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Saudischer Kronprinz zu erstem EU-Besuch seit Mord an Khashoggi

26.07.2022, 21:31

Bei seinem ersten Besuch in der Europäischen Union seit Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in Athen den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis getroffen. Man wolle die wirtschaftliche Kooperation zwischen beiden Ländern zementieren und werde wichtige Vereinbarungen unterschreiben, sagte Mitsotakis am Dienstagabend bei der Begrüssung, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde. «Ich bin sehr froh, in Griechenland zu sein», sagte der Kronprinz. «Der warme Empfang bedeutet mir und Saudi-Arabien viel».

Er bezeichnete das Treffen als «Game-Changer» – man habe historische Chancen zur Zusammenarbeit unter anderem im Bereich Energie. Durch eine geplante Verbindung der Elektrizitätsnetze könne man Griechenland und andere europäische Länder etwa mit sehr viel günstigeren erneuerbaren Energien versorgen. Ein entsprechender Vertrag solle in Athen unterzeichnet werden. Darüber hinaus wolle er über Wasserstoff als Energieträger reden und über die Frage, wie Griechenland zu einer «Wasserstoff-Drehscheibe» werden könne.

Bin Salman und Mitsotakis in Athen.
Bin Salman und Mitsotakis in Athen.Bild: keystone

Kronprinz Mohammed reiste mit Dutzenden Geschäftsleuten und Ministern nach Athen. Mitsotakis zufolge ging es auch um strategische und militärische Zusammenarbeit sowie um saudische Investitionen. Er komme nicht mit leeren Händen, sagte der Kronprinz.

Der faktische Herrscher Saudi-Arabiens soll anschliessend nach Frankreich weiterreisen, wie der saudische Königshof laut einem Bericht der Staatsagentur SPA mitteilte. In Riad erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus diplomatischen Kreisen, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Kronprinzen im Élysée-Palast empfangen werde. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Es ist der erste Besuch des Kronprinzen in der EU seit dem Mord an dem Journalisten Khashoggi vor fast vier Jahren. Khashoggi, der eine Kolumne für die «Washington Post» schrieb, war im Herbst 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Killerkommando auf brutale Weise getötet worden. US-Geheimdienste sehen den Kronprinzen in der direkten Verantwortung. Dieser bestritt, die Tötung angeordnet zu haben. (sda/dpa)

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