bedeckt
DE | FR
4
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
Spanien

Spanien beendet «historische Diskriminierung» von Putzfrauen

Spanien beendet «historische Diskriminierung» von Putzfrauen

06.09.2022, 18:27

Hunderttausende Hausangestellte werden in Spanien rechtlich mit Beschäftigten anderer Sektoren gleichgestellt. Die linke Regierung bewilligte ein entsprechendes Gesetzesdekret am Dienstag in Madrid. Die Hausangestellten, darunter zum Beispiel Reinigungskräfte, Gärtner und Seniorenbetreuer, bekommen unter anderem Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung. Zudem können sie künftig nicht mehr ohne Angabe von Gründen entlassen werden. Ab dem 1. Oktober ist der Arbeitgeber zur Anmeldung bei der Sozialversicherung verpflichtet.

Damit werde «eine historische Diskriminierung beendet», schrieb Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter. Arbeitsministerin Yolanda Díaz erklärte, Spanien sei nun «ein besseres Land». Sie betonte, es handele sich um eine «feministische Reform». Die überwiegende Mehrheit der Hausangestellten in Spanien seien nämlich Frauen. Rund ein Drittel sei älter als 55 Jahre, 44 Prozent seien Einwanderinnen und über die Hälfte sei teilzeitbeschäftigt.

Wegen der Diskriminierung von Hausangestellten hatt der Europäische Gerichtshof (EuGH) Spanien erst im Februar gerügt. Der Ausschluss der Hausangestellten vom Anrecht auf Arbeitslosenhilfe verstosse gegen EU-Recht, hiess es. In Spanien gibt es gut 370 000 offiziell registrierte Hausangestellte. Weitere 200 000 werden nach Schätzungen schwarz beschäftigt. Das neue Gesetzesdekret betrifft auch zahlreiche Deutsche, die etwa auf Mallorca und in anderen Teilen Spaniens Hausangestellte beschäftigen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
pinex
06.09.2022 19:20registriert August 2014
Gut so!
331
Melden
Zum Kommentar
avatar
FreddyKruger
06.09.2022 20:26registriert Juli 2021
Auch wenn ich befürchte, dass dadurch künftig eher doppelt soviele schwarz arbeiten werden, ist es richtig und wichtig. Für jede Arbeitskraft, die davon profitiert, hat es sich gelohnt. Hoffentlich wird auch streng kontrolliert.
302
Melden
Zum Kommentar
4
Weltweit entwickeln sich doppelt so viele Länder zu autoritären Staaten wie zu Demokratien

«Die Hälfte der demokratischen Regierungen auf der ganzen Welt befindet sich im Rückgang, während autoritäre Regime ihre Unterdrückung noch verstärken.» In vielen Fällen stehe es um die Demokratie nicht besser als noch 1990. Zu diesem düsteren Schluss kommt die Demokratieagentur International IDEA in ihrem neuen Jahresbericht. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Zur Story