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epa08485069 A handout photo made available by the Turkish President Press office shows Turkish President Recep Tayyip Erdogan looks from window of his helicopter before an opening ceremony of Istanbul Airport's third independent runway, airport mosque and state house in Istanbul, Turkey, 14 June 2020.  EPA/TURKISH PRESIDENT PRESS OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zeigt seine Muskeln und lässt das Kurdengebiet in Nordirak bombardieren. Bild: keystone

Operation «Tigerpranke»: Erdogan bombardiert Nordirak – 4 Dinge, die du dazu wissen musst

2014 ermordete die Terrormiliz «Islamischer Staat» tausende Jesidinnen und Jesiden. Die Bilder des Völkermords an der religiösen Minderheit gingen um die Welt. Sechs Jahre später wirft die Türkei über dem Jesiden-Gebiet Bomben ab.



Das türkische Militär wirft wieder Bomben auf fremdes Staatsgebiet ab. Seit Wochen führt Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut einen aggressiven Kurs gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK. Seit einer Woche wird mit der Offensive «Adlerkralle» und «Tigerpranke» das Kandil- und Sinjar-Gebirge im Nordirak schwer unter Beschuss genommen. Auf dem Gebiet leben auch tausende Jesiden, die 2014 vor der Terrormiliz Islamischer Staat geflohen waren. Ein Überblick in vier Punkten.

Was passiert gerade?

Am Montag, 15. Juni schrieb das türkische Verteidigungsministerium auf Twitter: «Die Operation Adlerkralle hat begonnen. Unsere Flugzeuge bringen die Höhlen über den Köpfen der Terroristen zum Einstürzen.» Das war der Startschuss für Luftangriffe der türkischen Streitkräfte in den Kandil-Bergen und in der Region Sinjar beides im Nordirak gelegene Gebiete. Als offizielles Ziel gab die türkische Regierung 80 Stellungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihre Verbündete an. Während im Nordirak die Bomben fielen, zeigte sich Verteidigungsminister Hulusi Akar in den Sozialen Medien im Kommandoraum in Siegerpose.

Den Luftangriffen voraus gingen zunehmende Gefechte zwischen der PKK und türkischen Streitkräften in der Südosttürkei. Der Konflikt ist jahrzehntealt. Nachdem ein Waffenstillstand im Sommer 2015 scheiterte, fliegt das türkische Militär wieder regelmässige Angriffe gegen die PKK im Nordirak und in der Südosttürkei. Die PKK ihrerseits reagiert mit Vergeltungsschlägen.

Das von der türkischen Offensive betroffene Gebiet im Nordirak

Grafik Karte Türkei, Syrien, Irak und Iran

grafik: lea senn

Auf Operation «Adlerkralle» folgte die Offensive «Tigerpranke». Nach «intensivem Artilleriebeschuss» habe man mit dem Einsatz von Bodentruppen begonnen, liess das türkische Verteidigungsministerium am Mittwoch ausrichten. Eingesetzt würden nebst den Kommandos auch Jets, Hubschauber und Drohnen. Parallel zum Militäreinsatz wurde der Druck auf die Kurden auch innerhalb der Türkei erhöht. Mehrere Bürgermeister der kurdisch-demokratischen Partei HDP wurden des Amtes enthoben. Zwei Parlamentarier verhaftet. Ein Protestmarsch gegen die militärische Offensive in Nordirak wurde von türkischen Polizisten niedergeschlagen.

Wer sind die Jesiden?

Von der Militäroffensive im Nordirak betroffen sind auch die Umgebungen des Flüchtlingslagers Machmur und Sinjar. Laut Aussagen des türkischen Präsidents Erdogan dienen sie als PKK-Basis. Tatsächlich aber steht die Gegend unter dem Schutz der Vereinten Nationen und bietet 12'000 kurdischen und jesidischen Flüchtlingen Schutz. Im Lager von Sinjar leben viele Jesidinnen und Jesiden, die darauf warten, in ihre Heimat der Sinjar-Berge zurückkehren zu können.

Seit sechs Jahren sind die Jesiden auf der Flucht. Die Bilder von damals gingen um die Welt. Im August 2014 überfiel die Terrormiliz «Islamischer Staat» das Hauptsiedlungsgebiet der religiösen Minderheit in Sinjar und verübte einen Völkermord an der Bevölkerung. Laut den Vereinten Nationen wurden bis zu 5000 Jesiden ermordet, bis zu 7000 Frauen und Kinder entführt, versklavt und vergewaltigt. Den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG und YPJ) gelang es, 10'000 Jesidinnen und Jesiden das Leben zu retten, in dem sie einen Korridor zum Sinjar-Gebirge freikämpften.

epa07754838 Yazidi ethnic mourner Dyana Faisal 22 years old in (C) cries for her dead family members infront of images of victims, during the fifth anniversary of Yazidi genocide by (IS), in Baadre 25 km south east of Duhok Kurdistan region in Iraq, 03 August 2019, for those who were killed by Islamic state (IS) in Kocho village in Sinjar. Most of Yazidi ethnic population were prepoted to have been kidnaped or killed by Islamic state (IS) group during their control on Sinjar town in 2014. The Kurdish northern Iraq is home to the Yazidi religious minority who was attacked and expelled by the Islamic State (IS) militia group in 2014. Hundreds of people were taken hostages then, including women used as sex slaves and as gifts between the militia fighters.  EPA/GAILAN HAJI

Jesidische Frauen trauern am fünften Jahrestag des Völkermordes. Bild: EPA

Der Völkermord an den Jesiden durch den IS bildete den Höhepunkt an Gräueltaten an der ethnisch-religiösen Minderheit. Die Geschichte der Jesidinnen und Jesiden ist eine Geschichte der Verfolgung. Deswegen reisst die jetzige Militäroffensive der Türkei noch nicht verheilte Wunden wieder auf. Die Autorin und Filmemacherin Düzen Tekkal, eine jesidische Deutsche, sagt: «Die Jesiden sitzen noch immer in ihrem Schmerz des Völkermords vor sechs Jahren. Dieser ist bis heute nicht aufgeklärt und die Täter laufen nach wie vor unbekümmert und frei herum», sagt sie.

Tekkal reiste mehrfach in das nordirakische Krisengebiet, um den Völkermord an den Jesiden zu dokumentieren. «Die Bilder von damals brannten sich im Gedächtnis fest. Vor dieser Tatsache müsste eigentlich allen klar sein, was die Luftangriffe für die Jesiden bedeuten», so Tekkal. Für die Jesiden sei das Sinjar-Gebiet mehr als eine Heimat. «Es ist unsere Erde, der Ursprung des Jesidentums. Wir sind keine Schriftbesitzer, darum sind wir auf diesen Ort angewiesen.»

Gerade deswegen sei es für Tekkal so unbegreiflich, wie nun ausgerechnet die Sinjar-Region geopolitisch verhandelt werde. «Dort sind der Iran, Russland, die USA und die Türkei. Grossmachtfantasien sind wichtiger als religiöse Minderheiten.» Die Jesidinnen und Jesiden würden zum Spielball der unterschiedlichen Akteure gemacht. Tekkal sagt: «Dieses Mal ist es nicht die Mödertruppe des IS, die dort einmarschiert, sondern ein Nato-Bündnispartner. Und das wird von der internationalen Gemeinschaft einfach so hingenommen.»

Was will Erdogan?

Präsident Erdogan sagt, die PKK habe in den vergangenen Monaten wieder mehr Angriffe gegen türkische Sicherheitskräfte, vor allem der Polizei, geführt. Dies von ihrem Rückzugsgebiet im Nordirak aus. Die Operation sei durch das internationale Recht zur Selbstverteidigung gedeckt. Die Truppen würden «die PKK und andere Terroristen», welche die Sicherheit der Türkei gefährdeten, «neutralisieren».

Ausgestattet mit einem Mundschutz trifft Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Einweihung eines neuen Krankenhauses in Istanbul ein. Foto: Can Erok/DHA/AP/dpa

Das Coronavirus hat der ohnehin schon angeschlagenen türkische Wirtschaft nicht gut getan. Bild: sda

Maurus Reinkowski, Nahost-Experte an der Universität Basel, sagt, es sei derzeit schwierig, die genaue Absicht von Erdogan zu beurteilen. «Militärinterventionen auf irakisches Gebiet haben immer wieder stattgefunden und gehören zum festen Repertoire der Türkei gegen die PKK.» Wahrscheinlich sei, dass es für die Angriffe auch innenpolitische Gründe gebe. Die ökonomischen Probleme in der Türke seien sehr gross. «Militärische Offensiven helfen, die nationale Solidarität im Land einzufordern», so Reinkowski.

Was sagt die internationale Gemeinschaft?

Die Arabische Liga und der Irak haben die Offensive öffentlich verurteilt. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmad Abu al Ghaith, sprach von einem Angriff auf die Souveränität des Iraks. Der irakische Generalstab spricht angesichts der Verletzung des irakischen Luftraums von einer Provokation. Er verurteilte zudem die Bombardierung der Flüchtlingslager Machmur und Sinjar.

Die EU und die Nato haben sich bisher nicht zu den Angriffen geäussert.

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73
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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 21.06.2020 23:10
    Highlight Highlight Hallo Europa, Erdogan begeht soeben die widerwärtigsten Verbrechen gegen Menschen und versucht die Kurden zu vernichten. Jeder der dazu schweigt macht sich der Beihilfe schuldig!
  • dodo, dodo? 21.06.2020 19:31
    Highlight Highlight erdogan entsendet bodentruppen?bedeutet nichts anderes, dass wieder ein völkermord stattfindet🤮😢
    und wieder kommt er damit durch. die arabische liga zb „verurteilt“ und weiter?
    & wo ist die mediale entrüstung? die solidarität? wo ist der völkerbund?
    sind wir so corona-müde?
    • The Destiny // Team Telegram 21.06.2020 23:50
      Highlight Highlight BLM: looting and protesting
      Kurden: *zirp zirp*
  • Samurai Gra 21.06.2020 19:28
    Highlight Highlight Könnte der Irak nicht Türkische Jets Abschiessen? :/
  • smoking gun 21.06.2020 19:25
    Highlight Highlight Starker Text. Vielen Dank.
  • w'ever 21.06.2020 18:57
    Highlight Highlight und brüssel so... " wir gutieren diese taten nicht". nicht mehr und nicht weniger
    • dodo, dodo? 21.06.2020 19:38
      Highlight Highlight ja, ekelhaft: es wird nicht „goutiert“ das ist alles! schön das wenigstens die wortwahl von brüssel niveau hat
      🤢
      und wieder geschieht ein weiterer völkermord. wir menschen lernen anscheinend nichts aus unsere geschichte 😰
  • Stratford-upon-Avon 21.06.2020 17:50
  • Shin Kami 21.06.2020 16:29
    Highlight Highlight Ein anderes Land bombardieren und einmarschieren ist also immer noch okay, solange es der Irak ist?
    • Kruk 21.06.2020 22:53
      Highlight Highlight Ja, im Irak kann man tun und lassen was man will.
      Die USA haben es vorgemacht.
  • Coffeetime ☕ 21.06.2020 16:21
    Highlight Highlight Der Westen sagt nichts. Das sagt sehr viel.... in diesem Fall ist schweigen nicht Gold.
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 22.06.2020 01:43
      Highlight Highlight Nein, Öl. 😾
  • Erwin 21.06.2020 16:15
    Highlight Highlight Fiinde dises Vorgehen der Türkei alles andere als gut und der Rest der Welt schut zu, besonders Europa und Deutschland, letztre spendet der Türkei noch viele Milliarden wie auch die EU.
    Dieses Land muss man mit Sanktionen wie der Iran, oder noch rekrustiver kommplet von der Ausenwelt abschirmen.
    Keine einzigen Zivile Flüge mehr in diesen Land und genau so keine einzige türkische Flugesellsacht nach Europa und USA, allen dei Landererlaubniss entziehen, genauso die Schiffarten, egal ob Güter oder Passagiereund wo istdie NATO, existiert die überhaubt noch?
    • rodolofo 21.06.2020 19:10
      Highlight Highlight Sanktionen treffen ausgerechnet die Hälfte des Türkischen Volkes am stärksten, welche wir damit stützen wollen.
      Die Hardliner aber freuen sich über Sanktionen!
      Ob in Russland, im Iran, in Kuba, oder in Venzuela.
      Ist einfach so: Sanktionen nützen nichts.
    • Kruk 21.06.2020 22:59
      Highlight Highlight Sanktionen sind selten hilfreich.

      Durch das Embargo gegen den Irak sind ca. eine halbe Million Kinder gestorben, während die Söhne Sadams mit Ferraris durch Baghdad fuhren und Frauen belästigten.

      https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html

    • Oberon 22.06.2020 05:46
      Highlight Highlight Wer soll denn was machen die Nato oder UN ?
      Wohl kaum mit Ländern die eigene Interessen verfolgen und Vetos ohne Ende einkippen.

      Die EU besteht aus Ländern die sich nie einig sein werden, auch dies wegen eigenen Interessen.

      Sanktionen würden in diesem fall auch nur wieder die falschen treffen und das ist der eigentliche Krux an der Geschichte.

      Aber es ist richtig das man sich fragen sollte was diese Organisationen bringen die es nicht schaffen Menschen zu schützen.


  • Paddiesli 21.06.2020 15:14
    Highlight Highlight Dabei sind die Kurden eines der ältesten Völker in der Region. Wer, wenn nicht sie, hätten Anrecht auf einen eigenen Staat. Und ohne die Kurden hätte der IS auch nicht zurückgedrängt werden können.
    Eine Schande, was sie und auch die Jesiden durchmachen müssen.
    • So oder so 21.06.2020 16:16
      Highlight Highlight Tja, Trump hat denn Schutz denn die Kurden hatten durch die Us Soldaten aufgehoben.
    • Kruk 21.06.2020 21:09
      Highlight Highlight Die Jessiden sind auch Kurden wurden aber von deren Milizen zuerst an den IS verraten um sie dann unter den Augen der Weltöffentlichkeit heldenhaft zu retten.

      Diese Milizen sind auch keine heiligen Schafe, aber ja einen eigenen Staat hätten sie wirklich verdient.

      Einen demokratischen Staat, nicht einer unter der Fuchtel des Barzani Klan.
      Trotzdem werde ich hoffen dass sie auf den Namen Kurdistan verzichten werden und auch den anderen in ihrem Gebiet lebenden Völkern wie Araber und Turkmenen Platz lassen und ihnen Gelegenheit im neuen Staat mitzumachen geben werden. Keine Vertreibungen.
  • Antiypanikmacher 21.06.2020 15:08
    Highlight Highlight Ich frage mich wie lange sich die EU noch erpressen lassen will.
    Gleichzeitig sollte mittlerweile auch klar sein, dass solche Problem nicht mehr durch die USA gelöst werden. Das die UNO hier auch nicht helfen kann, Vetorecht USA, Russland und China, ist auch klar.
    Medien interessiert das Thema auch nicht. In was für einer zynischen und Menschenverachtenden Welt leben wir bloß.
  • Olle Hexe 21.06.2020 15:00
    Highlight Highlight Es ist einfach unglaublich. All diese seltsamen Figuren, welche diesen Herren hörig sind. Es ist unglaublich und krank. Ich hoffe die Jesiden und Kurden können sich wehren und ich hoffe der eklige Erdogan wird nicht weiter von Europa unterstützt. :(
  • KnolleBolle 21.06.2020 14:48
    Highlight Highlight Und unsere Regierung schweigt wie immer, aber Coronablabla können sie bestens...
    • Remo85 21.06.2020 18:03
      Highlight Highlight Falls Sie das noch nicht mitbekommen haben: Die Schweiz ist neutral, und hält sich zum Glück aus solchen Streitereien raus. Ich denke nicht das die schweiz diesen Jahrhunderte alten Konflikt mit einer Stellungnahme beeinflussen könnte...
    • KnolleBolle 22.06.2020 00:01
      Highlight Highlight @Remo85 : Die Schweiz neutral, da lachen ja meine Hüner im Garten, aber nur auf dem Papier. Auch neutrale Staaten dürfen sich äussern und Protestnoten einreichen, oder darf man das bei Diktatoren nicht ?
    • Hinkypunk #wirsindimmernochmehr 22.06.2020 00:27
      Highlight Highlight "Neutral" heisst in diesem Fall dass die Schweiz Waffen in die Türkei exportiert und mit somit finanziell profitiert.
  • c_meier 21.06.2020 14:36
    Highlight Highlight da läuft eine Militäroffensive seit Tagen??
    geht es nur mir so oder haben noch andere praktisch nichts davon mitbekommen in den Medien?
    • Vecchia 21.06.2020 14:49
      Highlight Highlight Also die NZZ hatte bereits am 15.6.2020 einen Artikel dazu.

      Von den Gratis-Online-Medien erwarte ich diesbezüglich keine zeitnahe Berichterstattung. Da wurden in den letzten 3-4 Monaten noch mancher Missstand zum Nebenschauplatz.
    • Garp 21.06.2020 16:09
      Highlight Highlight Watson nennt sich zwar Newsportal, aber ausgedehnte Berichterstattung darf man hier nicht erwarten. Watson bringt vor allem, wenn auch nicht nur, was Klicks bringt. So ist das mit Gratisportalen, das wissen wir doch alle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vecchia 21.06.2020 14:09
    Highlight Highlight "Wahrscheinlich sei, dass es für die Angriffe auch innenpolitische Gründe gebe."

    Ja, ja und rein zufällig trifft es die Region Kurdistan, wo nicht nur Jesiden sondern auch aus dem Islam konvertierte Zoriastrier ihre Heimat haben...

    Sieht für mich eher nach dem nächsten Genozid an Kurden durch die Türkei aus und die EU schaut, aus Panik, dass sie Flüchtlinge beherbergen müsste, selbstverständlich zu.

    Mir wird schlecht...
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 22.06.2020 01:49
      Highlight Highlight Vecchia, reg dich ab. Ich kotze schon seit Tagen .....

      Und wir Schweizer werden den Genozid wieder nicht anerkennen.
  • N. Y. P. 21.06.2020 14:04
    Highlight Highlight Protestnote ?

    Botschafter einbestellen ?

    Verurteilen ?

    Scharf verurteilen ?

    Immer dasselbe Spiel. Irgendein Despot, Führer, etc. tötet Menschen. Die Internationale heult auf. Thema erledigt.
  • BoomBap 21.06.2020 14:01
    Highlight Highlight Was ist mit Duhok? Diese Stadt ist doch auch in diesem Gebiet und sowas wie der Hauptort von "Kurdistan". Ich muss wohl wiedereinmal einen Kebab essen bei meinem kurdischen Freund, damit ich auf dem Laufenden bin.

    • nadasagenwirjetzteinfachmal 21.06.2020 17:45
      Highlight Highlight Und wenn du bei ihm bist, frag doch bitte nach ob er sein Halal Fleisch aus der Schweiz oder dem Ausland bezieht. In der Regel wird nur in der Schweiz unter Betäubung halal geschlachtet.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 21.06.2020 19:38
      Highlight Highlight Ist aber so.
      In Frankreich werden mittlerweile 60% aller Tiere halal geschlachtet. En guete beim Einkauf ennet der Grenze.
    • Kruk 21.06.2020 21:29
      Highlight Highlight Viele Kebabverkäufer haben gar kein Halalfleisch im Angebot und mit dem Thema hat dies ja auch nicht viel zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • hgehjvkoohgfdthj 21.06.2020 14:00
    Highlight Highlight Im nordirakischen Flüchtlingslager leben neben den Jesiden, die auch dank dem Einsatz der kurdischen YPG/YPJ überlebt haben, auch tausende Kurden, die wegen Erdogans Offensive in Nordsyrien alles verloren haben und flüchten mussten. Aber Erdogans Arm ist lang...
    Und weil der Westen vor Erdogan Angst hat, wird geschwiegen. Und die Schweiz? Die Schweiz sollte unkompliziert helfen und soviele Kurden und Jesiden wie möglich aus dem Lager im Nordirak ausfliegen und diesen Asyl gewähren. Es eilt.
  • De-Saint-Ex 21.06.2020 13:50
    Highlight Highlight Erdogan ist, in meinen Augen, ein Kriegsverbrecher und gehört in Den Haag angeklagt. Das Schweigen zumindest der Europäer inkl Schweiz ist unerträglich geworden. Die „Flüchtlingsfrage“ hat neue Opfer, die erst noch damit überhaupt nichts zu tun haben. Schlimmer, sie werden (jene die‘s überleben) zu zusätzlichen Flüchtlingen gemacht. Der Wahnsinn namens Mensch geht in eine weitere Runde. Und wir haben einen Logenplatz...
  • Glenn Quagmire 21.06.2020 13:48
    Highlight Highlight Zeit, dass ein paar Scud oder Tomahawks in seinem Prunkpalst einschlagen
  • Silent_Revolution 21.06.2020 13:48
    Highlight Highlight Ein Genozid abgesegnet von der EU.

    Und hier gab es kürzlich noch viele "Linke", die den Beitritt zu diesem rein geostrategisch organisierten Staatenbund regelrecht herbeigesehnt haben.
    • rodolofo 21.06.2020 15:02
      Highlight Highlight Ich sehe nirgends eine Zustimmung der EU!
      Dass Europa heute militärisch Zurückhaltung übt, ist angesichts einer breiten Blutspur, die der europäische Nationalismus, Faschismus und imperialismus in seiner Geschichte hinter sich herzieht, eher angebracht, als verwunderlich.
    • äti 21.06.2020 17:07
      Highlight Highlight Da hat die EU gar nichts abgesegnet. Ich bin im Prinzip für die EU, weil ein solcher Verbund den kommenden Generationen überleben sichert. Die Alternative ist, Abhängigkeit von China, USA, Saudis, ... übrigens alles Favoriten der SVP.

      Man muss gar nicht Links sein, um die Kräfteverhältnisse zu realisieren.
    • Silent_Revolution 21.06.2020 17:59
      Highlight Highlight rodolofo

      Nichts sagen ist Zustimmung in einem Gebilde, welches anderen, nicht angriffslustigen Nationen wegen kleinsten " Verfehlungen" einen Sanktionskatalog entgegenwerfen.

      äti

      Die Alternative ist Unabhängigkeit, worunter der Wohlstand selbstverständlich leidet. Wohlstand basierend auf Umständen, die man nun wirklich nicht begrüssen kann, wenn man sich politisch links sieht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wellenrit 21.06.2020 13:31
    Highlight Highlight Verstehe ich das gerade richtig?
    Dieser kleine wahnsinnige am bosporus bombardiert andere Länder, und leitet die Flüchtlinge weiter nach Europa?
    Geht das nur mir so oder ist das eine ziemliche Nummer?
    Ich hoffe dem wird bald Einhalt geboten!
    • Silent_Revolution 21.06.2020 13:52
      Highlight Highlight Eine "ziemliche Nummer" ist das Bombardieren von Flüchtlingslagern, nicht das weiterleiten.
    • Do not lie to mE 21.06.2020 13:58
      Highlight Highlight Im Gegenteil er baut gerade mit Hilfe der "Syrischen REBELLEN" seine Macht in Libyen aus, und es ist davon auszugehen dass er auch diese Migrantenroute kontrollieren/ausnützen wird.
    • rodolofo 21.06.2020 14:57
      Highlight Highlight Es wird Zeit für eine neue Nummer von Böhmermann!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sarkasmusdetektor 21.06.2020 13:31
    Highlight Highlight Mit dem letzten Satz ist eigentlich alles gesagt, was man wissen muss.
    • BigDaddy 21.06.2020 19:38
      Highlight Highlight Die UNO braucht zunächst mal 2 Wochen bis sie sich einig sind, ob sie das verurteilen oder nicht.
      Weitere Massnahmen sind eh nicht zu erwarten, weil ein Russe, ein Chinese oder ein Ami ein Veto einlegt... Es ist so erbärmlich lächerlich...
  • CalibriLight 21.06.2020 13:11
    Highlight Highlight Die Kurden - eines der verlassensten Völker der Welt.
    • Fretless Guy 21.06.2020 13:23
      Highlight Highlight Ich frage mich auch die längste Zeit, weshalb die Türkei einfach wild in fremden Ländern rumbomben darf und das nicht mal gross thematisiert wird. UNO und Co wohl zu sehr auf die bösen Russen und Amis konzentriert. Keine Sanktionen, keine oder kaum Kurd lives matter demos etc. Die Welt ist einfach verlogen und zynisch.
    • fools garden 21.06.2020 14:13
      Highlight Highlight Die "dürfen" das zu ihrer Sicherheit🤮
    • Alnothur 21.06.2020 14:41
      Highlight Highlight Demos für die Kurden gibts regelmässig an vielen Orten hier in Europa. Nur interessiert das die Medien halt nicht.
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