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Erstmals Gefechte zwischen türkischer Armee und syrischen Truppen



Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

Kurz vor Ablauf einer Waffenruhe in Nordsyrien hat es in der Region erstmals direkte Gefechte zwischen der türkischen Armee und den syrischen Regierungstruppen gegeben. Bei den Kämpfen nahe der türkischen Grenze seien sechs syrische Soldaten getötet worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Am Abend sollte eine Frist ablaufen, die Ankara und Moskau den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zum Rückzug gesetzt hatten.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden fünf syrische Soldaten durch türkischen Artilleriebeschuss in der Nähe des Dorfes al-Assadija südlich der Grenzstadt Ras al-Ain getötet. Ein Sechster sei im Zuge des Gefechts von protürkischen Milizen «hingerichtet» worden.

Die oppositionsnahe Organisation in Grossbritannien bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind diese meist kaum zu überprüfen.

Die Türkei äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall, doch wollte Präsident Recep Tayyip Erdogan später zum türkischen Tag der Republik in Ankara sprechen. Die Türkei unterstützt seit Jahren die syrischen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Baschar al-Assad und unterhält keinen Kontakt zu seiner Regierung. Bei ihrer Offensive in Nordsyrien wurde die türkische Armee von verbündeten syrischen Rebellenmilizen unterstützt.

Konfrontation bisher vermieden

Die Kämpfe am Dienstag waren nach Angaben der Beobachtungsstelle die ersten direkten Gefechte zwischen Soldaten der Türkei und Syriens seit den Start der türkischen Offensive am 9. Oktober. Der international umstrittene Einsatz hat zum Ziel, die YPG-Miliz aus dem Grenzgebiet zu vertreiben.

Angesichts der türkischen Offensive und des Abzugs der US-Truppen sah die Verwaltung der kurdischen Autonomieregion keinen Ausweg, als die syrische Armee zu Hilfe zu rufen. Machthaber Baschar al-Assad entsandte daraufhin Mitte Oktober zwar Truppen an die türkische Grenze, doch vermieden beide Seiten eine Konfrontation.

Zudem vereinbarte die Türkei acht Tage nach Beginn der Offensive mit den USA eine Waffenruhe, um den YPG-Kämpfern den Abzug zu ermöglichen. Mit Russland verständigte sich die Türkei später auf eine Verlängerung der Feuerpause sowie gemeinsame Patrouillen entlang der Grenze.

Gemäss der Vereinbarung Erdogans mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin behält die Türkei die direkte Kontrolle über einen 120 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Grenzabschnitt zwischen Ras al-Ain und Tal Abjad, den sie erobert hat. Das Grenzgebiet östlich und westlich davon soll nach dem Abzug der YPG von der russischen Militärpolizei und der syrischen Armee kontrolliert werden. In Grenznähe soll es zudem russisch-türkische Patrouillen geben.

Erdogan droht mit Fortsetzung von Offensive

Die von den YPG dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sagten am Sonntag zu, sich auf der gesamten Länge der türkisch-syrischen Grenze auf eine Entfernung von 32 Kilometern zurückzuziehen. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten den Abzug der kurdischen Kämpfer aus verschiedenen Grenzorten und den Einzug russischer und syrischer Truppen.

Doch war weiter nicht geklärt, ob die YPG-Kämpfer überall abgezogen sind. Erdogan hat gedroht, die Offensive wiederaufzunehmen, wenn sich die YPG nicht vollständig zurückzieht. (aeg/sda/afp)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MiinSenf 29.10.2019 21:43
    Highlight Highlight anno 2019, seriously?
  • Füdlifingerfisch 29.10.2019 20:25
    Highlight Highlight Ich dachte, Assad und Putin sind miteinander verbündet?
  • Füürtüfäli 29.10.2019 19:52
    Highlight Highlight Die SDF machen die Drecksarbeit beim Aufspüren von Al-Baghdadi und als Dank werden sie von den USA in Stich gelassen...


    Wobei: Ich nehme eher an, dass al Baghdadi schon länger unter dem Schutz der Türkei stand und diese ihn an das Messer lieferten.
    War ja auch auffallend, wie die USA die Sanktionen gegen das Land fallen gelassen haben. War wohl der Deal.
    • AdvocatusDiaboli 29.10.2019 23:55
      Highlight Highlight Die SDF wollten schon immer Baghdadi erledigen, als eines der obersten Ziele. Als sie ihn aufdeckten ruften sie aber trotz allem "in Stich lassen" dann doch die USA zum Einsatz her.

      Es sieht also aus, als ob die Beziehung zwischen SDF und USA etwas komplexer ist als Berichtet wird.
  • flausch 29.10.2019 17:34
    Highlight Highlight "behält die Türkei die direkte Kontrolle über einen 120 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Grenzabschnitt zwischen Ras al-Ain und Tal Abjad, den sie erobert hat."

    Bleibt anzumerken das ein grosser Teil dieses gebietes bis zum beginn der ersten "Waffenruhe" noch fest in der Hand der SDF war und erst während ebendieser eingenommen wurde.


    "Erdogan hat gedroht, die Offensive wiederaufzunehmen, wenn sich die YPG nicht vollständig zurückzieht. "

    Behauptung:
    Erdogan wird diesen Völkerrechtswiedrigen Angriff nicht einstellen und weiterhin Kriegsverbrechen begehen. Daesh wird gestärkt.
  • flausch 29.10.2019 17:26
    Highlight Highlight "Kurz vor Ablauf einer Waffenruhe in Nordsyrien hat es in der Region erstmals direkte Gefechte zwischen der türkischen Armee und den syrischen Regierungstruppen gegeben."

    Dazu gibt es zwei dinge zu sagen:
    1. Gab es diese "Waffenruhe" nur auf Papier.
    2. Wurden scheinbar auch schon Russische Militärpolizisten durch die Türkische Armee angegriffen.
    https://twitter.com/NPA_English/status/1189147235533099010



    "Der international umstrittene Einsatz "

    Kann man so nennen, ist aber eigentlich ganz klar ein völkerrechtswiedriger Angriffskrieg und sollte auch so bezeichnet werden.
  • pun 29.10.2019 17:19
    Highlight Highlight Wer der kurdischen Berichterstattung folgt konnte lesen, dass es trotz amerikanischer oder russischer Waffenruhe gar keine gab. Die islamistischen Terror-Milizen von Erdogan haben aktiv daran gearbeitet, die Besatzungszone auszuweiten.
    Es ist doch einfach zum kotzen, wie jetzt IS Kämpfer befreit wurden und die einzigen, die sich um Demokratie und pluralistisches Zusammenleben bemühen, von allen im Stich gelassen werden...

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