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Von den rund 200'000 Offshore-Firmen stammen mindestens 38'000 aus der Schweiz.
Von den rund 200'000 Offshore-Firmen stammen mindestens 38'000 aus der Schweiz.
bild: Screenshot

Rohdaten der «Panama Papers»: Mindestens 38'000 Offshore-Firmen aus der Schweiz

09.05.2016, 21:1710.05.2016, 06:37

Berichte über Hunderttausende Briefkastenfirmen haben die globale Finanzwelt erschüttert. Nun hat das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) die Rohdaten zu den «Panama Papers» veröffentlicht.

Die Gruppe stellte am Montagabend eine interaktive Datenbank mit Informationen über Firmen, Treuhandfonds und Stiftungen in 21 Steueroasen online.

«Es ist wahrscheinlich die grösste Datenbank über geheime Offshore-Firmen und die Hintermänner, die je veröffentlicht wurde», teilte das ICIJ mit. Eine «Müllhalde» für Originaldokumente solle die Plattform allerdings nicht sein. Persönliche Daten wie Kontoverbindungen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Ausweispapiere seien nicht enthalten.

Das ICIJ, die «Süddeutsche Zeitung» und weitere Medien würden in den kommenden Wochen und Monaten weiter über einzelne Fälle berichten, an denen ein öffentliches Interesse besteht, kündigte das Konsortium an.

Schweizer Firmen
Eine kurze und unvollständige Auswertung der öffentlich zugänglichen Adressen zeigt, dass mindestens 38'000 der Offshore-Firmen ihren Sitz an 3208 verschiedenen Standorten in der Schweiz haben (2300 sind auf der Google-Karte visualisiert, gut 900 konnte Google auf die Schnelle keiner Adresse zuordnen). Auffällig sind die Konzentrationen rund um den Genfersee, in Neuenburg, Basel, Zürich und natürlich Zug. (jas)

Zahlreiche Medien hatten Anfang April über gut 200'000 von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung der «Panama Papers» führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer internationalen Debatte über Steueroasen und Geldwäscherei.

Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben.

Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern. In der vergangenen Woche forderte sie das ICIJ auf, die Plattform nicht online zu stellen. «Es handelt sich um gestohlene Informationen. Das stellt eine Verletzung des Verschwiegenheitsabkommens zwischen Anwalt und Mandant dar, das wir beschützen müssen», hiess es in einer Stellungnahme.

Update: In einer ersten Version des Artikels schrieben wir fälschlicherweise von 3802 Schweizer Unternehmen. Richtig sind mindestens 38'000 Offshore-Firmen, die an 3208 verschiedenen Adressen gemeldet sind. 

(jas/sda)

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