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So plump versuchte der Kreml Putins Abwesenheit zu verschleiern

16.03.2015, 10:3216.03.2015, 16:31

Mehr als zehn Tage ist es mittlerweile her, seit der russische Staatschef das letzte Mal öffentlich aufgetreten ist. 

5. März: Treffen mit Matteo Renzi im Kreml – sein letzter verbriefter öffentlicher Auftritt

Bild: EPA/RIA NOVOSTI POOL

Seither: Funkstille. Mehrere geplante öffentliche Auftritte wurden von der russischen Regierung abgesagt – meist ohne Begründung. Die Gerüchteküche brodelt derweil Tag und Nacht. 

Diese Gerüchte kursieren:

  • Putin ist an der Grippe erkrankt und hat sich zur Erholung auf sein Landgut zurückgezogen.
  • Putin leidet an hartnäckigen Rückenproblemen.
  • Ein Botox-Eingriff lief schief.
  • Seine angebliche Freundin Alina Kabajewa brachte in der Schweiz ihr Kind zur Welt – in Begleitung Putins.
  • Putin befindet sich in einem Atombunker, tief unter der Erdoberfläche.
  • Putin leidet an Krebs in fortgeschrittenem Stadium.
  • Putin erlitt einen Schlaganfall.
  • Oder: Putin ist tot – ein Gerücht, das als Hashtag in russischen sozialen Medien die Runde macht.
  • Im Kreml ist ein Machtkampf ausgebrochen – mit dem schlechteren Ende für Putin, der seither in der russischen Hauptstadt festgehalten wird.

Natürlich dauert es nicht lange, bis sich das Web über die Mutmassungen zum Verbleib Putins lustig machte:

Putins Sprecher sind mit dem Latein am Ende

Zwar versuchten Sprecher des Kremls, die Gerüchte zu zerstreuen, aber ohne grossen Erfolg. Es scheint, als wären die Kommunikationsprofis im Kreml mit ihren Beschwichtigungsversuchen am Ende. Putin gehe es ausgezeichnet, sein Händedruck sei so stark, dass er «dir die Hände brechen könnte», hiess es noch am Freitag aus Moskau. 

Am Sonntagabend dann sagte Kremlsprecher Dimitri Peskow gegenüber Medien auf Fragen nach dem Verbleib und dem Gesundheitszustand Putins: «Das Thema ist beendet.»

Kremlsprecher Dimitri Peskov in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014
Kremlsprecher Dimitri Peskov in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014Bild: MAXIM SHEMETOV/REUTERS

Zuvor sagte Peskov im Scherz, er werde einen Wettbewerb für das beste Putin-Gerücht vergeben.

Gefälschte Fotos?

Die vom Kreml in der vergangenen Woche veröffentlichten Fotos, die die Spekulationen beenden sollten, erreichten das Gegenteil. 

Denn: Kurz nach Erscheinen der Fotos vermeldeten lokale Medien, dass die Treffen bereits Tage, wenn nicht Wochen zuvor stattgefunden hätten. Dass vorübergehende Abwesenheiten des Präsidenten mit Archivmaterial überbrückt werden, sei nichts Neues, berichtet am Montag der Tages-Anzeiger.

8. März: Putin gratuliert russischen Müttern – die Aufnahme sollen aber vom 5. März stammen

Bild: EPA/RIA NOVOSTI POOL

11. März: Putin trifft den Führer der Republik Karelien – laut einer russischen Zeitung erfolgte das Treffen bereits am 4. März

Bild: AP/RIA Novosti Kremlin

13. März: Angebliches Treffen zwischen Putin und dem Präsidenten des obersten Gerichtshofs – auch hier ist unklar, wann die Aufnahme tatsächlich erfolgte

Bild: EPA/RIA NOVOSTI POOL

Heute nun soll sich der russische Präsident wieder in der Öffentlichkeit zeigen. Für Montag ist nämlich ein Meeting mit seinem kirgisischen Amtskollegen Almasbek Atambajew in St.Petersburg anberaumt. Blöd nur, dass eine Kreml-Sprecherin bereits am Freitag über die Gespräche berichtet hatte – in der Vergangenheitsform. Die Meldung kam also drei Tage zu früh. 

bild: screenshot/laake.com

Wie lange ist Putin nun also genau verschwunden? Exakt zehn Tage, 18 Stunden, einige Minuten und ein paar Sekunden. Wer immer auf dem aktuellen Stand sein will: Hier geht's lang. (wst)

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