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Ukrainischer Geheimdienst glaubt, Putin könnte Opfer eines Giftangriffes werden

Der ukrainische Geheimdienst glaubt an einen baldigen Giftangriff auf Putin. Dieser hegt laut Joe Biden selber abscheuliche Pläne für die Ukraine.
23.03.2022, 09:5330.03.2022, 16:34
Samuel Schumacher / ch media

Glaubt man dem ukrainischen Geheimdienst, dann droht dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bald grosses Ungemach aus den eigenen Reihen. Eine «Vergiftung, eine plötzliche Erkrankung oder ein anderer Zufall» seien nicht ausgeschlossen, behauptet die oberste Geheimdirektion des Landes.

FSB-Chef Alexander Bortnikow (links) und der russische Präsident Wladimir Putin haben einst gemeinsam beim KGB gedient.
FSB-Chef Alexander Bortnikow (links) und der russische Präsident Wladimir Putin haben einst gemeinsam beim KGB gedient.Bild: keystone

Hinter dem möglichen Komplott gegen den 69-jährigen Kreml-Chef sollen einflussreiche Kreise rund um den russischen Geheimdienst FSB, der Nachfolgeorganisation des KGB, stehen. Sie hätten genug von Putins kriegerischen Plänen und den harten Sanktionen, mit denen die Welt auf Russlands Angriffskrieg reagiert habe, zitiert die britische Zeitung «Mirror» aus dem ukrainischen Geheimdienstbericht.

«Mirror»: Putins Nachfolger steht bereits fest

Laut der Zeitung steht auch bereits fest, wer Putin im Falle eines erfolgreichen Komplotts ersetzen soll: Als Nachfolger ist kein geringerer als der derzeitige FSB-Chef Alexander Bortnikow vorgesehen. Der 70-Jährige, der einst gemeinsam mit Putin beim KGB gedient hatte, gilt eigentlich als enger Vertrauter des russischen Präsidenten.

Jüngst aber kursierten Gerüchte, dass Bortnikow Putin nur ungenügend über die Zustände in der Ukraine informiert und damit indirekt zum militärischen Versagen der Russen beigetragen haben. Hartnäckig hält sich das Gerücht, der FSB habe in einem Fall sogar Informationen über einen bevorstehenden Angriff tschetschenischer Einheiten auf Kiew an die ukrainische Seite weitergegeben.

Geiselnahme in Moskau zeigt russisches C-Waffen-Potenzial

Wie dem auch sei: Putin ist nicht der einzige, der sich vor einem möglichen Giftangriff fürchten muss. Laut dem US-Präsidenten Joe Biden plant der kriegerische Kreml-Chef seinerseits, mit biologischen oder chemischen Waffen die Ukraine anzugreifen. Man habe glaubhafte Hinweise darauf, dass Putin über dein Einsatz sogenannter B-Waffen (kriegerisch eingesetzte Krankheitserreger wie Pocken oder Anthrax) oder C-Waffen (Nervengas, Giftgas oder sonstige chemische Schadstoffe) nachdenke.

Russland behauptet zwar, 2017 seine letzten Bestände der international geächteten Chemie-Waffen vernichtet zu haben. Russische Agenten haben danach aber mindestens zweimal den sowjetischen Nervenkampfstoff Nowitschok gegen unliebsame Zeitgenossen eingesetzt: 2018 im britischen Salisbury gegen den Ex-Spion Sergej Skripal und 2020 gegen den Oppositonspolitiker Alexej Nawalny.

Die Sowjetunion beschäftigte bis zu ihrer Auflösung rund 70000 Angestellte in der Abteilung «Biopreparat», die B- und C-Waffen erforschte und herstellte. Bis heute gibt es militärische Laboratorien, die noch nie von internationalen Beobachtungsmissionen besucht werden konnten. Den russischen Vorwurf, dass auch die Ukrainer mit Hilfe der Amerikaner in Geheimlabors an verbotenen Kampfstoffen forscht, bestreitet die ukrainische Seite vehement.

Andrew Weber, US-Experte für Bio- und Chemiewaffen und Ex-Mitarbeiter beim US-Verteidigungsministerium, sagte dem TV-Sender CBC, es sei durchaus «wahrscheinlich», dass Russland B- oder C-Waffen gegen die Ukraine einsetzen werde.

«Die russischen Truppen kommen militärisch nicht vom Fleck. Deshalb wenden sie immer brutalere Waffen an.»

Ein Einsatz von Bio- oder Chemiewaffen wäre laut Weber ein klares Kriegsverbrechen, das Putin und seiner Führungsgarde in zukünftigen Verfahren vor internationalen Strafgerichten vorgeworfen werden könnte.

«Keine Zeit mehr», steht auf dem Wandgemälde in der polnischen Stadt Danzig. Putin ist umrahmt von Adolf Hitler und Josef Stalin.
«Keine Zeit mehr», steht auf dem Wandgemälde in der polnischen Stadt Danzig. Putin ist umrahmt von Adolf Hitler und Josef Stalin.Bild: keystone

Welche Waffen Putin konkret einsetzen könnte, ist laut Weber schwierig abzuschätzen. Nebst tödlichen Nervengift-Substanzen wie Nowitschok oder «VX» hat Russland auch Erfahrung mit dem Einsatz von anästhetischen Aerosolen, mit denen grosse Menschenmassen betäubt werden können.

Entsprechende Gase setzte Russland etwa im Oktober 2002 ein, um die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater zu beenden. Nebst den Geiselnehmern starben damals 125 Unschuldige an den Folgen des Gas-Einsatzes. (saw/bzbasel.ch)

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quelle: keystone / alejandro zepeda
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56 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bits_and_More
23.03.2022 10:11registriert Oktober 2016
Gerade bei der Info zu einem möglichen Anschlag auf Putin bin ich skeptisch ob es hierfür wirklich Beweise gibt oder ob es Propaganda / psychologische Kriegsführung ist. Wenn nun Putin ebenfalls Zweifel in Richtung FSB-Führung bekommt, würde es die Situation weiter destabilisieren. Ob dadurch der Krieg schneller beendet oder noch weiter Eskaliert, ist kaum abzuschätzen.
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Salvatore_M
23.03.2022 10:16registriert Januar 2022
Egal wie stark die Gerüchteküche brodelt, Hauptsache der elende Putin wird aus dem Kreml „entfernt”.

1991 hatten Glasnost und Perestroika für das Ende des kalten Krieges gesorgt. Und genau dies braucht es jetzt in Russland erneut.
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rolf.iller
23.03.2022 10:57registriert Juli 2014
Wenn es eine Verschwörung tatsächlich gibt, dann erfahren wir davon, wenn Putin in einer Holzbox liegt.

Falls es noch ein paar Ideen braucht, Polonium sei sehr gut für Vergitftungsattentate geeignet, habe ich mir sagen lassen.
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