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Winter in Europa: Lawinentoter im Diemtigtal BE, Unfälle, Stromausfälle in Schweden



Skitourengänger verschüttet – ein Toter, eine Verletzte

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Bild: google.com

Am Samstagnachmittag ist in der Gemeinde Diemtigen BE am Meniggrat eine Lawine niedergegangen. Sie riss einen Mann in den Tod. Eine Frau wurde ebenfalls mitgerissen. Sie wurde mit einem Rettungshelikopter in ein Spital geflogen.

Die Kantonspolizei Bern hatte um 16.15 Uhr die Meldung erhalten, dass am Meniggrat eine Lawine niedergegangen sei, wie sie am Sonntagnachmittag mitteilte. Drittpersonen hätten die Frau noch vor Eintreffen der Rettungskräften aus den Schneemassen ausgraben und erstversorgen können. Sie wurde mit der Rega in ein Spital geflogen. Der Mann wurde tot geborgen.

Die beiden waren ersten Erkenntnissen zufolge auf einer Skitour und gerade auf der Abfahrt vom Gipfel des Meniggrats. Wahrscheinlich beim Befahren eines Geländeübergangs hatte sich ein Schneebrett gelöst.

Im Einsatz waren die Alpine Rettung Schweiz mit zwei Lawinenhundeteams, zwei Teams der Rega mit zwei Helikoptern und je ein Helikopter der Air Glaciers und der Swiss Helicopters. Die formelle Identifikation des Verstorbenen steht noch aus, es liegen jedoch konkrete Hinweise auf dessen Identität vor.

Schnee sorgt in der Ostschweiz für zahlreiche Unfälle

Die Schneefälle in der Nacht auf Sonntag sorgten in St. Gallen für zahlreiche Unfälle. Die meisten verliefen jedoch glimpflich. Nur eine Person wurde verletzt. Auf den schneebedeckten Strassen verloren am Sonntag mehrere Autofahrerinnen und Autofahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge, weil sie die Geschwindigkeiten nicht den Verhältnissen anpassten, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. Insgesamt verzeichnete die Polizei 13 Unfälle.

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Unfallfahrzeug bei Kriessen SG. Bild: kapo st.gallen

Eine der verunfallten Personen war mit Sommerpneus unterwegs.  Mehrere Strassen mussten gesperrt werden und es kam zu Staus. In Henau auf der Autobahn A1 geriet eine 31-jährige Autofahrerin ins Schleudern und prallte in die Leitplanke. Sie wurde leicht verletzt, konnte jedoch selbstständig zum Arzt fahren.

Halber Meter Neuschnee in der Zentralschweiz

Am meisten schneite es in der Nacht auf Sonntag in der Zentralschweiz, wie Roger Perret von MeteoNews auf Anfrage sagte. In der Region Pilatus fielen in der Nacht ab 1000 Meter über Meer bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. In den tiefen Lagen jedoch regnete es bis in den Morgen.

Am Sonntagmorgen war das Mittelland verbreitet weiss, es gab bis zum 10 Zentimeter Neuschnee, ab 800 bis 1000 Meter über Meer sogar 20 bis 50 Zentimeter. Doch die Mengen seien nicht vergleichbar mit den Schneefällen im Januar, sagte Perret.

Im Glarnerland, im Wallis, im Prättigau und am Gotthard ist die Schneeschicht zur Zeit mit über zwei Meter trotzdem überdurchschnittlich hoch. Entlang der Voralpen kämen in der Nacht noch 10 bis 15 Zentimeter dazu, bevor dann ein Hochdruckgebiet die Kontrolle übernehme und in der ganzen Schweiz für recht schönes Wetter sorge.

Lawinengefahr bleibt gross

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Bild: screenshot slf.ch

Im bündnerischen Puschlav, im Bergell, im Val Münstair und im Gebiet zwischen Oberalppass und San Bernardino bleibt nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die Lawinengefahr gross. Das entspricht der zweithöchsten von fünf Gefahrenwarnstufen. Im Rest der Alpen ist die Lawinengefahr erheblich.

Stromausfälle in Stockholm

Schnee und Glätte haben in Schweden zu Verkehrsproblemen und Stromausfällen geführt. Besonders an der Ostküste des Landes schneite es in der Nacht zum Sonntag und am darauffolgenden Morgen heftig, wie die nationale Verkehrsbehörde mitteilte. Vielerorts gab es wetterbedingte Unfälle. Im Raum Stockholm kam es nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft SL zu grösseren Störungen im Busverkehr, der Sender SVT berichtete von Flugausfällen und -verspätungen auf dem Flughafen Arlanda und anderswo.

Bei Temperaturen von teils bis zu minus 18 Grad mussten im Grossstadtbereich Stockholm Tausende Haushalte ohne Strom auskommen, wie SVT berichtete.

Überschwemmungen in Italien

epa07339738 A handout photo made available by the Italian Police shows trucks on the Brennero motorway closed in northern direction between Chiusa and Vipiteno, as the road is blocked for lorries due to the bad weather, in Italy, 02 February 2019. According to reports, vehicles were stuck on the Brenner motorway A22 which was closed due to snow.  EPA/ITALIAN POLICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Nichts ging mehr auf der Brennerautobahn im Südtirol. Bild: EPA/ITALIAN POLICE

Starke Schnee- und Regenfälle haben in Italien für Chaos auf den Strassen und für Überschwemmungen gesorgt. Nach einer Sperrung wurde die Brennerautobahn (A22) in Südtirol am späten Samstagabend wieder für den Verkehr in beiden Richtungen freigegeben.«Alle Fahrzeuge müssen mit Winterausrüstung ausgestattet sein», erklärte die Feuerwehr in Bozen am Sonntag. Am Samstag hatte ein Lawinenabgang nahe der Grenze zu Österreich die Lage verschärft. Verletzt wurde dabei niemand. Hunderte Helfer waren im Einsatz, um die Strassen vom Schnee zu befreien und Lastwagen wieder fahrtüchtig zu machen. Der Schneefall hatte auch für Behinderungen im Bahnverkehr gesorgt.

Während Südtirol mit den Schneemassen kämpfte, kam es bei Bologna zu Überschwemmungen. Zwischen den Orten Castel Maggiore und Argelato hatten die Wassermassen am Reno zu einem Dammbruch geführt. Etwa 300 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. «Viele Häuser und viele Zonen stehen immer noch unter Wasser», sagte die Bürgermeisterin von Argelato, Claudia Muzic, am Sonntagmorgen und sprach von einer Notsituation. Teilweise fehle auch der Strom.

Auch in Umbrien, den Abruzzen und Kampanien warnte der Zivilschutz weiter vor Überschwemmungen. In Venedig gab es den dritten Tag in Folge Hochwasser. Der Wasserstand lag am Sonntag erneut bei mehr als 110 Zentimetern. (cbe/sda/dpa)

Der Lawinenwinter 1999 in Bildern

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