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Maischberger

Der Maischberger-Talk zur Flüchtlingskrise mit (v.l.n.r.) Rolf-Dieter Krause (ARD-Studioleiter Brüssel), Wolfgang Brosbach (CDU-Bundestagsabgeordneter), Moderatorin Sandra Maischberger, Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth, Roger Köppel und Fernsehmoderator Michel Friedmann.
Bild: ard/screenshot watson

Köppel im Maischberger-Talk: «Aber was ist mit der Solidarität gegenüber den Menschen, die schon hier sind?» (Und alle so: «Aaach!»)

ARD hat einmal mehr Roger Köppel zum Maischberger-Talk eingeladen. Der SVP-Nationalratskandidat hatte nicht viel Redezeit. Vielleicht beschränkte er sich deshalb auf die immer gleichen zwei Floskeln.



Zum Maischberger-Talk «Nationale Egotrips statt Flüchtlingshilfe: Zerbricht die EU?» hatte der deutsche Sender ARD sinnigerweise einen Schweizer eingeladen: Roger Köppel diskutierte an diesem Dienstagabend mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach, der Grünen Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth, Rolf-Dieter Krause (ARD-Studioleiter Brüssel) und Fernsehmoderator und Rechtsanwalt Michel Friedmann über die Flüchtlingskrise.

Während Maischbergers Gäste relativ gemässigt 70 Minuten lang über Rolle und Verantwortung Deutschlands, die gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Länder, die Verweigerung der osteuropäischen Staaten und die Sicherung von Grenzen diskutierten, versuchte Köppel in seinen wenigen Redeminuten immer wieder, seine Rhetorikmaschine anzuwerfen und typische Scharfmacher-Phrasen zu platzieren.

Doch das funktionierte nicht wirklich. Köppel – von der ARD als Journalist, nicht als SVP-Nationalratskandidat vorgestellt – erhielt erstaunlich wenig Resonanz. Auf einen Ringkampf mit dem Schweizer Underdog liess sich eigentlich nur «Ich-bin-Anwalt»-Friedmann ein. Sonst schien grundsätzlich niemand grossen Wert auf Köppels Einwände zu legen.

Deshalb hier, als Entschädigung für den übersehenen Roger Köppel, alle Rhetorik-Würfe Köppels im Überblick:

1. Die «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen»-Floskel

Köppel: «Ich höre in dieser Diskussion sehr polemische Begriffe. Sind denn alle Ungarn, alle Asylkritiker Rechtsextreme, Rassisten? Da machen Sie es sich vermutlich etwas einfach.»

Die Reaktion (Friedmann): «Ich rede nicht von den Ungarn.»

Maischberger

Hahnenkampf: Friedmann (r.) und Köppel.
bild: ard

2. Die «Die Menschen haben Angst»-Floskel

Köppel: «Es gibt da draussen in Europa sehr viele ernsthafte Menschen, die ihre Steuern bezahlen, arbeiten, die haben Angst um ihren Job. Die fragen sich, was haben wird da losgetreten.»

Friedmann: «Es gibt keine Legitimation für Rassismus

3. Die «Die Menschen haben Angst»-Floskel

Köppel: «Die Talkshow-Intellektuellen sagen: ‹Wir können das alles aufnehmen!› Habe ich Sie richtig verstanden, sind diese Leute, die das kritisieren, alles Rassisten?»

Friedmann: «Über Unbehagen muss man den Menschen zugewandt sprechen. Das bedeutet nicht, Ängste zu schüren.»

4. Die «Die Menschen haben Angst»-Floskel

Köppel: «Wir haben Solidaritätspflichten, keine Frage. Aber was komplett ausgeblendet ist, ist die Solidarität mit den Menschen, die bereits hier sind. (...) Ich artikuliere hier einfach weit verbreitete Sorgen.»

Und alle so: «Ach!»

5. Die «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen»-Floskel

Köppel: «Wenn ich da zuhöre (...): Jeder, der hier ein kritisches Wort sagt, ist ein Rassist.»

6. Die «Die Menschen haben Angst»-Floskel

Köppel: «Das sind berechtigte Ängste! Wenn wir diese ausblenden, werden wir die Probleme nicht lösen. (...) Sie blenden das aus.»

6. Bonus: Die «Und was machen die anderen?»-Floskel

Köppel: «Wir können nicht ganz Syrien in Europa aufnehmen. Was machen denn die afrikanischen und arabischen Staaten?»

Schützenhilfe erhielt Köppel nur einmal von Talk-Tourist Bosbach, der die Sorgen der Menschen ebenfalls ernst nehmen wollte. Zu Köppels Vorschlag, die Grenzen dichtzumachen und den «Todeskanal Mittelmeer» zu schliessen, gab es eigentlich nur etwas zu sagen: «Wir können nicht verhindern, dass wieder Leichen an unsere Strände gespült werden, auch wenn wir das nicht wollen» (Krause).

Derweil: Twitter-Schlacht!

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 09.09.2015 16:09
    Highlight Highlight Ich ärgere mich tierisch darüber, dass ausgerechnet Roger Köppel immer wieder in deutsche Talkshows eingeladen wird. Es bleibt zu hoffen, dass er von den Zuschauern in erster Linie als das erkannt wird, wofür er eingeladen wurde: Nämlich als Provokateur. Und nicht als Schweizer (der er natürlich auch ist). Köppel verkörpert zwar eine relativ starke Minderheit der Schweiz, aber keinesfalls die Allgemeinheit. Er gibt ein miserables Bild unseres Landes ab. Dass er sich als Intellektueller dazu hergibt, Angst- und Scharfmacher-Phrasen ohne jeden Bildungs-Hintergrund zu dreschen, spricht gegen ihn.
    • Der Kritiker 10.09.2015 13:38
      Highlight Highlight wieso sollen sie ihn als schwrizer erkennen? köppel ist kein schweizer name, ausser berisha ist auch einer... einzig sein grausames hochdeutsch verrät, dass er einen kleinen bezug zur schweiz hat.
  • Roger Gruber 09.09.2015 13:43
    Highlight Highlight Wer den Beitrag gesehen hat, weiss, dass die Darstellung des (anonymen??) Autors von watson so gar nicht stimmt. Köppel erhielt sehr viel Zuspruch, einzig Maischberger und Roth hielten dagegen und wurden von allen Teilnehmern richtiggehend an die Wand argumentiert. Roth war richtig peinlich mit ihrem Gekeife, sogar Maischberger musste sich fremdschämen für deren Rundumschläge. Am besten selber anschauen:
    http://www.ardmediathek.de/tv/Menschen-bei-Maischberger

    Ob dieser Post jetzt wohl durchkommt? Der erste blieb in der Zensur hängen. Ganz übel, watson...
    • Angelo C. 09.09.2015 14:26
      Highlight Highlight Habe ich relativ ähnlich erlebt, und es war zu sehen, dass Köppel sogar mehrfach die Zustimmung des CDU-Politikers erntete. Auch andere deutsche Medien haben es offensichtlich differenzierter als WATSON betrachtet :

      http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/614547/debatte-bei-maischberger-sind-asylkritiker-immer-rassisten
    • wasylon 09.09.2015 17:42
      Highlight Highlight Kein Wunder das der Schreiber des anonym bleiben will. Einseitiges SVP/Klöppel bashing auf Watson. Aber vom Artikelaufbau würde ich mal auf Raffaela Roth tippen.
    • _kokolorix 10.09.2015 00:15
      Highlight Highlight ähhh, an die Wand argumentiert?
      mit was für argumenten?
      es sind doch immer die gleichen behauptungen, das die flüchtlinge einzig und allein hier sind um unsere grosszügigen sozialleistungen zu missbrauchen und alle nicht integrierbar seien und wir bereits zu den bedrohten arten gehören etc.
      wenn man die zahlen anschaut dann ist das alles lächerlich.
      was flüchtlinge hier erhalten würde jeden sozialfall hier in die flucht schlagen, nicht integrierbar sind vor allem egoisten und rassisten, weil man nie weiss gegen wen sie als nächstes schiessen und die kriminalitätsrate sinkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TruchaConCebolla 09.09.2015 13:19
    Highlight Highlight Und ihr Helden verfasst auch noch jedesmal, wenn bei Köppel die Kravatte krumm sitzt einen Artikel. Der Platz und die Zeit dafür könnte man genauso gut in Hintergrundberichte zum den Wahlen investieren (damit meine ich Themen, nicht "ein weiterer Halbschuh aus der SVP hat mal wieder...")

    Danke.
  • hello world 09.09.2015 12:35
    Highlight Highlight Die grosse Vielfalt der Argumente lässt an der Intelligenz des guten Herrn zweifeln...
    • Roger Gruber 09.09.2015 16:50
      Highlight Highlight Vielleicht sollten Sie mal hören, was Köppel zu sagen hat. Und weniger blind dem vertrauen, was die MSM über ihn schreiben...
    • Alex23 09.09.2015 17:18
      Highlight Highlight @Gruber
      Ach, der hat was zu sagen? Warum drischt er dann nur Phrasen? Hebt er sich die richtigen Bonmots für besondere Momente und ein handverlesenes Publikum auf?
      Irgendwie hatte ICH bisher nicht die Gelegenheit in den Genuss seiner Weisheit zu kommen.
    • karl_e 10.09.2015 00:39
      Highlight Highlight Gruber: wer oder was ist diese böse MSM??
  • Margi Noser 09.09.2015 12:12
  • dä dingsbums 09.09.2015 09:45
    Highlight Highlight «Über Unbehagen muss man den Menschen zugewandt sprechen. Das bedeutet nicht, Ängste zu schüren.»

    Sehr schön gesagt.
    • Clandy Clandestin 09.09.2015 23:09
      Highlight Highlight vorallem weil Köppel ja auch unverblümt zugab, dass es für die Ängste eigentlich gar keinen reelen Hintergrund gibt. ;)
  • Anded 09.09.2015 09:42
    Highlight Highlight Wer zieht sich schon solche Sendungen rein?
  • koks 09.09.2015 07:57
    Highlight Highlight Und nach einer verlorenen Abstimmung (MEI), die Gutmenschen so: Wir müssen die Sorgen der Menschen ernster nehmen...
    • Yolo 09.09.2015 08:59
      Highlight Highlight Lieber Gutmensch als Unmensch...
    • Andi Amo 09.09.2015 11:50
      Highlight Highlight Gutmensch finde ich ein irritierender Begriff. Ich fände 'naive Schönredner mit Weltverbesserungsdrang' passender ;)
    • EvilBetty 09.09.2015 12:49
      Highlight Highlight Das Gegenteil von Gutmensch ist Arschgeige, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 09.09.2015 07:55
    Highlight Highlight Mir fehlte eine Auseiandersetzung mit den Ursachen der Situation. Mehrere Jahre schauten wir zudem tatenlos dem Bürgerkrieg zu. Wenn wir dann aber die Konsequenz des Nichtstuns konfrontiert werden, gilt es plötzlich die nationalen und europäischen Werte zu verteidigen. Köppel denkt nur bis zur Grenze seiner eigenen Nase und ist damit in guter Gesellschaft. Weitblick ist bei Politikern sowieso höchstens auf maximal 4 Jahre begrenzt.
    • Clandy Clandestin 09.09.2015 23:14
      Highlight Highlight allerdings wäre Köppel durchaus in der Lage, weiter als bis zu seiner Nasenspitze zu denken. Köppel weiss sehr genau, dass er totalen Unsinn labertund Lügen verbreitet. Er meint, sein Egoismus würde es ihm erlauben. In diesem Sinne ist Köppel ein böswilliger Widerling. Ein Giftzwerg, so wie Mörgeli.
  • _kokolorix 09.09.2015 07:33
    Highlight Highlight Zitat: Köppel ist ein klarer Denker und Redner.

    selten so gelacht. wer fordert das "mittelmeer zu schliessen", sollte auf seine geistige gesundheit untersucht werden.

    die grenze zur ddr war ja ziemlich dicht. trotzdem sind die menschen in den westen geflohen. und die zustände in der ddr waren längst nicht so dramatisch wie sie heute in syrien oder eritrea sind.

    eine vergleichbare grenzschutzanlage um ganz europa zu errichten ist wohl kaum denk- und finanzierbar.

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