International
Südamerika

Stichwahl in Kolumbien: Abelardo de la Espriella gegen Iván Cepeda

Stichwahl in Kolumbien: Ein linker Senator gegen einen rechten Anwalt

01.06.2026, 05:0401.06.2026, 05:04
This combination of photos shows presidential candidates Abelardo de la Espriella, left, on May 6, 2026, and Iván Cepeda, on Feb. 26, 2026, on the campaign trail ahead of elections in Colombia. (AP Ph ...
Abelardo de la Espriella (l.) und Iván Cepeda-Bild: keystone

Die Präsidentschaftswahl in Kolumbien geht in eine Stichwahl zwischen dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella und dem linken Senator Iván Cepeda. Nach Auszählung von knapp 99,5 Prozent der Stimmen kam de la Espriella auf 43,7 Prozent und Cepeda auf knapp 41 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte. Da keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, fällt die Entscheidung über das Präsidentenamt erst in der Stichwahl am 21. Juni.

Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, einen Nachfolger des linken Präsidenten Gustavo Petro zu wählen, der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren durfte. Die Abstimmung galt auch als Entscheidung darüber, ob Kolumbien den von Petro eingeschlagenen Kurs mit höheren Sozialausgaben und Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen fortsetzt oder einen konservativeren Weg einschlägt.

Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die vor der Wahl ebenfalls zu den aussichtsreichsten Bewerbern gezählt hatte, landete mit knapp sieben Prozent der Stimmen deutlich hinter den beiden Spitzenkandidaten. Cepeda tritt für das Regierungslager an und will den Reformkurs Petros fortsetzen. De la Espriella wirbt dagegen für einen harten Sicherheitskurs, einen schlankeren Staat und ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.

Sicherheitslage prägte den Wahlkampf

Der Wahlkampf war zuletzt von einer angespannten Sicherheitslage überschattet worden. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu mehreren Anschlägen, bei denen Zivilisten, Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt wurden. Die Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Kristin Wesemann, hatte zuletzt von «einer der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre» gesprochen.

Petro war 2022 als erster linker Präsident in der Geschichte Kolumbiens gewählt worden. Während seine Anhänger auf sinkende Armutszahlen, höhere Sozialausgaben und Mindestlohnerhöhungen verweisen, werfen Kritiker ihm vor, mit seinem Vorhaben eines «totalen Friedens» keinen entscheidenden Durchbruch gegen bewaffnete Gruppen erreicht zu haben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tayrona Nationalpark, Kolumbien
1 / 5
Tayrona Nationalpark, Kolumbien
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kinder in Kolumbien werden gerettet
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Brennerautobahn nach Demo-Sperre wieder offen
Die Sperre der Brennerautobahn im österreichischen Bundesland Tirol ist nach einer Demonstration aufgehoben worden. «Alle Spuren sind wieder offen», sagte ein Sprecher des Autobahnbetreibers Asfinag am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur.
Zur Story