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«Massaker» an Zivilisten in Butscha: Vorwürfe gegen Russland werden lauter

Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Gebiet rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew sorgen Fotos von getöteten Menschen im Vorort Butscha für Entsetzen. Aus der EU werden Vorwürfe eines Massakers lauter.
03.04.2022, 13:5103.04.2022, 16:56

Der Rückzug der russischen Streitkräfte um Kiew hat in den Vororten und Städten der Region erschreckende Beweise für Gräueltaten an der Zivilbevölkerung hinterlassen. So im Vorort Butscha, rund eine Autofahrstunde von Kiew entfernt: Als ukrainische Panzerkolonnen in Butscha einfuhren, fanden sie Strassen vor, die mit den Leichen von Zivilisten übersät waren. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen 280 Menschen in Massengräbern beerdigt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach am Sonntag von Horrorszenen nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Umgebung von Kiew. Auf Twitter verlangte sie eine unabhängige Untersuchung. Zugleich versicherte sie: «Kriegsverbrecher werden zur Verantwortung gezogen.»

Fotos aus der Stadt zeigen ein Bild der Verwüstung: Entlang einer Strasse reihten sich verkohlte und zerstörte Panzer und Fahrzeuge aneinander. Reporter von Agence France-Presse sahen mindestens 20 Leichen, alle in Zivilkleidung, die über eine einzige Strasse in Bucha verstreut waren. Die Leiche des vermissten ukrainischen Fotografen Maksim Levin wurde in einem nahe gelegenen Dorf entdeckt, berichtet «The Guardian».

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sagte der «Bild»-Zeitung: «Das, was in Butscha und anderen Vororten von Kiew passiert ist, kann man nur als Völkermord bezeichnen.» Zugleich machte er Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich dafür verantwortlich. «Es sind grausame Kriegsverbrechen, die Putin dort zu verantworten hat.»

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak teilte im Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto, auf dem erschossene Männer zu sehen waren. Einem der Männer waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit konnte nicht unabhängig geprüft werden. Auf einem anderen Foto waren Leichen auf einer Strasse zu sehen. «Die Hölle des 21. Jahrhunderts», kommentierte Podoljak.

Klitschko forderte: «Für die ganze Welt und insbesondere Deutschland kann es nur eine Konsequenz geben: Kein Cent darf mehr nach Russland gehen, das ist blutiges Geld, mit dem Menschen abgeschlachtet werden.» Ein Embargo auf russisches Gas und Öl müsse sofort kommen. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau nahm zu den Vorwürfen zunächst nicht Stellung.

EU will Beweise sammeln

Auch EU-Ratspräsident Charles Michel macht Russland für Gräueltaten in der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew verantwortlich. Der belgische Politiker warf den russischen Truppen am Sonntag im Internetdienst Twitter vor, in der Vorortgemeinde Butscha ein Massaker angerichtet zu haben. Die EU werde beim Sammeln von Beweisen helfen, um die Verantwortlichen vor internationale Gerichte stellen zu können. Zugleich kündigte er weitere EU-Sanktionen gegen Russland und Unterstützung für die Ukraine an.

(sda/van)

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quelle: keystone / anatoly maltsev
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179 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Vile
03.04.2022 14:03registriert Dezember 2021
Machen wir uns keine Illusionen, der Krieg selbst ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir werden sehen, wie sich all diese Behauptungen über russische Gräueltaten bestätigen. Diese Liste wird von Tag zu Tag länger. Und wenn wir Putin nicht als Kriegsverbrecher bezeichnen, ist das rein taktisch, denn fast alle von uns halten ihn für einen solchen.
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B-Arche
03.04.2022 13:59registriert Februar 2016
Und diese Leichen werden Ihnen präsentiert von Deutschland und der Schweiz die weiterhin hunderte Millionen täglich nach Russland überweisen für Erdgas. Auf dass die russische Kriegsmaschinerie ewig weiterlaufen kann. Der Wohlstand ist ja wichtiger.

Dann gerne dazu noch Wünsche die Ukraine möge doch kapitulieren damit "der Krieg endlich aufhört" und Putin als Grossmacht habe halt das Recht über den Vorhof zu entscheiden, das sei eben so und man müsse Realist sein....

Und man steht vor diesen Kommentaren und ekelt sich nur noch.
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rolf.iller
03.04.2022 14:58registriert Juli 2014
Die Bilder, die man Bucha auf Twitter und Telegram sieht sind grauenhaft. Das dreht einem den Magen um.

Zum Beispiel mehrere Leute, mit den Händen auf dem Rücken gefesselt, vor einem Haus liegen - Gesicht nach unten. Oder ein Bürgermeister und seine ganze Familie, die erschossen wurden. Der Bürgermeister selber liegt in einem Kanalschacht.

Das sind Tiere, die das machen. Putin und seine Mörderbande müssen zur bedingungslosen Kapitulation getrieben werden. Das ist kein Krieg nur gegen die Ukraine, das ist ein Krieg gegen den Westen und alles was Gut ist.
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