International
Terrorismus

Ankara sucht fieberhaft nach den Drahtziehern des Terroranschlags 

Ankara sucht fieberhaft nach den Drahtziehern des Terroranschlags 

Bei einem Autobomben-Anschlag im Regierungsviertel Ankaras wurden am Mittwochabend mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt. Wer hinter dem Attentat steckt, ist bislang nicht bekannt. 
17.02.2016, 17:5518.02.2016, 06:43

Nach dem verheerenden Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sucht die Regierung nach den Hintermännern. «Uns liegen bisher noch keine Informationen darüber vor, wer diesen Angriff getätigt hat», sagte Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus.

Beim Anschlag auf einen Konvoi mit Bussen der Armee am Mittwochabend wurden nach seinen Angaben mindestens 28 Menschen getötet und 61 weitere verletzt worden. Kurtulmus sprach von einem Angriff «auf die gesamte Nation».

Türkei

Die türkische Luftwaffe bombardierte am Mittwochabend Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak, wie der irakische Fernsehsender Al Sumaria berichtete. Unklar war zunächst, ob die Luftschläge im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Ankara standen, zu dem sich zunächst niemand bekannte.

Die PKK greift aber immer wieder türkische Sicherheitskräfte an. Sie hat zudem angekündigt, Angriffe auf staatliche Institutionen auszuweiten.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Mittwochabend seinen Besuch in Brüssel zu Gesprächen über die Flüchtlingskrise ab.

Video der Explosion

Zu der Detonation kam es im Regierungsviertel Cankaya vor einem Gebäude der Luftwaffe in der Nähe des Parlaments. Die Bombe sei explodiert, als die Militärfahrzeuge an einer Ampel gehalten hätten, teilte die Armee mit. Die Wagen hätten Angehörige der Streitkräfte transportiert. Es handele sich um einen «niederträchtigen und verräterischen Angriff». Das Militär bestätigte, dass unter den Toten Soldaten seien. Genaue Angaben machte die Armee nicht.

Soldaten sicher den Ort der Explosion
Soldaten sicher den Ort der Explosion
Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

Auf Fernsehbildern war Feuer und eine Rauchsäule, die in den Abendhimmel steigt, zu sehen. Augenzeugen berichten im türkischen Fernsehen, dass sie eine «sehr laute Explosion» gehört hätten. Demnach sei der Knall auch in mehreren Kilometern Entfernung zu hören gewesen.

Behörden verhängen Nachrichtensperre

Ein Sprecher der Regierungspartei AKP schrieb auf Twitter: «Ein heimtückischer Terrorakt hat sich in Ankara ereignet. Wir verurteilen diesen Angriff.» Wie häufig nach Anschlägen verhängte die Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk, der Oberste Rundfunk- und Fernsehrat RTÜK, eine Nachrichtensperre.

Verletze werden von der Ambulanz weggebracht
Verletze werden von der Ambulanz weggebracht
Bild: Getty Images Europe

Türkische Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Monaten immer wieder zum Ziel von Anschlägen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK geworden. Gegen die PKK gehen die Sicherheitskräfte seit Mitte Dezember mit einer Offensive in der Südosttürkei vor. Allerdings wurden in der Vergangenheit Anschläge in der Türkei auch der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) oder linksterroristischen Gruppen angelastet.

In Ankara waren im vergangenen Jahr bei einem Bombenanschlag mehr als hundert Menschen getötet worden. Für die Tat wird der «IS» verantwortlich gemacht. Seitdem gilt in der Türkei die höchste Terrorwarnstufe. Bei einem Selbstmordanschlag eines mutmaßlichen «IS»-Anhängers auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul wurden im Januar zehn Bundesbürger getötet. Ein elftes Opfer starb später im Krankenhaus.

Jetzt auf

Rettungskräfte eilen zur Detonationsstelle

Bei den Gesprächen in Brüssel wollte Ministerpräsident Davutoglu am Donnerstag in Brüssel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zusammenkommen. Zudem sollte er an einem Mini-Gipfel des «Clubs der Willigen» mit Deutschland und anderen EU-Staaten teilnehmen. Der eigentliche EU-Gipfel beginnt am späten Donnerstagnachmittag.

In den Gesprächen mit Davutoglu sollte es um die Umsetzung des Aktionsplans mit der Türkei zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen gehen. Die EU stellt dafür drei Milliarden Euro bereit. (jas/sda/kaz/kev/AFP/AP/dpa/Reuters)

Autobomben-Anschlag erschüttert Ankara

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Autobomben-Anschlag erschüttert Ankara
Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen: Eine Autobombe erschütterte am Mittwoch Abend ein Quartier in der türkischen Hauptstadt Ankara.
quelle: epa/ihlas news agency / str
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