International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Urbi et Orbi»: Der Papst verurteilt Terror und geisselt «geldgierige Ausbeutung»

Bild: X90039



«Blind» und «grausam»: Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft den weltweiten Terror verurteilt und an die Opfer der jüngsten Anschläge erinnert.

Gerade am Osterfest verspüre man «Nähe zu den Opfern des Terrorismus, jener blinden und grausamen Form von Gewalt, die nicht aufhört, unschuldiges Blut in vielen Teilen der Erde zu vergiessen», sagte der 79-Jährige am Sonntag vor Tausenden Pilgern aus aller Welt.

Von der Loggia des Petersdoms aus sprach er den traditionellen Segen «Urbi et Orbi», der Stadt und dem Erdkreis.

Faithful crowd the square during the Easter Holy mass celebrated by Pope Francis in in St. Peter's square at, at the Vatican, Sunday, March 27, 2016. Pope Francis is celebrating Easter Sunday Mass in St. Peter’s Square, where tens of thousands of faithful are patiently enduring tight security. (Angelo Carconi/ANSA via AP Photo)  ITALY OUT

Zehntausende verfolgen den traditionellen Ostersegen auf dem Petersplatz.
Bild: AP/ANSA

Der Papst prangerte in seiner Osterbotschaft Kriege, Gewalt und menschliches Leid überall auf der Welt an. «Angesichts der geistigen und moralischen Abgründe der Menschheit, angesichts der Leere, die sich in den Herzen zeigt und Hass und Tod hervorbringt, kann nur eine unendliche Barmherzigkeit uns Rettung bringen», sagte er.

«Die Welt ist voll von Menschen, die an Leib und Seele leiden, während die Nachrichten sich mit Meldungen über grausame Verbrechen füllen.»

«Geldgierige Ausbeutung»

Zudem geisselte er eine Misshandlung der Erde durch «geldgierige Ausbeutung», durch die sich die Gleichgewichte der Natur verschöben. «Ich denke besonders an die Bereiche, die von den Wirkungen des Klimawandels betroffen sind.» Der Papst bat um Frieden für Krisen und Konflikte und sprach den verfolgten Christen in aller Welt Mut zu.

Pope Francis delivers the Urbi et Orbi (to the city and to the world) message at end of the Easter mass, in St. Peter's Square, at the Vatican, Sunday, March 27, 2016. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Papst Franziskus auf dem Balkon des Petersdoms.
Bild: Gregorio Borgia/AP/KEYSTONE

Den Segen verfolgten neben den Menschen in Rom Millionen Gläubige im TV. Er markierte den Höhepunkt der traditionellen Osterfeiern in Rom.

Zuvor hatte Franziskus auf dem festlich geschmückten Petersplatz die Ostermesse gefeiert. Die Feierlichkeiten fanden in diesem Jahr unter massiv verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund um den Vatikan waren deutlich mehr Polizisten im Einsatz, die Einlasskontrollen wurden nochmals verschärft.

Franziskus erinnerte auch an die vielen Menschen «die in eine bessere Zukunft unterwegs sind, die immer grösser werdende Schar der Migranten und Flüchtlinge». Oft begegneten diese Menschen «Tod oder erfahren die Zurückweisung derer, die Aufnahme und Hilfe anbieten könnten». Er forderte, die Politik müsse den Menschen in den Mittelpunkt stellen sowie den Opfern von Konflikten helfen und sie schützen.

Für die Friedensgespräche zum Syrien-Konflikt drückte der Papst seine Hoffnung aus, «dass man mit dem guten Willen und der Zusammenarbeit aller Früchte des Friedens ernten» könne. Auch für den Irak, Jemen und Libyen bat er um «eine fruchtbare Begegnung der Völker und der Kulturen».

Im Heiligen Land müsse es zwischen Israel und den Palästinensern einen «gerechten und dauerhaften Frieden mittels direkter und aufrichtiger Verhandlungen» geben, fügte das katholische Kirchenoberhaupt hinzu. Auch für die Konflikte in der Ukraine und in vielen afrikanischen Ländern bat der Papst um Frieden und Lösungen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Herr, vergib uns so viel Grausamkeit»: Papst besucht Auschwitz

Papst Franziskus hat im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz in aller Stille der Holocaust-Opfer gedacht und Gott um Vergebung für die Gräueltaten gebeten. Er traf auch Überlebende sowie Menschen, die im Nationalsozialismus Juden vor dem Tod retteten.

Bei einem knapp zweistündigen Besuch im Stammlager sowie im nahe gelegenen Vernichtungslager Birkenau hielt der Papst am Freitag immer wieder inne, um zu beten und seine Gedanken den Ermordeten zu widmen.

In Auschwitz-Birkenau töteten die Nazis …

Artikel lesen
Link zum Artikel