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BLS-Güterzug kracht bei Basel in Brückenteil ++ Lokführer stirbt ++ Strecke gesperrt



In Süddeutschland ist am Donnerstagabend ein BLS-Zug mit einer Betonplatte kollidiert. Der 51-jährige Lockführer wurde getötet, mehrere Personen verletzt. Das Betonteil stammte von einer Brücke, die am Wochenende abgerissen werden sollte.

Vorarbeiten dazu hätten bereits stattgefunden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Am Donnerstagabend hatte sich eine 100 Tonnen schwere Betonplatte gelöst und war auf das Gleis gestürzt. Der Zug kollidierte damit und entgleiste teilweise.

02.04.2020, Baden-Württemberg, Auggen: Feuerwehrfahrzeuge stehen bei dem verunglückten Zug. Der Güterzug, der Lastwagen geladen hatte, ist auf der Rheintalstrecke mit Teilen einer Brücke kollidiert. (KEYSTONE/DPA/Patrick Seeger)

Der Güterzug, der Lastwagen geladen hatte, ist auf der Rheintalstrecke mit Teilen einer Brücke kollidiert. Bild: dpa

Der Lokführer kam ums Leben. Nach Polizeiangaben wurde ein mitfahrender Lastwagenfahrer eingeklemmt und schwer verletzt. Zwei weitere Lastwagenfahrer erlitten leichte Verletzungen.

In der Nacht zu Freitag hatte die Polizei den Unfallort bei Auggen in der Nähe von Freiburg im Breisgau abgesperrt, nachdem die Leiche des Lokführers geborgen und die Verletzten gerettet worden waren. 60 Angehörige der Landespolizei waren vor Ort. Zudem waren Beamte der Bundespolizei und Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz.

Rollende Landstrasse

Nach Angaben von BLS-Mediensprecher Stefan Dauner war der Zug um 19.19 Uhr von Freiburg abgefahren in Richtung Italien. Der Zug der «rollenden Landstrasse» wurde von einer BLS-Lok gezogen und hatte mehrere Lastwagen geladen. Insgesamt befanden sich zehn Lastwagenfahrer sich im Waggon hinter der Lok.

Die Freiburger Polizei und Kriminaltechniker des Landeskriminalamts waren am Freitagmorgen für weitere Ermittlungen vor Ort. Diese würden voraussichtlich den gesamten Tag in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher der Polizei Freiburg. Die teilweise entgleiste Lok sei inzwischen wieder stabilisiert worden.

Auggen liegt rund 30 Kilometer nördlich von Basel

Wichtige Bahnstrecke gesperrt

Nach Angaben der Deutschen Bahn bleibt die Strecke Freiburg - Basel bis voraussichtlich am kommenden Montagvormittag gesperrt. Das hat auch Auswirkungen auf den internationalen Personenverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland. So starten die ICE-Züge Richtung Norden erst in Freiburg. Ankommende Züge in Richtung Basel fahren nur bis Freiburg, wie es bei der Deutschen Bahn weiter heisst.

Zwischen Basel und Freiburg verkehren Ersatzbusse respektive Regionalzüge. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 90 Minuten. Das betrifft auch jene Schweizerinnen und Schweizer, die via Frankfurt repatriiert werden. Via Twitter wünschte das EDA trotzdem gute Reise.

Deutsche Bahn zuständig

Die Verantwortung für die Bahninfrastruktur auf der Strecke zwischen Freiburg und Basel trägt die Deutsche Bahn, wie eine SBB-Sprecherin sagte. Die Transportdienstleistung in der Schweiz wird von BLS erbracht, auf den deutschen und italienischen Streckenabschnitten verantwortet SBB Cargo International den Betrieb.

In einer Mitteilung des Unternehmens sprach CEO Sven Flore den Angehörigen des Getöteten sein Beileid aus. «Ich bin bestürzt und bedaure dieses tragische Zugunglück zutiefst. In Gedanken sind wir beim verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen - mein aufrichtiges Beileid», lässt er sich zitieren. Den Verletzten wünschte er rasch gute Besserung.

02.04.2020, Baden-Württemberg, Auggen: Feuerwehrfahrzeuge stehen bei dem verunglückten Zug. Der Güterzug, der Lastwagen geladen hatte, ist auf der Rheintalstrecke mit Teilen einer Brücke kollidiert. (KEYSTONE/DPA/Patrick Seeger)

Feuerwehrfahrzeuge stehen bei dem verunglückten Zug. Bild: dpa

Auch der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, äusserte sich tief betroffen über das Zugunglück: «Unsere Gedanken sind jetzt bei dem verunglückten Lokführer und seinen Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung.» Selbstverständlich unterstütze die Deutsche Bahn die Behörden bei der Ermittlung der Unfallursache. (sda/dpa)

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65
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65Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abendländer 04.04.2020 09:54
    Highlight Highlight Mein aufrichtiges Beileid die Familie. Ich bin auch schockiert wie die Infrastruktur Merkels Deutschland verlottert, aber auch erstaunt dass das deutsche Volk immer noch nicht in den Aufstand tritt. Liegt wohl am deutschen Gen. Anders lässt sich die Obrigkeitshörigkeit und die jüngere Geschichte dieses Volkes nicht erklären.
  • Hirngespinst 03.04.2020 13:30
    Highlight Highlight Bin in Gedanken ganz fest bei der Familie des Lokführer...
  • Der Kritiker 03.04.2020 10:36
    Highlight Highlight Ich bin nur fassungslos schockiert. Der Familie sende ich mein Beileid.
  • Raembe 03.04.2020 06:04
    Highlight Highlight So schlimm es auch ist, man kann froh sein, dass es kein Personenzug war.
    • Calvin Whatison 03.04.2020 08:32
      Highlight Highlight Tröstliche Worte ! 🤦🏻‍♂️
    • Stefanix19 03.04.2020 11:25
      Highlight Highlight Der Zug hatte aber ein Personenwagen gerade hinter der Lok.
    • Hirngespinst 03.04.2020 13:29
      Highlight Highlight Wie grässlich deine Worte für mich wären, wenn mein Mann diese Tour gefahren wäre....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nischi91 03.04.2020 03:06
    Highlight Highlight Einige schrieben hier von mangelndem Unterhalt ab den Gleisen. Wenn man sich etwas damit auseinander setzt, wie in Deutschland politisiert wird, wundert einen nicht mehr viel! Hier als Beispiel eine Episode aus der Sendung "die Anstalt" auf ZDF zum Thema Stuttgart 21. Inkl. Faktencheck

    https://www.claus-von-wagner.de/tv/anstalt/20190129-die-bahn-stuttgart-21
    • pamayer 03.04.2020 12:27
      Highlight Highlight Und, was mir ein SBB Mitarbeiter bestätigte, ohne die DB und TGV Züge hätten wir kaum Verspätungen und Zugausfälle.
      Klar gibt es auch bei der SBB Verspätungen, aber nicht so viele.

      Hoffentlich bleibt die SBB als Service Public noch lange erhalten.
    • Makatitom 03.04.2020 23:23
      Highlight Highlight Als ob die neolibertäre Schweizer Politik besser wäre
  • Der Rückbauer 03.04.2020 01:40
    Highlight Highlight Interessant, wie der Unfall verschieden geschildert wurde:
    ARD: "Der Zug ist mit einem Brückenteil zusammengestossen".
    SRF: "Der Zug prallte auf eine eingestürzte Brücke".
    Na? Raststatt? Und vieles andere mehr, nicht nur DB.
    Langsam zweifle ich an den Deutschen, ob die das wirklich im Griff haben.
    Miseren am laufenden Band, offenbar nicht immer der Realität entsprechend geschildert.... wie zum Beispiel bei Autos: Schummeln gegenüber Betrügen.
    • Froggr 03.04.2020 14:14
      Highlight Highlight Auch Österreich wollte uns ja den ersten Fall in Ischgl in die Schuhe schieben. Deutschland und Frankreich halten unsere Schutzmasken an deren Grenzen auf. Wir sollten gegenüber unseren europäischen Nachbaren sehr misstrauisch sein.
    • Makatitom 03.04.2020 23:27
      Highlight Highlight Hätten die Neolibertären Kapitalfaschisten und die selbsternannten Schweizretter nicht den grössten Teil der Produktion ins Ausland verlegt könnte jetzt auch niemand etwas zurückhalten. Wir MÜSSEN den nationalistischen Patridioten misstrauen!
    • Froggr 04.04.2020 13:08
      Highlight Highlight Makatitom: Ja genau. Weil ja die „Nationalisten“ die Idee hatten, alles ins Ausland zu verlagern und die Bauern zu schwächen. Es waren die Progressiven, sozialen, Globalisten. Und sonst niemand. Bitte bei den Fakten bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • n3rd 02.04.2020 22:58
    Highlight Highlight Sucht mal nach "Der Geisterzug von Spiez" bei SRF. Ist ein Podcast und Film, der einen der grössten Zugunfälle in der Schweiz dokumentiert.
    • Felix Meyer 02.04.2020 23:17
      Highlight Highlight Wo ist der Zusammenhang?
    • BVB 03.04.2020 08:27
      Highlight Highlight @Felix Meyer
      Ds gibt vielleicht Leute, die es interessiert und es vorher noch nicht gewusst haben. Betrachte es einfach als nette Geste.
    • dertypvonnebenan 03.04.2020 08:47
      Highlight Highlight @BVB Nö.
    Weitere Antworten anzeigen
  • blueberry muffin 02.04.2020 22:43
    Highlight Highlight Wurde da wieder typisch deutsch tod gesparrt?

    Wieso zerbricht eine Brücke bei historisch geringer Auslastung?!
    • Hierundjetzt 02.04.2020 22:48
      Highlight Highlight Selbstverständlich. Phöses Tüütschland.

      PS: letztes Jahr entgleisten bei der SBB nicht weniger als 3 Züge.

      Nur so...
    • Maon 02.04.2020 23:03
      Highlight Highlight @hierundjetzt: Aber nicht wegen einer auseinanderfallenden Brücke! Dass ein Zug bei einer Weiche mal entgleist sollte nicht passieren, gibts aber immer wiedermal und ist normalerweise nicht tragisch. Dass eine Brücke zusammenstürzt darf aber auf keinen Fall passieren, das dies meist tödlich endet.
    • Hierundjetzt 03.04.2020 00:00
      Highlight Highlight Maon: du weisst ja gar nicht wie der Unfallhergang war.

      Zudem, der Ausgangspunkt der Diskussion ist der, dass die DB den Trassenunterhalt vernachlässigt habe.

      Was etwa so sinnfrei ist, wie wenn unsere Nord-Südachse Lotterschienen haben sollen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 02.04.2020 21:41
    Highlight Highlight Ist da eine Brücke eingestürzt?

    Oder wie darf ich mir vorstellen, dass das Brückenteil auf die Schiene zu liegen gekommen ist?
    • Nore9 02.04.2020 22:58
      Highlight Highlight Es wurden an dieser Stelle offenbahr gerade Bauarbeiten durchgeführt.
    • nafets 03.04.2020 10:00
      Highlight Highlight wie im Text beschrieben "Ein Teil der Brücke ist heruntergefallen, so dass der Zug nicht mehr abbremsen konnte und mit dem Teil kollidierte..."
      alles klar - wunderbar...
    • sowhat 03.04.2020 10:18
      Highlight Highlight Da steht:

      "Nach bisherigen Erkenntnissen war am Donnerstagabend ein Betonteil von einer im Bau befindlichen Brücke in den Gleisbereich auf der Rheintalstrecke gestürzt."

      Lesen hilft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frechsteiner 02.04.2020 21:18
    Highlight Highlight Schon jetzt finde ich es sehr spannend, wieso da keine Oberleitung ist
    • Muecke 02.04.2020 21:29
      Highlight Highlight Schau das Bild genauer an. Unter der Lok sind auch Teile der Masten zu sehen.
    • Hoodoo 02.04.2020 21:41
      Highlight Highlight Weil sie herunter gerissen wurde und am Boden liegt.
    • Hinkypunk #wirsindimmernochmehr 02.04.2020 21:47
      Highlight Highlight Was ist daran spannend? Die wurde umgerissen. Einen Teil des Mast sieht man sogar auf einem Foto.
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