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FILE - This May 30, 2017 file photo, shows Saudi Crown Prince and Defense Minister Mohammed bin Salman, (MBS), in Moscow's Kremlin, Russia. The Wall Street Journal is reporting that Saudi officials have arrested two members of the royal family for allegedly plotting to oust King Salman and the son he has designated to succeed him, Crown Prince Mohammed bin Salman, Friday, March 6, 2020. (AP Photo/Pavel Golovkin, Pool, File)

Kronprinz Mohammed bin Salman. Bild: AP

Mehrere saudische Prinzen wegen Putsch-Plänen festgenommen



Wegen mutmasslicher Putsch-Pläne sind in Saudi-Arabien laut Medienberichten drei Prinzen festgenommen worden, darunter ein Bruder und ein Neffe von König Salman. Salmans Bruder Prinz Ahmed bin Abdulasis al-Saud und seinem Neffen Prinz Mohammed bin Najef werde Verrat zur Last gelegt.

Das berichtete die US-Zeitung «Wall Street Journal» unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Die beiden seien am Freitagmorgen zuhause von königlichen Wachen festgenommen worden. Ihnen werde ein Putsch zur Entmachtung des Königs und von Kronprinz Mohammed bin Salman zur Last gelegt, daher drohe ihnen lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

Auch die «New York Times» berichtete über die Putschvorwürfe. Nach ihren Informationen wurde auch Prinz Najefs jüngerer Bruder Prinz Nawaf bin Najef, festgenommen. Die saudiarabischen Behörden nahmen auf Nachfrage zunächst keine Stellung zu den Berichten.

Mit den Festnahmen könnte Kronprinz Mohammed seine Macht als de-facto-Herrscher weiter ausbauen. In der Vergangenheit hat er bereits prominente Geistliche, Prinzen, Unternehmer und Aktivisten inhaftieren lassen.

Prinz Mohammed fühle sich gestärkt, sagte die Expertin Becca Wasser von der US-Denkfabrik Rand Corporation. Er habe schon «jede Bedrohung für seinen Aufstieg beseitigt und Kritiker seines Regimes ohne jedes Nachspiel ins Gefängnis gebracht oder ermordet». Die Festnahmen, über die nun berichtet werde, seien «ein weiterer Schritt, um seine Macht zu stützen und eine Botschaft an alle – inklusive die Königsfamilie –, sich ihm nicht in den Weg zu stellen.»

Coronavirus macht Schwierigkeiten

Saudi-Arabien hat derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wegen der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind die Preise für Erdöl, die wichtigste Einnahmequelle des Golfstaates, gefallen.

Zum Schutz vor der Epidemie setzte Saudi-Arabien die Umrah, die sogenannte kleine Pilgerfahrt, nach Mekka und Medina aus. Damit steht auch in Frage, ob die grosse muslimische Pilgerfahrt Hadsch Ende Juli stattfinden kann. Hadsch und Umrah bringen alljährlich Millionen Menschen nach Saudi-Arabien und sind somit eine wichtige Einnahmequelle für den Golfstaat. (kün/sda/afp)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jörg K. 08.03.2020 00:05
    Highlight Highlight Salman ist ein Kriegsverbrecher. Ein normaler Staat würde den Kontakt auf dem diplomatischen Minimum halten. Der Schweizer Bundesrat Maurer sucht den persönlichen Kontakt mit Händeschla. Warum? Es muss Interessen geben, die wir nicht wissen dürfen.
  • swisskiss 07.03.2020 12:11
    Highlight Highlight Jetzt wäre es hilfreich zu wissen, wieviele Prinzen es gibt und wieviele pro Jahr "verschwinden" damit man sich ausrechnen kann, wann diese "Dynastie" (sorry für die feuchte Aussprache) sich selbst entsorgt hat.
    • Sebwoh 08.03.2020 02:29
      Highlight Highlight Laut Wiki gibt es 5000-7000 Lebende Prinzen. Da ist noch Spielraum 🤔Der aktuelle König hat 50-60 Geschwister (sein Vater hatte 30 Frauen).
    • Hayek1902 08.03.2020 03:46
      Highlight Highlight Diese dynastie verschwindet nicht so schnell, es gibt wahrscheinlich hunderte von prinzen und prinzessinnen. Die osmanischen Sultane haben das problem einfacher gelöst: nach dem ersten sohn wurde gewartet mit kinderzeugen, bis dieser ein teenager war, damit beim plötzlichen ableben des vaters der neue sultan all seine halbbrüder umbringen lassen kann, um probleme bei der nachfolge durch nebenfrauen und ihren söhnen zu verhindern.
  • Raudrhar 07.03.2020 11:26
    Highlight Highlight Jaajo. Courant normal in absolutistischen Staaten. ^^ Haben die Europäer lange auch so geregelt. ^^
    • pamayer 07.03.2020 17:44
      Highlight Highlight Ja, genau.

      Und in Europa sind einige wieder Schritt für Schritt daran, hier und dort, es wieder so zu regeln wie früher...
  • Heinzbond 07.03.2020 10:45
    Highlight Highlight Tja das ist halt so, wenn viel Geld und macht winken, Strukturen und Riten aus dem Mittelalter gepflegt werden...
  • petrolleis 07.03.2020 10:40
    Highlight Highlight Ich versteh den ganzen aufwand nicht so ganz... in 50 bis 100 jahren ist dieses gebiet der welt sowieso nicht mehr bewohnbar...
    • Lolita 07.03.2020 12:06
      Highlight Highlight Das interessiert die heute nicht bzw. interessiert sie um so viel Geld anzuhäufen um abzuhauen, wenns soweit ist.
      Lange werden sie und andere, nur weil sie zufällig auf dem richtigen Land hocken, eh nicht mehr anhäufeln können. Zum Glück für die Welt und den Weltfrieden.
  • AdiB 07.03.2020 09:28
    Highlight Highlight Schön wie ihr nicht schreibt wieso man ihn putschen will. Seine familie und viele berater und funktionäre die im gefängniss sitzen, wollen das alte regime zurück. Der hass auf salman begann als er frauen erlaubte auto zu fahren. Dann kam das fussball schauen. Seine familie vat angst er werde saudi arabien verwestlichen und am schluss wird aus saudi arabien ein sündenstaat.

    Aber so wie es jetzt geschrieben steht, liest es sich besser. Der prinz ist ein tyran u.s.w und alle die er einsperren lies sind revolutionäre.
    • supremewash 07.03.2020 15:22
      Highlight Highlight Schön wie du auf des Prinzen Charmeoffensive hereinfällst. Man kann nämlich durchaus Frauen erlauben Auto zu fahren und gleichzeitig ein Tyrann sein.
      Ein Rechtsstaat nach westlichem Verständnis wird Saudi Arabien auch unter Bin Salman nicht werden.
    • AdiB 07.03.2020 16:03
      Highlight Highlight Aber näher dran als es seine familie möchte. Er ist das kleinere übel, wahrscheinlich das kleinste was sonst den thron besteigen würde.
  • Zingoo 07.03.2020 09:15
    Highlight Highlight Ben Salman ist ein Kriegsverbrecher und wird von den USA und Europa unterstützt!
    Er blieb ungestraft weil er Trump mit 500 Milliarden bestochen hat.
    Er tötet weiter im Yemen. Wer seine Politik kritisiert oder nicht unterstützen wird verhaftet!
    • goschi 07.03.2020 19:00
      Highlight Highlight 500Mrd?
      Direkt an Trump?
    • Zingoo 08.03.2020 00:43
      Highlight Highlight Er hat sie entgegen genommen!
    • goschi 08.03.2020 14:13
      Highlight Highlight 500 Mrd?

      bitte Quellen benennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dirk Leinher 07.03.2020 07:56
    Highlight Highlight In der Familie Saud hängt der Haussegen schief. Man kann nur hoffen dass was besseres draus wird.

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