Erneuter Ruag-Skandal? Bericht über Millionen-Betrug in Mexiko – die Sonntagsnews
Missbrauchprävention: Schweizer Bischöfe wollen keine externe Kontrollen
Schweizer Bischöfe haben laut der «SonntagsZeitung» externe Kontrollen neuer Assessments zur Missbrauchsprävention blockiert. Die für angehende Seelsorgende entwickelten Tests im Umfang von rund 500’000 Franken sollten potenzielle Gefährder erkennen, die Beurteilung der Berichte liege jedoch ausschliesslich bei den Bistümern, schrieb die Zeitung. Ein nationales Register abgelehnter Kandidaten sei nicht geplant, habe ein Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) auf Anfrage geschrieben. Über die Frage, wer Einblick in die Dossiers erhalte, habe es einen heftigen Streit zwischen der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und der SBK gegeben. Die RKZ habe sich dazu nicht äussern wollen. Betroffenenorganisationen wie die IG M!kU forderten verbindliche, bistumsübergreifende Schutzstandards. Klare Worte hatzudem der Kirchenrechtler Thomas Schüller gefunden: «Assessments, die nur dem jeweiligen Bischof vorliegen, sind reine Schaufensterpolitik».
Nächster-Ruag-Skandal? Bericht über Millionenbetrug in Mexiko
Der Schweizer Rüstungsbetrieb Ruag ist laut «SonntagsBlick» in Mexiko in einen mutmasslichen Millionenbetrug verwickelt. Ein lokaler Geschäftspartner habe demnach die Importabwicklung für Ersatzteile und Wartungsarbeiten an F-5-Kampfjets übernommen und dabei bewusst stark überhöhte Warenwerte deklariert, um über die Mehrwertsteuer Geld abzuschöpfen. Zusätzlich habe er hohe Provisionen kassiert, während seine Ehefrau zahlreiche Rechnungen für angebliche juristische Beratungen gestellt habe. Die Ruag gehe von einem Millionenschaden aus, schrieb die Zeitung. Ob Anzeige erstattet worden sei, habe das Unternehmen nicht mitgeteilt. Der Fall verweise laut «SonntagsBlick» auf strukturelle Defizite in Logistik und Kontrolle des Staatsbetriebs. Eine vom Verwaltungsrat in Auftrag gegebene forensische Untersuchung laufe noch, zudem arbeite die Ruag nicht mehr mit dem mexikanischen Geschäftspartner zusammen.
Trotz gezahlter Millionen: USA legen der Schweiz keinen Lieferplan für Patriots
Die USA haben der Schweiz laut «NZZ am Sonntag» bislang keinen verbindlichen Lieferplan für die bestellten Patriot-Flugabwehrsysteme vorgelegt. Die Lieferung der fünf Systeme werde sich deutlich über 2028 hinaus verzögern und möglicherweise verteuern, obwohl der Bund bereits 650 Millionen Franken bezahlt habe. Die Gespräche mit den USA liefen weiter, schrieb das Bundesamt für Rüstung Armasuisse auf Anfrage der Zeitung. Gemäss gut informierten Quellen hoffe das Verteidigungsdepartement bis Ende März auf einen Fahrplan zu Lieferterminen und Kosten. Für den Fall weiterer Verzögerungen würden intern auch Alternativen zu den Patriot-Systemen geprüft. „Wenn die Armee die Patriot-Systeme nicht spätestens 2029 einsetzen kann, müssen wir rechtzeitig über mögliche Alternativen nachdenken“, sagte SVP-Nationalrat Mauro Tuena der «NZZ am Sonntag». Der Präsident von Pro Militia, Dominik Riner, habe dabei etwa das israelische System Arrow oder das europäische SAMP/T genannt.
264 gemeldete Cyberangriffe seit vergangenem April
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat laut «SonntagsBlick» seit Einführung der Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen im vergangenen April 264 Meldungen erhalten. Betroffen seien insbesondere der öffentliche Sektor sowie die Bereiche IT, Telekommunikation, Finanzen und Versicherungen, sagte Sprecherin Gisela Kipfer zur Zeitung. Dem Bundesamt seien keine meldepflichtigen Vorfälle bekannt, die nicht gemeldet worden wären, weshalb bisher keine Sanktionen nötig gewesen seien. Seit Oktober können Nichtmeldungen mit Bussen von bis zu 100’000 Franken geahndet werden. Am häufigsten handle es sich um Überlastungsangriffe auf Websites und Server, Attacken mit Schadsoftware sowie Angriffe auf persönliche Daten. Die Meldungen würden analysiert, um die Bedrohungslage einzuschätzen und präventive Massnahmen zu ermöglichen.
Julius-Bär-Chef fordert «Strafregister» für Sünden-Banker
Der neue Julius-Bär-Chef Stefan Bollinger hat in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» ein Register für fehlbare Banker gefordert. «Die Registrierung von Finanzmarktteilnehmern hat klare Vorteile. Sie verhindert, dass schwarze Schafe einfach auf die andere Strassenseite wechseln und weitermachen können, als sei nichts geschehen», sagte er der Zeitung. Andere führende Finanzplätze wie die USA, Grossbritannien, Hongkong und Singapur hätten solche Register bereits eingeführt. «Die Schweiz hat bereits auf Geschäftsleitungsstufe ein Gewährsprüfungssystem; sie sollte eine Vertiefung wie in anderen Ländern prüfen», sagte Bollinger. Im Gegensatz zu UBS-Präsident Colm Kelleher sehe Bollinger des Weiteren keine Identitätskrise der Schweiz. «Ich bin überzeugt, dass es auch für die UBS von Vorteil ist, eine Schweizer Bank zu sein, gerade in diesen Zeiten», sagte Bollinger.
Parmelin plant weitere Treffen für Opfer, Verletzte und Angehörige von Crans-Montana
Der Kanton Waadt und Bundespräsident Guy Parmelin planen laut «SonntagsBlick» weitere Treffen für Opfer, Verletzte und Angehörige der Silvester-Tragödie von Crans-Montana. Diese sollten im kleinen wie im grösseren Kreis stattfinden, sagte Parmelins Sprecher Urs Widmer der Zeitung. Der Bund arbeite demnach mit Hochdruck daran, die betroffenen Familien besser zu unterstützen. Am Donnerstag habe eine Sitzung zwischen dem Departement des Bundespräsidenten, Justizminister Beat Jans und der Bundeskanzlei stattgefunden; zu Einzelheiten habe sich die Bundeskanzlei nicht äussern wollen. Die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel plane unterdessen einen Vorstoss im Nationalrat, um Lehren aus der Tragödie zu ziehen. «Die Erkenntnisse sind für spätere Haftungsbeurteilungen wesentlich. Wir brauchen eine unabhängige Untersuchung», sagte sie dem «SonntagsBlick».
IT-Chaos und Personalmangel – neue Details zu Nicht-Kontrollen in Crans-Montana
Der Sicherheitschef von Crans-Montana hatte 2024 laut «SonntagsZeitung» eine Aufstockung des Personal-Etats um fünf bis sechs Stellen beantragt. Das zusätzliche Personal wäre nach ihm nötig gewesen, um den administrativen Aufwand nach dem teilweisen Ausfall des Informatiksystems zu bewältigen. Doch die Stellenaufstockung sei nicht genehmigt worden. Gemeindepräsident Nicolas Féraud habe eine Anfrage der «SonntagsZeitung unbeantwortet gelassen. Der am Freitag mehrere Stunden einvernommene Sicherheitschef der Gemeinde machte die Informatik-Probleme für die lange ausgebliebenen Kontrollen in der Bar »Le Constellation« verantwortlich, in der am 1. Januar bei einem Brand 41 Menschen starben. Eine interne Liste weise auch bei mehreren Schulen der Gemeinde fehlende Brandschutzprüfungen aus. Genannt werden unter anderem die »Ecole de Corin«, die »Ecole Montana-Village« und das «Centre scolaire intercommunal». Auch eine Jugendherberge sei zuletzt 2018 kontrolliert worden.
Lausanner Gemeinderat will Stadtpolizei in 5 Jahren umkrempeln
Der Lausanner Gemeinderat Pierre-Antoine Hildbrand gibt sich laut «Le Matin Dimanche» für die Umsetzung von Reformen bei der Stadtpolizei fünf Jahre Zeit. Die Lausanner Polizei ist seit mehreren Monaten von Krisen erschüttert worden. Ein Teil der Reformideen sei von kanadischen Erfahrungen inspiriert, sagte Hildbrand. Man habe unter anderem angeschaut, was in Montreal gemacht werde, wo Polizisten teilweise ohne Uniform in der Zivilgesellschaft tätig seien, etwa in Vereinen, Suppenküchen oder Clubs. Diese Haltung verändere vieles. Eine weitere geprüfte Massnahme sei es, Strukturen aufzubrechen, um internen Abschottungen und Machtstrukturen ein Ende zu setzen. Ziel seien mehr Vielseitigkeit sowie ein Wechsel zwischen Einsatz auf der Strasse, Aktenarbeit und Befragungen, was die Sichtweise der Polizisten verändere. (sda/con)
