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Was gerade in Aleppo passiert, ist «schlimmer als Auschwitz» – warum wir uns schämen werden



Bild

Wie aus einem Computerspiel, doch es ist tödliche Realität: Kampfszene in Aleppo. screenshot

Henryk M. Broder ist ein äusserst streitbarer Mann. Wird etwa eine Hühnerfarm mit einem KZ verglichen, ist demjenigen eine Breitseite des jüdischen Journalisten gewiss. Und dieser Deutsche hat sich nun zur Lage in Aleppo geäussert. Er schreibt in der Welt:

«Für mich ist Aleppo schlimmer als Auschwitz.»

ARCHIV: Der Journalist und Autor Henryk M. Broder posiert bei einem Photocall zur Fernsehreihe

Journalist Henryk M. Broder. Bild: AP dapd

Auschwitz sei Vergangenheit, gut dokumentiert und könne sich nicht wiederholen, erklärt Broder. Aleppo sei aber nun mal Gegenwart: «Das Morden und Sterben wird live übertragen. Keiner wird sagen können, das Schlachtfest habe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden», hält er uns den Spiegel vor.

«Aleppo geschieht vor unseren Augen – schämt euch!»

Alles bloss markige Worte? Mitnichten! Die Lage in der einstigen Wirtschaftsmetropole sei «katastrophal», warnt die UNO: In der Stadt gibt es seit vier Tagen kein Wasser mehr. Strom gibt es nur selten – und das bei Temperaturen von bis zu 40 Grad. In den von «Rebellen» kontrollierten Stadtgebieten sind 275'000 Menschen eingeschlossen, im Grossraum Aleppos sind zwei Millionen von den schweren Gefechten betroffen.

UNO fordert 48-stündige Feuerpause für Aleppo

Die Vereinten Nationen haben erneut eine 48-stündige Feuerpause in der Stadt Aleppo für humanitäre Hilfeleistungen gefordert. Mitarbeiter der Hilfsorganisationen könnten aufgrund der schlechten Sicherheitsbedingungen nicht zur Stadt vordringen, wie UNO-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien sagt. «Sie sind mutig, aber sie wollen keinen Selbstmord begehen – wir müssen ihre Sicherheit gewährleisten», so O'Brien am Dienstag bei einem Treffen des UNO-Sicherheitrats in New York. (gin/sda/dpa)

Die Assad-Truppen hatten Mitte Juli die Rebellenviertel komplett eingeschlossen, doch gelang es radikalislamischen Aufständischen kürzlich, den Belagerungsring wieder zu durchbrechen. Nun drohen die von der Regierung gehaltenen Bezirke im Westen von der Aussenwelt abgeschnitten zu werden. Zumindest gelang es der Regierung jüngst, über eine Strasse im Norden einen Konvoi mit Hilfsgütern in die Stadt zu bringen.

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Propaganda-Video der syrischen Regierung. YouTube/South Front

Zeichen setzen: Arzt geht mit Frau und Baby zurück

Und die humanitäre Lage wird immer prekärer – nicht zuletzt, weil immer wieder Spitäler bombardiert werden. Ein besonderer Lichtblick für die Eingeschlossene war deshalb die Ankunft syrischer Ärzte aus Grossbritannien: Einer von ihnen, Hamza al-Khatib, nahm seine Frau mitsamt Baby auf die gefährliche Reise zurück in die umkämpfte Stadt. Ein Film des britischen Senders «Channel 4» gibt einen Eindruck davon, was in Syrien gerade passiert.

Es ist, wie Broder gesagt hat: Wir sind bei dieser Belagerung mehr oder weniger live dabei. Etwa durch Drohnenvideos aus dem Krisengebiet, die wirken, als kämen sie aus einem Computerspiel, die aber tödliche Realität sind. Hier etwa sieht man den Beschuss eines Hauses durch Panzer der Aufständischen-Koalition.

Das Video zeigt noch eine weitere Geissel dieses Krieges: Es wurde von Fatah al-Scham gemacht, die früher unter dem Namen al-Nusra-Front firmierte. Es handelt sich also um Propaganda der Islamisten, die wie andere «Rebellen» gegen die Truppen Assads kämpfen. 

Rebel fighters gather in an artillery academy of Aleppo, Syria, August 6, 2016. REUTERS/Ammar Abdullah

«Rebellen» bei einer Lagebesprechung am 6. August in Aleppo. Bild: AMMAR ABDULLAH/REUTERS

Der eine ist des anderen Terrorist ...

Auf der Gegenseite wird die syrische Armee am Boden von unter iranischem Kommando stehenden irakischen und afghanischen Kämpfern und Milizionären der schiitischen Hisbollah unterstützt. Hinzu kommt massive Luftunterstützung von Russland

abspielen

Ein russisches Video zeigt einen aktuellen Bombenangriff auf Aleppo. YouTube/loner loneranger

Und wer sind nun die Guten? Die Islamisten ja wohl nicht. Vielleicht die Russen? Denen wird gerade vorgeworfen, sie setzten international geächtete Brandbomben ein, wie der Telegraph berichtet. Der Hisbollah wird seit jeher Terrorismus vorgeworfen. So wie die Türkei den Kurden Terrorismus vorwirft.

... oder anders: Der Teufelskreis

Die USA unterstützen «Rebellen», die anscheinend Kinder köpfen, während die Briten eigene Truppen nach Syrien geschickt haben, die ebenfalls die «Rebellen» unterstützen, aber auch gegen den «IS» und Fatah al-Scham vorgehen sollen, die auch gegen Assad und Co. kämpfen. Und wenn Russland wieder bombardiert, macht die Fatah al-Scham ein Drohnenvideo, das dann von der britischen «Daily Mail» verbreitet wird.

Die Fatah al-Scham alias Ex-Nusra-Front bezieht ihre Gelder laut «Independent» aus Saudi-Arabien, dem guten Verbündeten der USA. Womit wir wieder am Anfang wären.

Syria Democratic Forces (SDF) fighters walk with people that fled their homes due to clashes between Islamic State fighters and Syria Democratic Forces (SDF) towards safer parts of Manbij, in Aleppo Governorate, Syria, August 7, 2016. REUTERS/Rodi Said

Kämpfer der kurdisch-dominierten «Demokratische Kräfte Syriens» (SDF, gegründet 2015) begleiten Flüchtlinge .  Bild: RODI SAID/REUTERS

Das ist das Problem dieses Konflikts: Er ist extrem unübersichtlich und vielschichtig. Wer die Guten sind, ist nicht ohne Weiteres festzumachen. Wer die Verlierer sind, ist dagegen sonnenklar: die Zivilisten. Kinder, Frauen, Männer, Alte.

A girl stands near Syria Democratic Forces (SDF) fighters on a damaged street in Manbij, in Aleppo Governorate, Syria, August 7, 2016. REUTERS/Rodi Said

Kind in Manbij im Gouvernement Aleppo am 7. August. Bild: RODI SAID/REUTERS

Die USA setzen Hunderte Millionen Dollar ein, um die «Rebellen» zu unterstützen. Grossbritannien hat mittlerweile Bodentruppen in dem Land. Wir sehen alle zu, wie das einst kulturell reiche Syrien dem Erdboden gleichgemacht wird und Menschen sterben. Womit wir wieder bei Henryk M. Broder wären.

Was wäre denn seine Lösung für diese Tragödie? Der Autor bleibt sich treu, konsequent, streitbar:

«Niemand soll sich später darauf berufen, er habe nichts mitbekommen oder es sei unmöglich gewesen, das Geschehen mit militärischen Mitteln zu stoppen, so als wäre die NATO ein Traditionsverein, der Trachtenkapellen zu Volksfesten entsendet.»

Henryk M. Broder in der Welt.

Ein Eingreifen der NATO wäre immer noch ein Krieg gewesen, der Tod und Zerstörung bedeutet hätte. Vielleicht wäre von dem alten Syrien zumindest ein Stückchen übrig geblieben. Doch in Libyen, wo es ähnliche Konstellationen gegeben hat und wo NATO-Staaten bombardierten, herrscht mittlerweile bekanntlich auch nicht gerade Frieden.

So oder so, unbestritten bleibt Broder bei: Das Morden geht weiter. Und wir sehen zu. Er hat sicherlich Recht: Wir werden uns schämen müssen.

Kinder in Kriegsregionen

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91Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jogurt 06.04.2017 15:50
    Highlight Highlight Der Syrien Krieg ist ein Rohstoffkrieg der Grossmächte. Assad ist gegen eine Erdgaspipeline von Katar/ Saudi-Arabien durch sein Land in die Türkei. Dadurch stütz er die russischen Interessen welche die grössten Erdgaslieferungen nach Europa tätigen (weniger Konkurrenz für Putin). Nur, die USA und die NATO - Länder sind so oder so bestrebt Russland zu schwächen und haben somit ein geostrategisches Interesse Assad zu stürzen (vgl. Ganser, illegale Kriege 2016, orell füssli).
  • rodolofo 11.08.2016 07:54
    Highlight Highlight Ja das ist wirklich eine Art "Modernes Auschwitz", was da in Aleppo passiert.
    Aber wie kann man das verhindern?
    Assad geniesst die Unterstützung der Russischen Armee bei seiner "Befreiung" (Erinnert mich an der Spruch über einem KZ-Eingangstor: "Arbeit macht frei!").
    Ein direkter Konflikt mit Moskau könnte eskalieren bis zu einem Atomkrieg!
    Die vernünftige Vorsicht des "Westens" nutzen die brutalen Machtmenschen Putin und Assad aus, um die "Terroristen" (alle, welche sich nicht "brechen" lassen) auszuräuchern, auszuhungern, gefangen zu nehmen, zu foltern und zum Verstummen zu bringen...
  • whatthepuck 10.08.2016 15:25
    Highlight Highlight Wieso sollen unsere europäischen Männer in Syrien sterben damit dort Frieden herrscht? Ich seh's nicht so ganz. Ein Eingreifen der NATO bedeutet tote Europäer. Nein danke.
    • Lami23 10.08.2016 22:43
      Highlight Highlight Glaub mir den toten Europäer nimmst du lieber inKauf als die Folgen die irgendwann auch uns treffen/noch mehr treffen werden...
    • baBIELon 11.08.2016 09:32
      Highlight Highlight @whatthepuck. Der Westen bereichert sich seit Menschen gedenken bei den schwächeren. Es werden aufgrund von geopolitischen Interessen Bürgerkriege ins leben gerufen und rechtmässig demokratisch gewählte Machthaber versucht man durch Marionetten zu ersetzen um mehr Geld zu machen! Wieso sollen europäische Männer in Syrien sterben? Damit wir beenden, was wir (der Westen) angefangen haben.
    • Saraina 15.03.2017 15:03
      Highlight Highlight Ohne tote Russen und Amerikaner sähe Europa heute anders aus.

      Wobei... Mal abwarten wie sich dieses Wahljahr entwickelt....
  • Daenerys Targaryen 10.08.2016 14:43
    Highlight Highlight Ich hab das Gefühl, Syrien ist ein Schauplatz und die Menschen dort sind bloss Schachfiguren für die grösseren Mächten (Russland, USA und England)... Jeder unterstützt die andere Seite dunkts mich. Und ich finde es schade das wir nicht gross etwas ausrichten können, da es so viele Zellen gibt, dass heisst, es ist nicht ein Land oder eine Nation die "Böse" ist, sondern das wir nicht wissen wer die Guten und die Schlechten sind.
    • redeye70 13.08.2016 10:43
      Highlight Highlight Bitte die Türkei nicht vergessen! Erdogan spielt ebenso ein sehr dreckiges Spiel in Syrien. Gerade aber die Muslime schieben gerne die ganze Verantwortung auf den Westen ab. Das kommt an beim Volk, vor allem wenn zu guter Letzt Israel auch noch in den ewigen Reigen der Sündenbockfindung miteinbezogen wird. Die Lösung der Konflikte im arabischen Raum liegt alleine bei den dortigen Völkern. Der gegenseitige Hass und das Misstrauen verhindern dies. Kultur und Mentalität tragen das ihre bei.
    • Enzasa 25.10.2016 07:53
      Highlight Highlight Mischt den der Westen nicht mit,?
  • Bijouxly 10.08.2016 13:29
    Highlight Highlight Warum sollte ich mich schämen? Was sollen wir denn seiner Meinung nach tun, Leserbriefe schreiben? Das ist ein politisches Problem und ich glaube auch der hinterallerletzte Politiker wünscht sich nun, besser Assad unterstützt zu haben.
    • rodolofo 11.08.2016 08:20
      Highlight Highlight Assad ist nur für seine Leute gut, nämlich für Régimetreue Allewiten. Für alle Anderen ist Assad's Régime eine Landplage!
      So ist die widersprüchliche Realität.
      Und ich glaube, das hat mit der immer noch tief verwurzelten "Stammeskultur" in Arabischen Ländern zu tun, die wir bis hinauf in die Balkanländer beobachten.
      Diiese Stämme sind schlichtwegs nicht in der Lage, ein modernes Staatswesen zu führen und zu organisieren.
      Zu einem solchen modernen Staatswesen gehört zwingend eine Demokratie, die die Anliegen aller Bevölkerungsgruppen aufnimmt und verhandelt und ein Rechtsstaat!
    • Bijouxly 11.08.2016 11:06
      Highlight Highlight Das stimmt. Aber Fakt ist, dass Syrien unter Assad ein für arabische Verhältnisse fast schon liberaler Staat war. Der Gesellschaft an sich ging es sehr gut. Man hätte Assad auch anders, langsamer, diplomatischer absetzen können. Mit weit geringerem Schaden für Land und Leute!
    • rodolofo 11.08.2016 19:57
      Highlight Highlight Liberal für wen?
      Wahrscheinlich nur für Alewiten und Assad-treue.
      Sie haben den Staat als Selbstbedienungsladen leergeräumt. Dieses Phänomen ist leider typisch für post-koloniale "3.Weltländer".
      In der Kolonialzeit war ein weiterer, ausländischer "Stamm", z.Bsp. Engländer, oder Franzosen, anwesend und hat die künstlichen Staaten ausgeplündert. Nach den Unabhängigkeitskämpfen übernahm diese Rolle eine Einheimische Elite, die aus einer Allianz reicher Familien, einer Minderheit, einer Region und dem Militär übernommen wurde. Das Koloniale Ausplünderungs-System aber blieb das Selbe.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lami23 10.08.2016 11:57
    Highlight Highlight http://www.deutschlandfunk.de/naher-osten-wir-machen-uns-unsere-feinde-selbst.1310.de.html?dram:article_id=314398

    Ein Fachwort, an Stelle all der selbstgebastelten, Blick und 20Minuten beeinflussten komischen Aussagen.
  • Xi Jinping 10.08.2016 10:42
    Highlight Highlight Ich finde nicht dass wir uns schämen müssen.
    Ich finde es einfach zutiefst traurig, wie sich ein Land selber zerfleischen kann.
    Ich habe mich gefragt, was genau gemacht werden muss, damit es einen Frieden gibt. Das traurige ist, es gibt nichts... oder fällt euch was ein?
    Ich meine es wollen alle Religionsgruppen den anderen ihren Glauben aufzwingen... das geht einfach nicht.
    Es kämpfen Schiiten gegen Sunniten gegen Alawiten... Die Frage ist nun...warum und wie hat es früher funktioniert und warum heute nicht mehr?
    Der Krieg in Syrien ist sehr sehr unübersichtlich...
    • GeorgOrwell 1984 10.08.2016 11:52
      Highlight Highlight Int. Auffassung... Ich denke es geht in diesem Theme mehr um die Auswirkungen der US und EU Politik. Schlussendlich möchte kein Land Arbeitslosigkeit und Armut, und damit es genug Arbeit und Geld für alle da ist, muss produziert und verkauft werden, am besten gleich exportieren. Und was genau soll man exportieren? hmm, Waffen wären doch gut, dann hat man 2 "probleme" gelöst, 1. Überbevölkerung, 2. Arbeitslosigkeit... Deshalb ist es sehr wohl wahr, dass wir uns schämen werden / sollten... denn ohne die ertrunkenen Kinder auf der Flucht vom IS, würden wir unseren materiellen Wohlstand verlieren.
    • Xi Jinping 10.08.2016 12:20
      Highlight Highlight Da bin ich teils auf deiner Seite. Ich denke der Export von Waffen kann gut sein. Jedoch bin ich strikte gegen Waffenexporte in umstrittene Länder (jetzt aus CH Sicht, den Export von Waffen nd HG's in die VAE oder nach Afrika) Ich denke unsere Waffenexporte sollten eig nur in Länder gehen die auch damit umzugehen wissen (DE, FR usw.)
      Nur können wir das nicht regulieren von wo die Waffen dann weiterverkauft werden wenn sie z.B. zu alt werden... Ich meine ein altes Auto verkauft man ja auch in den Ostblock anstatt es einzuschreddern...mit Waffen ists ja das selbe...leider
    • GeorgOrwell 1984 10.08.2016 13:38
      Highlight Highlight Ich denke man kann sich die Wahrheit auch schön reden, es geht nicht um "böse" Moslems oder auch nicht um "böse" Diktatoren, und auch gar nicht darum, dass es den Leuten dort besser geht,, (Afganistan, Irak, Syrien, Aegypten etc..) kenne kein Land, in dem wir "Westlichen die Demok. dorthin gebracht habn" es den Leuten besser geht, ganz im Gegenteil, die hochgelobte Gastfreundschaft, wird in Europa mit hasserfüllten Blicken und angezündeten Asylheimen erwidert... Und genau deshalb sollten wir uns schämen, denn der "rechtsrutsch" in der EU, zeigt, dass wir es befürworten, dass Kinder sterben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • NonplusUltra 10.08.2016 07:52
    Highlight Highlight Schön wie die Bilder von Syrien vorher anzusehen sind, vielleicht sollte man Assad unterstützen, ich denke Assad hatte das Land im Griff und sorgte für Ruhe, anscheinend ist die Bevölkerung nicht fähig ihr Land selber zu regieren zu viele kleine Streitigkeiten aufgrund ihrer Religion führen zu Krieg. Pro Assad!!! Er bringt wenigstens Frieden in Syrien
    • Lami23 10.08.2016 11:38
      Highlight Highlight Assad ist nicht unterstützungswürdig, aber ihn beseitigen ohne einen Plan B macht keinen Sinn.
    • Markus Hofstetter 10.08.2016 12:12
      Highlight Highlight Vielleicht ist Assad einfach das kleinste Übel. Auf jeden Fall besser, als die jetzige Situation. Klar, am besten wäre eine Demokratie. Aber davon zu reden, ist in der jetzigen Situation unrealistisch.
    • manhunt 10.08.2016 20:48
      Highlight Highlight na dann warte mal ab bis assad wieder über uneingeschränkte macht verfügt. bis sein geheimdienst wieder einsatzfähig ist. bis seine truppen nicht mehr in gefechten gebunden sind. dann geht das schlachten erst richtig los. er wird sich an seinem volk rächen, wilkürlich und ohne mit der wimper zu zucken. die zahl der verschwundenen, verschlepten und zu tode gefolterten wird ins unermessliche steigen. wenn du schon keine ahnung hast, solltest du wenigstens auf solche naiven hurra-kommentare verzichten.
  • taz 10.08.2016 03:14
    Highlight Highlight ...und was in palaestina seit 70 jahren passiert, ist gar nichts...
    • amore 10.08.2016 11:23
      Highlight Highlight Ja klar, weil der Staat Israel gar nicht dorthin gehört.
    • Markus Hofstetter 10.08.2016 12:34
      Highlight Highlight Ich glaube, wir würden es auch nicht befürworten, wenn die UNO "demokratisch", von mir aus sogar einstimmig (ausser natürlich der Stimme der Schweiz), entscheiden würde, dass wir ein Grossteil unseres Landes einfach mal an eine Minderheit abtreten müssten.

      @amore: Israel gehört zumindest nicht in dieser Grösse dorthin. Hätten sie nur die Gebiete mit jüdischer Mehrheit erhalten, wäre es etwas anderes.
  • Maragia 10.08.2016 00:18
    Highlight Highlight Ja, wir sollten uns schämane, dass wir die Nato, die USA, Deutschland und die anderen kriegstreibenden Nationen in Syrien unterstützen!!
    Das Elend ist alleine die Schuld der USA und der Nato! Ich hoffe Assad gewinnt die Macht zurück und das Land kann sich erholten bzw. wieder aufgebaut werden!
    • manhunt 10.08.2016 20:53
      Highlight Highlight das ist doch wieder mal ein sehr differenzierter kommentar, doch doch. schön ist es soo einfach. (ironie off)
  • bangawow 10.08.2016 00:07
    Highlight Highlight Ja, wir sollten uns als Menschen für vieles schämen, für die Gier, die Macht, die Toten, die Munition, den Hass, die Wut, die Rücksichtlosigkeit, die Tiere, die wir ausrotten werden, den Egoismus, den wir an den Tag legen, die sinnlosen Traditionen, die Religionen (alle), die uns vergiften und uns kein bisschen weiterbringen.

    Und wer sich nicht schämen mag oder kann, der kann sich doch einfach glücklich schätzen, wie gut es uns geht und beim nächsten Flüchtlingsartikel einen Funken Empathie übrig haben.
    • manhunt 10.08.2016 20:55
      Highlight Highlight danke! der war spitze! (ernst gemeint)
  • LeChef 09.08.2016 23:38
    Highlight Highlight Schämen? Wir, alle, sollen uns schämen für einen Krieg mit dem wir nichts zu tun haben? Den andere führen, völlig unabhängig von dem, was irgendjemand in Europa tun oder sagen könnte? Für was zum Teufel sollen wir uns schämen? Als ob man einfach sagen könnte: "Stimmt eigentlich, lasst uns das ändern" Dabei würde nicht ein einziger Mensch weniger sterben, würden die Europäischen Staaten ihre Armeen schicken. Schämen? Lächerlich. Ich schäme mich nicht für etwas, für das ich nichts kann. Und der Auschwitz-Vergleich ist sowieso unter aller Sau, aber Broder darf das natürlich, weil er Jude ist...
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 10.08.2016 09:46
      Highlight Highlight Doch auch die Schweiz gat damit zu tun!
      Sie Verkauft Handgranaten und anderes ins VAE wo es dann an al-Nusra Verschenkt wird!
      Wir sollten uns Schämen das wir den Waffenexport damals via Abstimmung nicht Verboten haben!
    • Lami23 10.08.2016 11:39
      Highlight Highlight Nichts zu tun? Entweder verstehst du nichts von der Nahostpolitik oder bist ein guter Verdränger...
    • LeChef 10.08.2016 14:43
      Highlight Highlight @Lami: Die Wurzel der Übel im Nahen und Mittleren Osten ist die regionale Rivalität zwischen Iran und den Arabischen Staaten sowie der Türkei. Dazu kommt die überregionale Rivalität von Russland und Nato, verschiedene nachkoloniale Konfliktlinien (Kurden, Irak, Libanon, Palästina....) sowie die grundsätzlich hohe Gewaltneigung im arabischen Kulturkreis. Der zweite Irakkrieg mag seinen Teil zu den Problemen beigetragen haben; ursächlich war er sicher nicht.
      Also, für all das kann ich nun wirklich nichts. Du etwa? Oder schämst du dich grundsätzlich für Sachen, auf die du keinen Einfluss hast?
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  • hallohallo 09.08.2016 23:27
    Highlight Highlight Die USA hätte eingreifen müssen, doch Hillary Clintion (die für den Irakkrieg stimmte) beschloss sich dagegen und liess in Begahzi lieber Botschafter als Opfer der Revolution zurück. Diese Frau soll an Amerikas Macht zu dieser Zeit?
    • Alnothur 10.08.2016 00:46
      Highlight Highlight Die USA greift ja schon seit Beginn in den Syrienkonflikt ein und unterstützt die islamistischen Rebellen... Sie machen - mal wieder, wie immer - alles nur schlimmer.
    • Moe Mentmal 10.08.2016 00:47
      Highlight Highlight Echt jetzt? Auf diesen Artikel reagierst Du mit FoxNews/Koch Brothers Wahlkampf Propaganda?
      Da erstaunt es allerdings nicht, dass Du offenbar den Inhalt des Artikels nicht verstanden hast: Wie kompliziert und verstrickt die Situation in Syrien ist.
      Aber klar: Schuld ist natürlich Clinton.
    • Maxime Blanchard 10.08.2016 01:17
      Highlight Highlight Die USA haben die Arschkarte gezogen. Immer erwartet man vom denen sie sollen eingreifen. Dadurch sterben junge Amerikaner aber heii Hauptsache die Schweiz ist so ein kleines Land und kann nichts ausrichten aber die Amis solle gefälligst hin. Ich finde nicht dass man mitreden darf wenn man so billige Argumente bringt welches Land sich einmischen sollte usw. Wenn sein eigenes Land immer neutral bleibt und nur zusieht was sonst noch im dieser schrecklichen Welt passiert
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  • Firefly 09.08.2016 23:04
    Highlight Highlight Ja, jeder der dort Bomben abwirft sollte Flüchtlinge aufnehmen müssen. Ja, auch Putin.
  • Str ant (Darkling) 09.08.2016 22:29
    Highlight Highlight Als die USA/CIA den Präsidenten in Iran absetzte ist daraus der heutige Iran entstanden.

    Als die USA das letzte mal "Rebellen" in Afghanistan unterstützte und ausbildete ging der Schuss gründlich nach hinten los.

    Persönlich sehe ich also in diesem Stellvertreterkrieg Russland als das kleinere Übel.
    • Beobachter24 10.08.2016 12:06
      Highlight Highlight @Str ant (Darkling)

      Kurz zur Geschichte Irans.
      Nachdem die CIA Mossadegh 1953 gestürzt hatte, kamen erst mal die Jahre des Mohammad Reza Pahlavi, eine Mischung aus Autokratie, Diktatur, anti-islamistischem Säkularismus u. Dekadenz. Diese Zeit hat quasi den Boden vorbereitet für die Islamische Revolution der Ajatollahs 1979.


      Zum Rest: Zustimmung.
  • reaper54 09.08.2016 22:16
    Highlight Highlight Als Schweizer die Russen zu verurteilen finde ich äusserst bedenklich. Ist es doch dieses Land dem wir überhaupt unsere Freiheit zu verdanken haben. Wir Schweizer waren einst der Abschaum Europas, brutale Söldner. Aber nach Napoleon waren wir sehr viel Ruhiger und nur dank den Russen welche sich auf dem Wiener Kongress für einen Neutralen Staat im Herze Europas aussprachen existieren wir... Ansonsten sähe die Geschichte wohl anders aus.
    • Firefly 09.08.2016 22:57
      Highlight Highlight Ja, damals war Russland noch ein Wert und wusste auch diplomatisch zu verhandeln, heute gibst nur noch putinsches Machogehabe, dreiste Lügen und Bomben.
    • silverback 10.08.2016 00:17
      Highlight Highlight @Firefly: lol
  • Luki Bünger 09.08.2016 21:50
    Highlight Highlight Schon geil, wie sich hier alle persönlich auf den Schlips getreten fühlen. Q.E.D.

    Danke dafür, Philipp.
  • ElendesPack 09.08.2016 21:17
    Highlight Highlight Wieso genau werde ich mich schämen müssen?
    Wenn ich nicht Schlafwandler sein sollte, ist mir nicht bewusst, dass ich in Syrien einen Putsch gegen Assad unterstützt hätte. Ich habe keine "Rebelle", die eigentlich islamistische Söldner sind, nach Syrien eingeladen. Ich habe dort keine Bombe abgeworfen, niemanden erschossen, geköpft oder sonstwie drangsaliert.
    Sie schon Herr Dahm?
    Und wenn wir schon beim Schämen sind: Wann haben Sie das letzte Mal vor der eigenen Haustür jemandem geholfen? Einem Obdachlosen oder jemandem, der im Altersheim alleine versauert z.B.?
    • jueporto 09.08.2016 21:45
      Highlight Highlight Dieser Kommentar gefällt mir. Bin sicher nicht gleichgültig, was im Nahen Osten abläuft und in der übrigen Welt: Kriege, kriegsähnliche Handlungen, Terrorakte, Hungersnöte, Missachtung von Menschenrechten, Vertriebene, Umweltverschmutzung etc. etc. und dafür muss ich mich schämen ? - Wieso ?
      Sollte nicht vorerst die arabische und islamische Welt mal ernsthafte Anstrengungen zur Linderung des Leides unternehmen. Und dann waere da noch eine Organisation UNO, höflichkeitshalber schreibe ich hier nicht mehr weiter....
    • legis 10.08.2016 00:43
      Highlight Highlight Grad in der Schweiz hätten wir die Macht, kriegsunterstützende Parteien eine Lektion zu erteilen!Stattdessen wählt ein Grossteil der Bevölkerung diese saddistische Volkspartei und Konsorten!
      Wie?Wie kann es sein, dass wir tatsächlich noch Waffen an SaudiArabien liefern?Wegen all den Pussys die sich vor ein paar Ausländern fürchten!
      Wir können tatsächlich was tun, aber die Linken sind ja die dummen Linken Gutmenschen. Merkt jemand was? Krieg ist nicht gut ergo wird der “Gutmensch“ den Krieg nicht unterstützen! Da hängen wir Schweizer mit unseren demokratischen Volksentscheiden voll mit drin!
    • Moe Mentmal 10.08.2016 01:04
      Highlight Highlight Interessant, wie die Individualisierung oder besser der Egoismus in unserer Gesellschaft offenbar dazu führt, dass viele sich gar nicht mehr vorstellen können, dass es so etwas wie ein kollektives Gedächtnis und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung gibt. Gerade wenn wir doch so stolz auf unsere Demokratie sind tragen wir auch die Verantwortung für unser gesamtgesellchaftliches Handeln mit. Aber im Zeitalter der selfiestickverlängerten Egos scheinen solche Gedanken fremd geworden zu sein.
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  • Beobachter24 09.08.2016 21:09
    Highlight Highlight Der Krieg in Syrien ist ohne jeden Zweifel schrecklich, und grad was in Aleppo derzeit abgeht ist äusserst brutal und sehr schlimm.

    Trotzdem ist der Vergleich mit Auschwitz (bzw. das "schlimmer als") in mehrfacher Weise unpassend, find' ich.
    Auschwitz klingt sehr ultimativ - und Aleppo ist auch jeden Fall auch ultimativ, aber auf eine ganz andere Weise.

    Grund zum schämen haben viele, auch Journalisten wie Henryk M. Broder, die uns Monate u. Jahre lang mit falschen Informationen versorgt haben.
    • redeye70 13.08.2016 11:15
      Highlight Highlight Finde den Vergleich sogar völlig daneben. Auschwitz war eine durchorganisierte, industrialisierte Massentötung. Beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Viel eher würde da die Belagerung des damaligen Leniningrads passen.
  • zombie woof 09.08.2016 21:03
    Highlight Highlight Fällt mir schwer zu glauben, dass sich jemand schämen wird. Putin, Assad und viele Helfershelfer schlachten tagtäglich Unschuldige ab, Kinder verrecken und die Welt schaut zu. Hauptsache uns geht's gut....
    • michiOW 09.08.2016 21:58
      Highlight Highlight Naja ob die Russen und Assads Truppen KEINE Menschen unter dubiosen Umständen umbringen (Die Amis und Franzosen sind auch nicht besser siehe Afrika und Irak!) würde ich nicht behaupten, jedoch wird es nicht noch gross zelebriert und unterstützt!

      Krieg macht Menschen grausam.

      Die wirklich Schlimmen sind die Organisatoren im Hintergrund.
    • _kokolorix 09.08.2016 22:11
      Highlight Highlight Für das betroffenen Kind wird es nicht wichtig sein ob es von einem Islamisten geköpft oder von einer russischen Splitterbombe zerfetzt oder von einer amerikanischen Drohne erschossen wird. Wichtig wäre aber das jemand damit anfängt aufzuhören.
      Die Schweiz könnte sofort aufhören Waffen in alle Welt zu verkaufen, davon profitieren eh nur eine Handvoll sowieso schon Reiche.
      Moslems, Juden und Christen könnten sofort damit aufhören ihren Glauben als das einzig Wahre zu betrachten.
      Und die westlichen Mittelstandsbürger könnten sofort aufhören ständig nach den billigsten Konsumgütern zu grapschen
    • michiOW 09.08.2016 22:37
      Highlight Highlight @kokolorix
      Naja es sterben viele Kinder und ob dies ein schlimmerer Tod als Hungertod ist...
      Ich will dies nicht rechtfertigen, aber dass man diese toten Kinder statt die Lebenden, statt Hungernden in den Fokus stellt, finde ich falsch.

      Ausserdem sind nicht die Waffen schuld, sondern die Menschen, welche sie einsetzen.

      Ausserdem ist es kein Problem zu denken, dass man denkt, die eigene Religion sei die einzig wahre, sondern dass man andere Meinungen nicht tolerieren kann!

      Und was zum Teufel hat dies mit billigen Kleidern zu tun!?
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  • reaper54 09.08.2016 20:59
    Highlight Highlight Sollen wir jetzt in Syrien einmarschieren?
    Das Ganze ist ein Auswuchs aus dem Arabischen Frühling und dem Fehler der Europäer zu glauben Assad könnte abgesetzt werden. Die Medien sind ebenso Schuld Assad wird als das Pure böse hingestellt. Islamische fundamentalisten werde bereits hier teilweise als befreier beschrieben. Und ja Demokratie fiel noch nie vom Himmel es wurde immer Blut vergossen.
  • Wandtafel 09.08.2016 20:55
    Highlight Highlight Dasselbe was in Bosnien passierte, im Vorhof Europas. Sind wir uns doch gewohnt, zuschauen und vielleicht mal "tiefe Besorgnis" zeigen.
  • djangobits 09.08.2016 20:47
    Highlight Highlight Boah! Spektakuläre Drohnenvideos!
    • zombie woof 09.08.2016 21:05
      Highlight Highlight Geh doch mal nach Syrien, ist sicher geil das Ganze live zu erleben statt Drohnenvideos anzuschauen
    • djangobits 10.08.2016 00:45
      Highlight Highlight @zombie_woof

      Ok. Für Dich mache ich nächsten Mal wieder Ironie-Tags him.

      Ist es nicht absurd, dass der Artikel zwar (zur Abwechslung) auf die humanitäre Katastrophe hinweist, das dann aber ausgerechnet mit Drohnenvideos illustriert? Was bedient dieser Artikel? Anteilnahme oder Voyeurismus?
  • SuicidalSheep 09.08.2016 20:46
    Highlight Highlight Ach sind wir Europäer doch verwöhnt... wie jammern wegen ein paar Millionen Flüchtlingen, seit einer gefühlten Ewigkeit DIE Propaganda für Rechtsparteien. Und da sterben Millionen von Zivilisten in einem dummen Krieg.

    Und kommt mir ja nicht mit "Die Schweiz kann dafür nichts..." Doch! Kann sie! Auch die Schweiz schickt Waffen in den Nahen Osten und macht Milliarden Umsätze mit dem Tod von Unschuldigen!
    • Toerpe Zwerg 09.08.2016 20:59
      Highlight Highlight Milliarden in welchem Zeitraum?
    • supermario1 09.08.2016 21:22
      Highlight Highlight Ca. 0.5 mia chf pro jahr. Das war ja auch der hauptgrund warum die waffenexporte vom volk sehr deutlich angenommen wurden. Wie immer aus wirtschaftlichen Gründen (wtf??). Ich kann mich zu stolzen minderheit bekennen die NEIN gestimmt hat.
    • Toerpe Zwerg 09.08.2016 21:28
      Highlight Highlight Das sind aber mehr als die gesamten Exporte. In den Nahen Osten gehen wieviel? 2% davon?
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  • Monti_Gh 09.08.2016 20:17
    Highlight Highlight und bei uns bricht halb panik aus, wenn ein bruchteil der Kriegsopfer als Flüchtlinge zu uns kommen.
    Jede/r soll sich mal darüber Gedanken machen!

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