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In this image posted on the Twitter page of Ahrar al-Sham on June. 19, 2015, fighters from Ahrar al-Sham march in the eastern Damascus suburb of Ghouta, Syria. Unlike the Islamic State group and al-Qaida's branch in Syria, the Nusra Front, Ahrar al-Sham is not on the U.S. list of terrorist organizations. However, Washington remains suspicious because of its links to al-Qaida, especially since one of the group's founders was known to be close to al-Qaida leader Ayman al-Zawahri. (Ahrar al-Sham Twitter page via AP)

Kämpfer der Rebellengruppe Ahrar al-Scham. (Archivbild) Bild: AP/Ahrar al-Sham Twitter Page

Rebellengruppe lehnt Vereinbarung zu Waffenruhe in Syrien ab



Eine einflussreiche Rebellengruppe in Syrien hat die von Russland und den USA erzielte Vereinbarung über eine ab Montag geltende Waffenruhe abgelehnt. Diese würde lediglich die Regierung in Damaskus stärken und das Leiden der Menschen erhöhen.

«Das syrische Volk kann keine halben Lösungen akzeptieren», erklärte die islamistische Gruppe Ahrar al-Scham am Sonntagabend in einem Video. Ahrar al-Scham ist die erste unter der Vielzahl von Rebellengruppen in Syrien, die offiziell auf die Vereinbarung über die Waffenruhe eingegangen ist. Das wichtigste Oppositionsbündnis, das Hohe Verhandlungskomitee, hatte am Sonntag erklärt, die Vereinbarung werde noch geprüft.

Ahrar al-Scham veröffentlichte ihr Video im Online-Dienst YouTube anlässlich des islamischen Opferfestes am Montag. Darin sagt der Vize-Anführer der Gruppe, Ali el-Omar, «die russisch-amerikanische Vereinbarung» lasse «all die Opfer und all die Gewinne unseres revoltierenden Volkes verpuffen». «Sie trägt nur dazu bei, das Regime zu stärken und die Revolution militärisch einzukreisen.»

Dschihadisten von Waffenruhe ausgenommen

El-Omar lehnte auch den Teil der Vereinbarung ab, nach dem die Rebellen ihre Zusammenarbeit mit den Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front beenden sollen. Deren Sprecher Mostafa Mohamed erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, «alle Gespräche und Vereinbarungen, die nicht die Kämpfer vor Ort einbeziehen» seien «nutzlos». Die Dschihadisten sind allerdings von der vereinbarten Waffenruhe ausgenommen.

Die am Freitag nach langen Verhandlungen zwischen Russland und den USA erzielte Vereinbarung sieht vor, dass sich die syrischen Regierungstruppen rund um die umkämpfte Grossstadt Aleppo zurückziehen und humanitären Helfern Zugang gewähren. Russland muss die Regierungstruppen davon überzeugen, die Rebellengebiete nicht länger zu bombardieren.

Im Gegenzug müssen die USA die mit ihnen verbündeten Rebellengruppen dazu bringen, nicht mehr mit der islamistischen Fateh-al-Scham-Front zu kooperieren. Hält die Waffenruhe eine Woche lang, wollen die USA und Russland ihren Kampf gegen Dschihadisten in Syrien koordinieren.

Grossangriffe auf Städte

Vor dem Beginn der Waffenruhe hatte eskalierende Gewalt Dutzende Zivilisten getötet. Allein in der von Rebellen kontrollierten Stadt Idlib starben 62 Menschen. Bei den Angriffen auf einen Markt und mehrere Wohnviertel gab es 62 Tote, darunter 13 Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mitteilte.

Der Angriff, bei dem auch 90 Menschen verletzt wurden, ereignete sich, als die Einwohner gerade Einkäufe für das islamische Opferfest Eid al-Adha machten, das am Montag beginnt. Welche Luftwaffe die Angriffe flog, konnte die oppositionsnahe Organisation nicht sagen.

Laut den für Medien kaum überprüfbaren Angaben der Beobachtungsstelle wurden auch in der nordsyrischen Grossstadt Aleppo zwölf Zivilisten getötet, während es in der gleichnamigen Provinz 18 Tote gab. (cma/sda/afp)

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