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Hilfsorganisationen warnen vor verschärfter Hungersnot im Sudan

FILE - Sudanese families displaced from El-Fasher reach out as aid workers distribute food supplies at the newly established El-Afadh camp in Al Dabbah, Sudan's Northern State, Nov. 16, 2025. (AP ...
Im Lager El-Afadh in der Stadt Al Dabbah verteilen humanitäre Helfer Nahrungsmittel an aus El Fasher vertriebene Familien, Nordsudan, 16. November 2025.Bild: keystone

Hilfsorganisationen warnen vor verschärfter Hungersnot im Sudan

13.04.2026, 15:1413.04.2026, 15:14

Die Hungerkatastrophe im Sudan verschärft sich weiter. Laut einem am Montag veröffentlichten Bericht von Hilfsorganisationen ist die Lage im Sudan eine der grössten humanitären Krisen der Welt. Familien haben ganze Tage nichts zu essen und Millionen Menschen nur eine Mahlzeit am Tag zur Verfügung.

In der Not wird auf Pflanzenblätter und Tierfutter zurückgegriffen, um zu überleben. Konkret betroffen sind die Regionen Nord-Darfur und Süd-Kordofan.

Auch aus dem von den Vereinten Nationen koordinierten Humanitarian Needs and Response Plan 2026 geht hervor, dass 28,9 Millionen Menschen im Sudan, fast zwei Drittel der Bevölkerung, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. UNO-Organisationen bestätigen eine Hungersnot in Teilen der Regionen Nord-Darfur und Süd-Kordofan.

Frauen und Mädchen besonders betroffen

Dem Bericht der Hilfsorganisationen zufolge sind Frauen und Mädchen besonders von der Krise betroffen. Sie sind einem hohen Risiko von Vergewaltigungen und Belästigungen ausgesetzt, wenn sie auf die Felder, Märkte oder zum Wasserholen gehen.

Die von Frauen geführten Haushalte haben es deutlich schwerer, an Lebensmittel zu kommen. Der Bericht basiert auf Befragungen von Bauern, Händlern und Helfern im Sudan. Die Krise führt er darauf zurück, dass der landwirtschaftliche Anbau von Nahrungsmitteln durch den Bürgerkrieg gestört wurde. Der Hunger wird als Kriegswaffe eingesetzt, indem etwa Bauernhöfe und Märkte gezielt zerstört werden.

Hintergrund der Krise im Sudan ist der Krieg der sudanesischen Armee und der RSF-Miliz, der mittlerweile drei Jahre anhält. Die von der Armee gestützte Regierung bestreitet, dass es eine Hungersnot gibt. Die RSF weist die Verantwortung für die Zustände in den von ihr kontrollierten Gebieten zurück. (sda/apa)

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