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Russland schickt alte T-54-Panzer aus den 1940ern in die Ukraine

Jetzt schickt Putin T-54-Panzer aus den 1940ern in die Ukraine

Russland geht das Material an der Front aus. Nun setzt Putin offenbar Panzer aus den 1940er-Jahren ein.
18.07.2024, 15:4118.07.2024, 15:41
Julian Alexander Fischer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Immer wieder tauchen Bilder von veraltetem Kriegsgerät der russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine auf. Der Materialverschleiss von Wladimir Putins Truppen ist hoch, die heimische Wirtschaft kommt oftmals mit der Produktion nicht hinterher – obwohl diese auf Hochtouren läuft.

Besonders im Fokus sind dabei die Panzer. Immer wieder gibt es Berichte, dass Russland die Panzer ausgehen. So soll Putin bereits 3'243 Panzer in der Ukraine verloren haben, berichtet die Open-Source-Intelligence-Website Oryx. Das führt offenbar zu skurrilen Massnahmen. So soll Russland nun Panzer des Modells T-54 in die Ukraine geschickt haben. Dieser wurde in den 1940er-Jahren produziert.

Uralt-Panzer aufgetaucht

Ukrainische Militärblogger haben in den vergangenen Tagen Videos geteilt, auf den das Altmodell auf einem Zug geladen zu sehen ist. Die Bilder stammen offenbar vom Bahnhof Uzunovo, 120 Kilometer südöstlich von Moskau. Es ist allerdings nicht eindeutig, von wann die Bilder stammen.

Zuvor gab es bereits Berichte, dass das Nachfolgemodell T-55 an der Front gesichtet wurde, das ab 1958 gebaut wurde. Schon damals reagierte die Öffentlichkeit spöttisch, ob des alten Geräts. Zum Vergleich: Der Leopard-2 wird seit 1978 produziert, der Vorgänger Leopard 1 ab 1965.

Der 36 Tonnen schwere T-54 ist technisch daher noch einmal deutlich rückschrittlicher – was auch Gefahren für die vierköpfige Besatzung, bestehend aus Kommandant, Fahrer, Richtschütze und Ladeschütze, birgt. So verfügen die Panzer auf den Videos über keine reaktive Panzerung. Dabei handelt es sich um beschichtete Kacheln, die gegnerische Geschosse durch eine Gegenexplosion ausschalten sollen. Angriffen von Panzerabwehrgranaten wäre das Modell in der Form schutzlos ausgeliefert.

Einsatz als Kamikaze-Panzer

Darüber hinaus ist die Panzerung überholt und sehr dünn, der Platz im Panzer ist äusserst beengt. Dementsprechend ist der Einsatz in einem Panzerduell nahezu unmöglich. Nutzlos ist der Panzer wohl dennoch nicht: So können Stellungen des Gegners mit der 100-mm-Kanone unter Beschuss genommen werden. Auch zur Feuerunterstützung ist der Panzer wohl noch geeignet.

Zudem gibt es noch eine ganz andere Möglichkeit, die Panzer einzusetzen, die bereits von einem Fall überliefert ist. So gab es vor rund einem Jahr Berichte von einem durch ukrainische Soldaten zerstörten T-54, der laut des russischen Verteidigungsministeriums mit 3,5 Tonnen Sprengstoff und fünf FAB-100-Bomben zu je rund 100 Kilo geladen war. Bei der Explosion sollen laut russischen Medien ukrainische Soldaten gestorben sein. So könnte eine weitere Verwendung als Kamikaze-Panzer stattfinden.

Russland verfügt über grosse Bestände des altgedienten Kampffahrzeugs, der T-54/55 ist der meistproduzierte Panzer der Welt. Mehr als 83'500 Stück wurden seit 1947 in der Sowjetunion hergestellt. Wohin die Panzer auf den aktuellen Bildern allerdings genau transportiert werden und wo sie zum Einsatz kommen, steht hingegen bisher nicht fest.

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