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epa08385430 A man walks with his son on his arms amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in Valencia, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/Biel Alino

Ein Mann mit seinem Sohn, beide maskiert: So sah erste Tag nach der Lockerung in Spanien aus. Bild: EPA

So sah der erste Tag in Spanien nach 43 Tagen Quarantäne aus (und zwar RICHTIG Quarantäne)

Seit mehr als 40 Tagen sind die Spanier wortwörtlich eingesperrt. Gestern durften Familien erstmals mit ihren Kindern offiziell an die frische Luft. Für eine Stunde.



43 Tage das Haus nur für Grosseinkäufe oder einen Hunde-Spaziergang verlassen dürfen: Für uns nur eine Horror-Vorstellung, für die Bevölkerung Spaniens die Realität. Gestern nun wurden die Lockdown-Massnahmen in dem vom Coronavirus stark betroffenen Land erstmals gelockert. Kinder, mit einem Teil ihrer Eltern eine Stunde pro Tag rausgehen zu dürfen – das war bisher ausdrücklich nicht erlaubt. Nur Hunde mit Herrchen durften auf die Strasse, Kinder aber nicht. Spaziergänge sind weiter ebenso verboten wie Joggen.

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Viele Familien haben diese Gelegenheit genutzt und verbrachte die Stunde an der frischen Luft, wie diese 10 Bilder zeigen.

epa08385651 People walk down the San Jacinto street, in Sevilla, Spain, 26 April 2020, on the first day in which minors are allowed an hour a day walk since lockdown was ordered in Spain 43 days ago in an attempt to flatten the coronavirus curve.  EPA/JOSE MANUEL VIDAL

Auf der San Jacinto Strasse in Sevilla Spanien haben sich viele Leute das erste Mal nach 6 Wochen auf die Strasse begeben. Bild: EPA

Wer unter 14 Jahre alt ist, darf ab sofort eine Stunde pro Tag mit einem Elternteil vor die Tür - und Roller, Rollschuhe oder Skateboard dürfen die Kleinen gleich mitnehmen. Viele nutzten bereits den ersten Tag der Lockerung der Beschränkungen für eine kleine Runde.

epa08385417 People walk on San Lorenzo beach with their children amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in Gijon, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/Juan Gonzalez

Endlich wieder an den Strand: Familien versammeln sich, vorbildlich die Social Distancing regeln einhaltend, am San Lorenzo Strand in Gijon. Bild: EPA

Weiter als einen Kilometer dürfen sich Eltern und Kinder aber noch nicht von ihren Wohnungen entfernen. Dennoch: Viele Augen leuchteten über Mini-Masken, die zahlreiche Familien dem Nachwuchs verordnet hatten.

epa08385431 A child skates on a deserted square amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in Valencia, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/Biel Alino

Auch Sport ist wieder angesagt: Hier ein Kind in Skatingschuhen auf einem leeren Platz in Valencia. Bild: EPA

«Wir erleben diesen Tag mit einer Mischung aus Emotion und Angst», sagte Carmen, Mutter von zwei kleinen Töchtern. «Wir wohnen im Zentrum von Madrid und der Radius von einem Kilometer würde es uns erlauben, in den Retiro-Park zu gehen - aber der ist weiter geschlossen.» Sie befürchtet, dass die Bürgersteige durch die Lockerung bald wieder voller Menschen sein könnten.

Families with their children walk along a boulevard in Barcelona, Spain, Sunday, April 26, 2020 as the lockdown to combat the spread of coronavirus continues. On Sunday, children under 14 years old will be allowed to take walks with a parent for up to one hour and within one kilometer from home, ending six weeks of compete seclusion. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Menschenansammlungen, wie Spanien sie lange nicht mehr gesehen hat. Hier in Barcelona. Bild: AP

Ihre Angst ist womöglich nicht unbegründet. In Barcelona (Bild oben) wagten sich am ersten Tag nach den ersten Lockerungen bereits wieder tausende Menschen gleichzeitig auf die Strasse.

epa08385082 A man and his son look at a children's playground closed to the public as they go for a walk amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in San Sebastian, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/JUAN HERRERO

In Sebastian sind immer noch die Spielplätze gesperrt, um eine Anhäufung von Kindergruppen und deren Eltern zu vermeiden. Bild: EPA

Ihre Töchter Sara (6) und Julia (3) freuten sich dennoch unbändig darauf, mit ihrem Roller auf die Strasse zu dürfen. «Julia hat vor dem Fernseher laut angefangen zu klatschen, als verkündet wurde, dass Kinder wieder das Haus verlassen dürfen», erinnert sich Carmen.

epa08385132 Siblings wave from the street at their grandfather confined at his home amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in Pamplona, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/JESUS DIGES

Eine Familie besucht ihren Grosspapi Zuhause und winkt aus sicherer Distanz. Bild: EPA

Gemäss worldometers ist Spanien mit 236'200 Infizierten hinter den USA auf dem zweiten Platz der meisten bestätigen Infektionen weltweit. Mit einer Todeszahl von 23'500 befinden sie sich auf Platz 3 der Todesfälle weltweit. In den letzten 24 Stunden sind 331 neue Todesfälle hinzugekommen. Das ist der tiefste Stand seit Beginn des Lockdowns am 20. März und gibt Hoffnung auf eine baldige Lockerung der strengen Massnahmen.

epa08385425 Two women walk with their baby carriages in Palma, Balearics, Spain, 26 April 2020, on the first day in which minors are allowed an hour a day walk since lockdown was ordered in Spain 43 days ago in an attempt to flatten the coronavirus curve.  EPA/Atienza

Auch in Palma auf Mallorca gelten die Regeln - zwei Frauen bei ihrem Spaziergang mit ihren Babies. Bild: EPA

Regierungschef Pedro Sánchez hatte am Samstag in Aussicht gestellt, dass Spaziergänge und Joggen ab dem 2. Mai erlaubt werden könnte, «wenn die Entwicklung der Pandemie weiter günstig verläuft».

epa08385136 Adults and children gather at a park amid the ongoing coronavirus COVID-19 pandemic in Seville, Spain, 26 April 2020, on the first day that minors have been allowed for an hour a day outside of their homes following a nationwide lockdown ordered 44 days ago in Spain in an attempt to fight the spread of the pandemic COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/JOSE MANUEL VIDAL ATTENTION EDITORS: IMAGE PIXELATED AT SOURCE IN ACCORDANCE WITH SPANISH LAW

Nicht nur die Kinder freuen sich, sonder auch die Erwachsenen. Hier in einem Park in Sevilla. Bild: EPA

Denn nach wie vor dürfen Menschen ohne Kinder unter 14 Jahren noch immer nicht ohne triftigen Grund das Haus verlassen. Das schlägt aufs Gemüt - man mag es sich wohl kaum vorstellen, wie es ist, mehrere Wochen lang in einer kleinen Wohnung ohne Balkon eingesperrt zu sein. Auch für das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden ist der Spaziergang an der Sonne und frischen Luft wichtig.

Families with their children sit in a boulevard as police patrol the beach, where access is prohibited, in Barcelona, Spain, Sunday, April 26, 2020 as the lockdown to combat the spread of coronavirus continues. On Sunday, children under 14 years old will be allowed to take walks with a parent for up to one hour and within one kilometer from home, ending six weeks of compete seclusion. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Der Strand in Barcelona ist immer noch gesperrt. Um dennoch die Aussicht auf das Meer geniessen zu können, setzen sich Familien auf den Boulevard. Bild: AP

Der spanische Direktor für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simon, sagte Journalisten, dass trotz der guten Nachrichten immer noch Vorsicht geboten sei. Die Daten zeigen einen deutlich absteigenden Trend. «Es ist wahr, dass wir das Wochenende sorgfältig analysieren müssen, aber das Ausmaß des Abstiegs ist wichtig», sagte er.

Catalan police officers patrol as families with their children walk along a boulevard in Barcelona, Spain, Sunday, April 26, 2020 as the lockdown to combat the spread of coronavirus continues. On Sunday, children under 14 years old will be allowed to take walks with a parent for up to one hour and within one kilometer from home, ending six weeks of compete seclusion. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Die Polizei hat viel zu tun: Katalanische Polizisten patroullieren in Barcelona rund um die Uhr, um sicherzustellen, dass die Menschen trotz Lockdown-Lockerung die Regeln einhalten. Bild: AP

Es bleibt zu hoffen, dass die Menschenansammlungen nicht eine zweite Welle begünstigen und der Trend weiterhin abwärts geht, damit bald alle Menschen wieder einen Spaziergang im Freien unternehmen dürfen. (cki/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 28.04.2020 10:45
    Highlight Highlight Unverhältnismässigkeit scheint kein Massstab zu sein ... Kinder so lange einzusperren widerspricht Menschenrechten. Anfangs war ich aus Unsicherheit ein vehementer Befürworter solcher Massnahmen. Ich habe mich geirrt. Der vermeindliche Schutz von Uralten und Kranken rechtfertigt solche Einschränkungen nicht.
  • Ruffano 28.04.2020 06:54
    Highlight Highlight Guter Titel: Echte Quarantäne!!! Bei uns jammern sie wie immer auf hohem Niveau. Bei uns sah es eher nach Beginn der Sommerferien aus !!
  • Seebarsch 27.04.2020 22:09
    Highlight Highlight Sorry Corona hin oder her aber Kinder 40 Tage in der Wihnung einsperren ist einfach nur grausam. Einzelhaft wird von Menschenrechtlern kritisiert
    • Toerpe Zwerg 28.04.2020 11:02
      Highlight Highlight Ja. Unverhältnismässig und eine Beispiel für Politikversagen - man könnte die Menschen auch prophylaktisch umbringen, damit sie nich an der Pandemie sterben.
  • Füürtüfäli 27.04.2020 21:38
    Highlight Highlight Diese Massnahmen, die strengsten in Europa, dienten vor allem dazu, die Unfähigkeit der Regierung zu übertünchen. Aber auch Opposition zeichnete sich durch Unfähigkeit aus. Und über die Katalanistas besser gar nicht reden. Diese freuten sich anfänglich sogar, dass Madrid besonders betroffen war(Carla Ponsati: de Madrid am cielo)
    Warum man seit 6 Wochen nicht mal alleine mit Mundschutz das Haus verlassen darf um spazieren zu gehen, wurde von der Regierung nicht mal erklärt. Dafür war ein Friseurbesuch anfänglich erlaubt gewesen.....einfach nur Irre!!!
  • Toerpe Zwerg 27.04.2020 21:11
    Highlight Highlight Würde ich meine Kinder wochenlang in der Wohnung einsperren, die KESB wäre zur Stelle ...
  • Barracuda 27.04.2020 19:53
    Highlight Highlight Und bei uns in der Schweiz jammern einige schon rum nach ein paar Wochen lockeren Lockdown ohne Ausgangssperre und predigen wirren Stuss von Beraubung der Grundrechte, Diktatur und die Einschränkung des Menschenrechts auf Konsum und anderen Schwachsinn. Diese Nasen sollte man alle mal in ein Land schicken, wo diese Worthülsen WIRKLICH Realität sind!
    • Toerpe Zwerg 28.04.2020 11:04
      Highlight Highlight Das ist kein "wirrer Stuss", sondern real. Wieviele vorzeitige Todesfälle rechtfertigen ein Aussetzen der Grundrechte?
  • Glücksbringer 27.04.2020 17:47
    Highlight Highlight Ein Vater hat erzählt: „Ich habe die Ausgangsbewilligung, meinen Ausweis, den des Kindes, die Schutzmasken, die Seife zum Händewaschen, das Desinfektionsmittel, das Skateboard des Kindes, den Schrittzähler, um ja nicht zu weit zu gehen, sowie die Stoppuhr genommen und bin gegangen... und habe das Kind zu Hause vergessen.“
  • gulf 27.04.2020 17:08
    Highlight Highlight guter Bericht.
    Ich wundere mich immer, wie Menschen in der Schweiz nach wenigen Woche Einschränkungen sich beschweren und klagen, als ob sie inhaftiert wären, nicht nach draussen dürften, ohne Freiheiten, etc.
    "ich lass mir doch vom Staat nicht vorschreiben etc. bla bla"
    Die Menschen in anderen Ländern haben anderes durchgemacht .... viel mehr Einschränkungen, viel mehr Tote ....

    Seien wir dankbar und weniger im Motzmodus ....
    • Toerpe Zwerg 28.04.2020 11:00
      Highlight Highlight Aber bringts wirklich was?
    • gulf 28.04.2020 11:17
      Highlight Highlight @ Toerpe Zwerg
      das ist eine andere Frage. Wahrscheinlich wird man erst später im Rückblick analysieren können, wer wo , mehr oder weniger Massnahmen hätte anordnen sollen.
      Das zu klären wird aber sehr wichtig sein, für ein allfälliges nächstes mal.
      Bei meinem Kommentar ging es mir mehr darum, dass wir einfach eine Generation sind, die sich nicht gewöhnt ist, Einschränkungen dieser Art zu haben und deshalb diesbezüglich etwas wehleidiv geworden sind ....
  • cal1ban 27.04.2020 17:04
    Highlight Highlight Der katalanische Polizist trägt die Maske ja richtig vorbildlich. Und die sollen dann die Massnahmen kontrollieren?

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