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Russland

Russland: Sohn von Kremlsprecher Dmitri Peskow kämpfte in der Ukraine

ARCHIV - Putins Sprecher Dmitri Peskow. Foto: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Die meisten Kinder der russischen Elite drücken sich angeblich vor dem Kriegseinsatz – nicht so der Sohn des Kremlsprechers Dmitri Peskow (hier im Bild).Bild: sda

Sohn von Kremlsprecher Dmitri Peskow kämpfte in Ukraine

22.04.2023, 19:1222.04.2023, 19:14
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Der Sohn von Kremlsprecher Dmitri Peskow hat im russischen Krieg gegen die Ukraine nach Angaben der Privatarmee Wagner an der Seite von deren Söldnern gekämpft.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin teilte am Samstag mit, dass sich Peskow selbst an ihn gewandt habe wegen des Kriegseinsatzes. Er riet dem Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin demnach, seinen Sohn nicht in die regulären Truppen des Verteidigungsministeriums zu schicken. Der Wagner-Chef kritisiert immer wieder die schlechte Ausrüstung und mangelhafte Ausbildung und Führung der Soldaten.

Peskows Sohn habe nach einer Ausbildung von drei Wochen unter falschem Namen als Artillerist im umkämpften Gebiet Luhansk gedient, sagte Prigoschin, der den Einsatz als vorbildlich lobte. Die Kinder der meisten Vertreter der russischen Elite drückten sich vor dem Kriegseinsatz. «Die Eltern verstecken sie», klagte der 61-Jährige. Die Söhne würden an die Uni geschickt, wo sie freigestellt seien vom Dienst an der Waffe. Dagegen würden die Kinder von Arbeitern in dem Krieg sterben.

Prigoschin legte keine Belege für den Einsatz des Peskow-Sohnes vor, der lange in Grossbritannien gelebt hatte und mit westlichen Sanktionen belegt ist. Auch eine Reaktion von Peskow, der sonst schnell reagiert, gab es zunächst nicht auf die auch von Staatsmedien aufgegriffene Nachricht. Prigoschin sagte, dass Peskow versucht habe, seinem Sohn den Kriegseinsatz auszureden.

Niemand in der Truppe habe von der Aktion gewusst. «Darüber habe nur ich Bescheid gewusst und der Chef des Kaderdienstes», sagte Prigoschin. «Er hat Mut und Heldentum gezeigt - genauso, wie alle.» Jetzt sei der Sohn von Peskow nach sechs Monaten Dienst im Urlaub. Der Wagner-Chef wirbt immer wieder damit, dass er seine Kämpfer besser behandele, ausrüste und bezahle als die reguläre russische Armee ihre Soldaten. (sda/dpa)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Juliet Bravo
22.04.2023 19:32registriert November 2016
Ist sehr wahrscheinlich eine Russische Propaganda-Geschichte.
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Juliet Bravo
22.04.2023 20:18registriert November 2016
Peskow Junior wurde noch letzten Herbst von einem Youtuber veräppelt. Da hatte er dem vermeintlichen Aushebungsoffizier noch mit Papi Peskow gedroht, sollte der ihn ausheben.
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Lowend
22.04.2023 20:15registriert Februar 2014
Ich habe aus zuverlässigen Quellen im Kreml vernommen, dass sogar der Massenmörder von St. Petersburg immer wieder inkognito an die Front fährt und dort seine Soldaten oben ohne und auf Bären reitend zeigt, wie man ungestraft Menschen in Massen mordet. 😎
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