chol applauds during a meeting in Pyongyang, North Korea. North Korean leader Kim Jong Un ordered his defense chief Hyon Yong Chol executed with an anti-aircraft gun for complaining about the young ruler, talking back to him and sleeping during a meeting presided over by Kim, South Korea's spy agency told lawmakers Wednesday, May 13, 2015, citing what it called credible information. (AP Photo/Jon Chol Jin, File)

Archivaufnahme (18.07.2012) von Hyon Yong Chol in Pjöngjang. Bild: Jon Chol Jin/AP/KEYSTONE

Südkorea rudert zurück: Liess Kim seinen Minister doch nicht vor eine Kanone binden?



Südkoreas Geheimdienst hat am Donnerstag zuvor kolportierte Angaben zur Absetzung und Hinrichtung des nordkoreanischen Verteidigungsministers Hyon Yong Chol relativiert. Der Minister sei zwar entlassen worden. Informationen über eine Hinrichtung konnten aber bislang nicht verifiziert werden.

Das sagte ein Sprecher des Geheimdiensts NIS der Nachrichtenagentur AFP. Die Geheimdienstberichte, denen zufolge er hingerichtet worden sein könnte, hätten noch nicht überprüft werden können.

Aus südkoreanischen Parlamentskreisen war am Mittwoch verlautet, dass der Minister Ende April vor hunderten Zuschauern mit Flugabwehrgeschützen hingerichtet worden sei. Demnach soll er unter anderem für Kritik an Machthaber Kim Jong Un bestraft worden sein.

Die Nachrichtenagentur Yonhap, welche die Informationen verbreitet hatte, berief sich auf Äusserungen von NIS-Vizechef Han Ki Beom vor einem Parlamentsausschuss.

Der südkoreanische Geheimdienst NIS hat eine durchwachsene Bilanz, was die Qualität seiner Berichte angeht. Einige Angaben erwiesen sich in der Vergangenheit als falsch.

Cheong Seong Chang vom Sejong-Institut in Seoul bezeichnete den NIS-Bericht über die angebliche Hinrichtung Hyons bereits am Mittwoch als «unüberlegt». Es handle sich um «wackelige, unbestätigte Geheimdienstberichte», sagte er.

Minister Hyon war bislang zu Kims engstem Umfeld gezählt worden. Er hatte den Posten des Verteidigungsministers erst vor knapp einem Jahr übernommen. Zuletzt wurde er bei Musikaufführungen am 27. und 28. April in der Öffentlichkeit gesehen.

Kim war seinem Vater Kim Jong Il nach dessen Tod Ende 2011 an der Staatsspitze nachgefolgt. Wiederholt tauschte er seitdem hochrangige Verteidigungskader aus. Ende 2013 wurde Kims Onkel Jang Song Thaek als «Verräter» hingerichtet. (sda/afp)

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