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Ban Ki-moon kritisiert Spital-Attacken in Aleppo

A woman sits amid damaged buildings in the rebel-held al-Myassar neighbourhood of Aleppo, Syria, September 27, 2016. REUTERS/Abdalrhman Ismail
Bilder wie dieses aus Aleppo lassen UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die Tonart verschärfen.Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Wieder Spitäler in Aleppo bombardiert – UNO-Chef Ban Ki Moon spricht von «Kriegsverbrechen»

28.09.2016, 20:4829.09.2016, 09:50
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Die Lage in Aleppo ist prekär: Zwei Spitäler im Rebellengebiet der syrischen Stadt Aleppo haben nach Angriffen ihren Betrieb eingestellt, Verwundete können kaum noch versorgt werden. UNO-Chef Ban Ki Moon verurteilt die Bombardements als Kriegsverbrechen — und die USA drohen mit dem Abbruch der Syrien-Gespräche.

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Ban Ki Moon.Bild: /AP/KEYSTONE

Sollte Russland die Angriffe auf Aleppo nicht stoppen, werde die USA die Syrien-Gespräche abbrechen, drohte US-Aussenminister John Kerry in einem Telefonat seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Kerry unterstrich, dass die USA Russland für die Situation in Aleppo verantwortlich machen, wie das amerikanische Aussenministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Mehr als 260 Tote in den letzten Tagen

Die russische Seite hatte noch am Vormittag erklärt, man setze die Verhandlungen mit den USA fort. In Aleppo mischten sich Kämpfer der gemässigten Opposition mit terroristischen Gruppen, sagte Lawrow nach Moskauer Angaben. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, die USA die moderaten Rebellen im Land.

Die Rebellengebiete im Osten Aleppos waren in den vergangenen Tagen den heftigsten Luftangriffen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 ausgesetzt. Mehr als 260 Menschen wurden bei den Bombardements getötet. Laut der UNO-Kinderhilfsorganisation UNICEF kamen allein seit Freitag mindestens 96 Kinder ums Leben.

«Die UNO hat schlicht versagt»
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) fordern von den Vereinten Nationen, Angriffe auf Spitäler und medizinisches Personal zu unterbinden. Der UNO-Sicherheitsrat habe «schlicht versagt» bei dem Versuch, die Lage in Syrien, im Jemen und anderswo zu ändern, sagte MSF-Präsidentin Joanne Liu am Mittwoch in New York. (tat/sda)

Geflogen werden die Angriffe von syrischen und russischen Kampfjets. Syrien und Russland stufen die überwiegend islamistischen Aufständischen in Aleppo als Terroristen ein.

Weisshelme fürchten «Völkermord»

Der Chef der syrischen Hilfsorganisation Weisshelme warnte vor dem völligen Zusammenbruch der Versorgung der Stadt. Die «zivilen Einrichtungen werden nicht in der Lage sein, noch länger als einen Monat die Versorgung sicherzustellen», sagte Raed Saleh der Nachrichtenagentur AFP.

23 Bilder aus Syrien, die zeigen: Es läuft komplett was schief.

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Diese 23 Bilder aus Syrien beweisen, dass gerade was komplett falsch läuft
Die Lage an der syrisch-türkischen Grenze ist prekär. Rund 40'000 Menschen warten darauf, das Bürgerkriegsland zu verlassen.
quelle: x03674 / ammar abdullah
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«Wenn es so weitergeht, rechne ich mit einem Völkermord», sagte Saleh. Die Menschen in Aleppo würden jede Gelegenheit zur Flucht nutzen, aber es gebe keinerlei sichere Zuflucht und keinerlei Schutz. Auch die Weisshelme, die sich aus der Bevölkerung rekrutierten und den zivilen Opfern im Krieg helfen, seien durch die Truppen von Präsident Baschar al-Assad tödlich bedroht.

Hilfsorganisationen werfen dem Regime und seinen Verbündeten vor, die Bombardierungen von Spitälern hätten sich zu einer Kriegstaktik entwickelt. Das humanitäre Völkerrecht verbietet derartige Taten, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz forderten am Mittwoch von den Vereinten Nationen, solche Angriffe zu unterbinden – bisher habe der UNO-Sicherheitsrat dabei versagt. (tat/sda/dpa/afp/reu)

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