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Ukraine

Ukraine wirft Ungarn Geiselnahme und Diebstahl vor

Streit spitzt sich zu: Ukraine wirft Ungarn Geiselnahme und Diebstahl vor

06.03.2026, 06:4706.03.2026, 06:47

Der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um den Transit von Öllieferungen aus Russland hat mit einem Geiselnahmevorwurf aus Kiew eine neue Eskalationsstufe erreicht.

epa12783287 Ukrainian Foreign Minister Andrii Sybiha speaks during the joint press conference with Dutch Foreign Minister Tom Berendsen (not pictured) in Kyiv, Ukraine, 28 February 2026. Dutch Ministe ...
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha kritisiert Ungarn schwer.Bild: keystone

«Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen», schrieb der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter einer Staatsbank. Zudem sollen die ungarischen Behörden Geld in Millionenhöhe und Goldbarren konfisziert haben.

Der ukrainischen Darstellung nach haben die Ukrainer als Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank Geldtransporter begleitet. Die GPS-Vorrichtungen der Fahrzeuge seien im Stadtzentrum von Budapest direkt neben dem Gebäude von Sicherheitsorganen geortet worden, teilte die Bank mit. Demnach befanden sich in den Wagen 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold. Die Wertsachen seien im Rahmen einer Übereinkunft mit der Raiffeisenbank aus Österreich transportiert und entsprechend deklariert worden, heisst es aus Kiew. Die Grundlage der Festsetzung sei unklar.

Streit um Öl und EU-Millionen

Hintergrund des Skandals ist der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um Öllieferungen aus Russland. Diese liefen bis zuletzt über die Pipeline «Druschba» auch über ukrainisches Gebiet. Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe forderte die kurz vor der Wahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle Reparatur nicht möglich, was in Ungarn – und auch der benachbarten Slowakei – auf Unglauben stösst.

In this photo issued by the Hungarian PM's Press Office Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy, right, and Hungarian Prime Minister Viktor Orban hold a meeting in Kyiv, Ukraine, Tuesday, July 2, ...
Ungarns Regierungschef Viktor Orban bei einem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj im Jahr 2024.Bild: keystone

Um den Druck zu erhöhen, hat Ungarn die Vergabe eines Millionenkredits der EU an die Ukraine blockiert, der für das von Russland angegriffene Land überlebenswichtig ist. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte daraufhin Ungarns Regierungschef Viktor Orban sogar mit eigenen Soldaten. (dab/sda/dpa)

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14 Kommentare
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Donnerherz
06.03.2026 07:37registriert November 2020
Orbàns Verzweiflung nimmt neue Dimensionen an.
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Reinhard51
06.03.2026 07:55registriert November 2025
Stehlen ist in Orbans DNS, sein Volk bestiehlt er auch.
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Pummelfee
06.03.2026 08:30registriert Mai 2020
Die Ukraine hat jetzt andere Prioritäten als die Reparatur der Pipeline, mit deren Hilfe Russland den Krieg finanziert. Und Ungarn tut, was es immer tut: erpressen.
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