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Nasa-Sonde stürzt unkontrolliert auf die Erde – Einschlagsort unbekannt

Früher als erwartet: Nasa-Sonde stürzt unkontrolliert auf die Erde

Heute stürzt eine 600-Kilogramm-Sonde der Nasa unkontrolliert auf die Erde – acht Jahre früher als erwartet. Wo die Trümmer niedergehen werden, ist offen.
10.03.2026, 17:4510.03.2026, 17:45
Marcel Horzenek / t-online
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Eine Nasa-Forschungssonde hat ihre Zeit in der Erdumlaufbahn rund acht Jahre früher als geplant beendet: Die Van-Allen-Sonde A soll laut der US-Weltraumbehörde am heutigen Dienstag gegen 23.45 Uhr deutscher Zeit unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten. Das Zeitfenster für den Wiedereintritt reicht dabei bis zu 24 Stunden in beide Richtungen. Nasa und US Space Force beobachten den Vorgang und aktualisieren ihre Prognosen fortlaufend.

Van-Allen-Sonden A und B: Ihre gesammelten Daten fließen noch heute in die Erforschung des Weltraumwetters ein. (Quelle: Nasa)
Van-Allen-Sonden A und B: Ihre gesammelten Daten fließen noch heute in die Erforschung des Weltraumwetters ein.bild: nasa

Aktive Sonne beschleunigt den Absturz

Ursprünglich sollten beide Van-Allen-Sonden erst 2034 zur Erde zurückkehren. Als die Mission 2019 endete, gingen Wissenschaftler noch von diesem Zeitplan aus. Doch der aktuelle Sonnenzyklus verlief weit aktiver als erwartet: Wie die Nasa mitteilt, hatte die Sonne im Jahr 2024 ihr solares Maximum erreicht, was intensive Weltraumwetterereignisse auslöste.

Diese Aktivität liess die Erdatmosphäre stärker ausdehnen und erhöhte so den Luftwiderstand für Raumfahrzeuge in niedrigen Umlaufbahnen. Dadurch wurde die Van-Allen-Sonde A schneller abgebremst als berechnet – und trifft nun deutlich früher auf die Erde.

Sieben Jahre Messungen in einer gefährlichen Region

Die Van-Allen-Sonden A und B starteten am 30. August 2012. Sie waren ursprünglich nur für zwei Jahre ausgelegt, tatsächlich sammelten sie fast sieben Jahre lang Daten. Benannt sind sie nach dem Physiker James Van Allen, der die nach ihm benannten Strahlungsgürtel der Erde entdeckte. Diese Gürtel bestehen aus geladenen Teilchen, die im Magnetfeld der Erde eingefangen sind. Sie schützen die Erde vor kosmischer Strahlung und dem Sonnenwind. Für Astronauten und elektronische Geräte sind die Strahlungsgürtel jedoch gefährlich – weshalb Raumfahrzeuge diese Zone gewöhnlich so schnell wie möglich durchqueren.

Die Van-Allen-Sonden waren laut Nasa die ersten Raumfahrzeuge, die speziell dafür entwickelt wurden, dort über mehrere Jahre hinweg zu operieren und Messdaten zu liefern. Das von der Johns Hopkins University Applied Physics Lab betreute Nasa-Programm erzielte dabei mehrere bedeutende Erkenntnisse. Darunter war der erste Nachweis eines vorübergehenden dritten Strahlungsgürtels, der sich in Phasen starker Sonnenaktivität bilden kann.

Die gesammelten Daten fliessen noch heute in die Erforschung des Weltraumwetters ein und helfen dabei vorherzusagen, wie Sonnenstürme Satelliten, Astronauten sowie Infrastruktur auf der Erde – etwa in Kommunikations-, Navigations- und Stromnetzen – beeinflussen können.

Geringe Gefahr für Menschen auf der Erde

Das Raumfahrzeug wiegt rund 600 Kilogramm. Laut Nasa soll der Grossteil davon beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen. Einzelne Bauteile könnten den Wiedereintritt jedoch überstehen und auf die Erdoberfläche treffen. Das Risiko, dass dabei ein Mensch zu Schaden kommt, gibt die Behörde mit etwa 1 zu 4'200 an. Da die Erde zu rund 70 Prozent von Wasser bedeckt ist, landen Überreste dieser Art nach Einschätzung der Nasa mit hoher Wahrscheinlichkeit im offenen Ozean.

Wo genau die Trümmer niedergehen werden, lässt sich erst kurz vor dem Ereignis zuverlässig eingrenzen. Die Schwestersonde Van-Allen-Probe B soll frühestens 2030 in die Erdatmosphäre eintreten.

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