International
Papst

Papst Franziskus entkam auf Reise im Irak zwei Mordanschlägen

FILE
2021 besuchte Franziskus als erster Papst das Zweistromland.Bild: keystone

Papst Franziskus entkam auf Reise im Irak zwei Mordanschlägen

Papst Franziskus soll während einer Reise zwei Anschlägen auf sein Leben entgangen sein. Das enthüllt er in seinen Memoiren.
18.12.2024, 11:43
Simone Bischof / t-online
Mehr «International»
Ein Artikel von
t-online

Zwei Anschlagsversuche auf Papst Franziskus sind während seiner historischen Irakreise im Jahr 2021 vereitelt worden, wie der Papst in seiner Autobiografie bekannt gab. Darunter sei auch ein geplantes Attentat durch einen Selbstmordattentäter gewesen.

Der Papst schrieb, er sei vom britischen Geheimdienst gewarnt worden. Demnach sei eine junge Frau mit Sprengstoff auf dem Weg nach Mossul im Norden des Irak gewesen, um sich während seines Besuchs in die Luft zu sprengen. Franziskus fügte hinzu, ihm sei auch mitgeteilt worden, ein Lieferwagen sei «mit hoher Geschwindigkeit und derselben Absicht losgefahren». Der Papst, der am Dienstag 88 Jahre alt geworden ist, schildert das in seinen Memoiren, die laut dem Kösel-Verlag unter dem Titel «Spera» (auf Deutsch: Hoffe!) am 14. Januar 2025 zeitgleich in 80 Ländern veröffentlicht werden sollen.

Pope Francis walks down the steps of an airplane as he arrives at Baghdad international airport, Iraq, Friday, March 5, 2021. Pope Francis heads to Iraq to urge the country's dwindling number of  ...
Papst Franziskus bei seiner Ankunft in Bagdad, 5. März 2021.Bild: keystone

«Als ich am nächsten Tag die Gendarmerie des Vatikans fragte, was über die beiden Attentäter bekannt sei, antwortete der Kommandant lakonisch: ‹Es gibt sie nicht mehr›», schrieb das katholische Kirchenoberhaupt in dem Buch weiter, von dem ein Auszug in der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» veröffentlicht wurde. Die irakische Polizei habe sie abgefangen und «zur Explosion gebracht». Franziskus habe das «tief getroffen», er bewertete die versuchten Mordanschläge als «vergiftete Frucht des Krieges.»

Besuch im Irak war umstritten

Wegen Sicherheitsbedenken und der damals anhaltenden Coronavirus-Pandemie galt der Irak-Besuch des Papstes von Anfang an als risikoreich. Dennoch zog Franziskus sein Programm durch. Er erklärte, er sei entschlossen gewesen, in den Irak zu gehen, weil es ein Land mit einer reichen biblischen Geschichte und einer der ältesten christlichen Gemeinden der Welt sei.

Während der Reise zeigte er seine Solidarität mit den verfolgten Christen im Land und hielt ein historisches Treffen mit Grossajatollah al-Sistani ab, einer der führenden Autoritäten des schiitischen Islam. Es war der erste Besuch eines Papstes in dem Land.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
    Eine der letzten: Code-Knackerin mit 101 Jahren gestorben

    Im Zweiten Weltkrieg half sie den Briten beim Knacken verschlüsselter Nachrichten: Charlotte «Betty» Webb war eine der letzten Code-Knackerinnen von Bletchley Park – nun ist sie im Alter von 101 Jahren gestorben, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete.

    Zur Story