DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mit diesem Superwall will die Türkei die Grenze zum Islamischen Staat dicht machen



Eines der Probleme im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ist das schier unerschöpfliche Rekrutierungspotential der Terroristen: Zwar gelingt es den Alliierten regelmässig, Kämpfer durch Luftangriffe auszuschalten. Weil sich ihnen aber jeden Tag Dutzende neue Dschihadisten anschliessen, wächst ihr Truppenbestand ständig weiter.

Um die Ränge des IS nachhaltig zu dezimieren, müssten seine Nachschubwege abgeschnitten werden. Das betrifft vor allem die 822 Kilometer lange Grenze zwischen der Türkei und Syrien. Diese ist auf weiten Strecken nur mit einem Maschen-und Stacheldrahtzaun befestigt. 

Syrian refugees climb over the barbed-wire border fence from Syria to Turkey in Akcakale, Sanliurfa province, southeastern Turkey,  Sunday, June 14, 2015. The mass displacement of Syrians came as Kurdish fighters announced they are making headway toward the city of Tal Abyad, a stronghold of the extremist group near the Turkish border. The loss of Tal Abyad would be a major blow to the extremist group as the border town is a major avenue for commerce for the group.(AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Syrische Flüchtlinge überwinden den Grenzzaun zur Türkei (14.07.2015). Bild: AP

Das soll sich nun ändern: Parallel zu den ersten Luftschlägen gegen IS-Stellungen hat die türkische Regierung den Bau einer Superwalls angekündigt. «Angesichts [der Bedrohung] des IS ist es wichtig, die Nachschubwege der Terroristen zu blockieren und zu diesem Zweck physische Barrieren aufzubauen», sagte der türkische Vize-Regierungschef am Mittwoch gegenüber Medienvertretern.

Konkret schweben Ankara folgende Massnahmen vor:

150 Kilometer Schutzwall

An den exponiertesten Stellen, wo die meisten illegalen Grenzübertritte passieren, entsteht das Herzstück der neuen Anlage: Eine doppelte Grenzmauer mit einer fünf Meter breiten asphaltierten Strasse dazwischen für Patrouillen-Fahrzeuge. Dazu kommen Wachtürme, Scheinwerfer, Überwachungskameras sowie Wärme- und Bewegungssensoren.

Überwachungsballone

Bild

bild via lockheedmartin.com

Überwachungsballone haben gegenüber Drohnen den Vorteil, dass sie länger an derselben Stelle und in grösseren Höhen fliegen und somit einen längeren Grenzabschnitt überwachen können. Vermutlich wird sie die Türkei in den USA beschaffen. Laut Hürriyet Daily News setzte die türkische Armee bereits 90 Prozent ihrer Drohnen und 50 Prozent ihrer gepanzerten Fahrzeuge an der Grenze zu Syrien ein.

450 Kilometer Schutzgraben

In this May, 16, 2014 photo, a Pakistani border guard stands alert as an excavator digs a trench along Pakistan Afghanistan border at Chaman post in Pakistan. ILike the Berlin Wall or Israel’s West Bank barrier, the planned 485-kilometer (300-mile) trench is giving physical form to a border that locals have long seen as artificial, dividing families and crippling trade. And it is adding to simmering tensions between Afghanistan and Pakistan, U.S. allies which have long accused each other of turning a blind eye to insurgents. (AP Photo/Matiuallah Achakzai)

Schutzgraben an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Bild: Matiullah Achakzai/AP/KEYSTONE

Die Gesamtkosten für die neue Grenzschutzanlage sollen umgerechnet 1,5 Milliarden Franken betragen. (kri)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Dürre in Syrien: Schlechte Ernte droht Hungerkrise zu verschärfen

Die Hungerkrise im Bürgerkriegsland Syrien droht sich wegen einer monatelangen Dürre weiter zu verschlimmern. Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO rechnet in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr mit einer «deutlich geringeren» Ernte von Weizen, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel, wie der FAO-Vertreter in Syrien, Michael Robson, der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Die Welthungerhilfe warnte, die Zahl der Notleidenden, die auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, werde sich dramatisch …

Artikel lesen
Link zum Artikel