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Russland investiert in seine Vergangenheit: Neue Stiftung soll historisches Erbe hochhalten



Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Gründung einer neuen Geschichtsstiftung angeordnet. Offizielles Ziel ist es, die Geschichte des Landes im In- und Ausland zu verbreiten und «das historische Erbe und die Traditionen des russischen Volks» zu schützen.

epa04430194 Russia's State Duma speaker Sergey Yevgenyevich Naryshkin (L) shakes hands with Ruedi Lustenberger (R), President of the Swiss National Council, at The Mission of Switzerland, in Geneva, Switzerland, 03 October 2014. Naryshin is on a visit to Switzerland for the 200 year anniversary of the diplomatic relations between Switzerland and Russia. The visit has been scheduled in September and has been annulated due to Russia's annexion of the Crimea.  EPA/SALVATORE DI NOLFI / POOL

Sergej Narischkin mit dem Schweizer CVP-Politiker Ruedi Lustenberger.
Bild: EPA/KEYSTONE POOL

Zum Leiter der Stiftung wurde Duma-Präsident Sergej Narischkin ernannt, wie es am Mittwoch im Erlass des Staatschefs hiess. Experten aus Hochschulen und Museen wurden in den Beirat berufen. Narischkin ist bekannt dafür, gegen die aus seiner Sicht «verfälschenden» Tendenzen in der Geschichtsschreibung über die Sowjetunion zu kämpfen.

Das Erbe der Sowjetzeit ist in Russland nach wie vor ein heikles Thema, vor allem die Rolle des Sowjetführers Josef Stalin ist umstritten. Dessen Ruhm geht vor allem auf den Sieg der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg zurück.

A man attends a religious service in memory of Soviet dictator Josef Stalin while marking the anniversary of Stalin's death in his hometown of Gori, Georgia, March 5, 2016. REUTERS/David Mdzinarishvili EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Um Stalin existiert noch immer ein Personenkult. 
Bild: DAVID MDZINARISHVILI/REUTERS

Er verkörperte zugleich die Industrialisierung des Landes, war aber auch für eine gnadenlose Repression verantwortlich, der Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Sowjetische Vergangenheit rehabilitieren

Die neue Stiftung sei der jüngste Versuch des Kremls, «die sowjetische Vergangenheit zu rehabilitieren», sagte der Geschichtsdozent Juri Zurganow von der Staatlichen Universität in Moskau. Historikern, die die Rolle Stalins kritisieren, wird in Russland oftmals mangelnder Respekt vor den Veteranen vorgeworfen.

Putin hatte bereits 2012 eine Stiftung zur Erforschung der russischen Militärgeschichte gegründet. Diese wird von Kulturminister Wladimir Medinski, einem engen Vertrauten des Präsidenten, geleitet und hat eine ähnliche Aufgabe wie die nun gegründete Einrichtung. (kad/sda/afp)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ensker 07.04.2016 15:20
    Highlight Highlight Geschichte soll behalten werden, egal ob schön oder nicht. Man kann vieles lernen davon
  • rodolofo 07.04.2016 08:21
    Highlight Highlight Von einer "Putin'schen Geschichtsschreibung" halte ich ebenso wenig, wie von Ptin's aktuellen Analysen und Verlautbarungen, nämlich rein gar nichts!
    Dieser ehemalige Geheimdienstler ist ein Spezialist der Tarnung und der Maskerade.
    Er betreibt Politik als Pokespiel, mit regungsloser Mine bluffend und um höchste Einsätze spielend.
    Das wichtigste Kapital aber hat er schon längst verspielt:
    Es heisst VERTRAUEN!
    Die "Panama Papers" zeigen, dass Putin und Konsorten nicht die einzigen Mafiosi sind auf dieser Welt.
    Das macht es nicht besser.
    Nach den Wutbürgern sollten MUTbürger Geschichte schreiben!

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