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Kreml stellt Bedingungen an Kiew für Teilwaffenruhe

epa12603513 Russian President Vladimir Putin (R), with Kremlin spokesman Dmitry Peskov, arrives to his annual live broadcast press conference with Russian federal, regional, and foreign media at the G ...
Dmitri Peskow (links) und Wladimir Putin stellen der Ukraine eine Teilwaffenruhe in Aussicht.Bild: keystone

Kreml stellt Bedingungen an Kiew für Teilwaffenruhe

20.03.2026, 14:1320.03.2026, 14:13

Die russische Führung hat im Krieg gegen die Ukraine eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen in Aussicht gestellt – unter bestimmten Bedingungen.

Kiew müsse dazu die Attacken gegen die russische Öl- und Gasinfrastruktur einstellen und die «Erpressung anderer Länder, darunter auch Mitgliedstaaten der EU» im Energiesektor beenden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Zuletzt hatte Russland ukrainische Drohnenattacken auf Kompressorstationen für eine Gaspipeline in die Türkei beklagt. Nach Darstellung Moskaus führen solche Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu weiteren Steigerungen beim Öl- und Gaspreis.

Mit dem Stichwort Erpressung nahm Peskow Stellung zum Streit zwischen Kiew und Budapest um die Pipeline «Druschba», über die Ungarn Öl aus Russland erhält. Ein Abschnitt der Leitung in der Westukraine war nach Angaben aus Kiew durch russische Angriffe beschädigt worden. Budapest wirft Kiew vor, die Durchleitung von Öl zu verhindern. Ungarn hat in dem Zusammenhang die Auszahlung von Milliardenkrediten der EU an die Ukraine blockiert.

Friedensverhandlungen stocken

Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren laufenden russischen Angriffskriegs pausieren derzeit. An diesem Samstag sind Gespräche zur Ukraine geplant. Es handle sich um Verhandlungen der Ukrainer mit den – in dem Konflikt als Vermittler agierenden – USA, sagte Peskow. Russland ist nach seinen Angaben bei dem Treffen nicht dabei, wartet aber auf einen Termin zu trilateralen Gesprächen. (sda/dpa/nil)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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future--?
20.03.2026 14:24registriert November 2023
Putin bietet mit gespaltener Zunge eine Teilwaffenruhe an – während seine Raketen täglich ukrainische Städte treffen und seine Truppen fremdes Land besetzt halten. Dass ausgerechnet er Bedingungen stellt, als wäre er das Opfer dieses Krieges, ist eine Verhöhnung der Tausenden Ukrainer, die er in vier Jahren Angriffskrieg getötet hat. Wer Frieden will, Putin, zieht seine Soldaten zurück – alles andere ist Propaganda.
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WatSohn?
20.03.2026 15:18registriert Juni 2020
Wenn der Kreml sich um Frieden bemüht-auch wenn es sich dabei nur um einen Teilfrieden handelt- heisst das konkret, dass Russland ein Problem hat. Und das wiederum heisst für die Ukraine, genau so weitermachen und Putin die kalte Schulter zeigen.
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future--?
20.03.2026 14:23registriert November 2023
Moskaus Angebot einer Teilwaffenruhe klingt nach Diplomatie, ist aber in erster Linie ein Versuch, die Ukraine von ihrer wirksamsten asymmetrischen Waffe – den Drohnenangriffen auf russische Energieinfrastruktur – abzubringen. Dass Russland gleichzeitig die Ukraine für Schäden an einer Pipeline verantwortlich macht, die es selbst durch seinen Angriffskrieg beschädigt hat, ist dreist bis zur Unverfrorenheit. Eine echte Waffenruhe beginnt nicht mit Vorbedingungen des Aggressors – sondern mit dem Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine.
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