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Ukraine

Russlands Armee verzeichnet hohe Verluste – Kehrtwende an Charkiw-Front

epa11419919 Ukrainian servicemen of the 57th Motorized Brigade attend their rest and regroup at an undisclosed location in the Kharkiv area, Ukraine, 18 June 2024, amid the Russian invasion. The comba ...
Die ukrainischen Soldaten gewinnen an der Charkiw-Front die Oberhand. Bild: keystone

Wowtschansk – das Asowstal der Russen

Die ukrainische Armee kann sich an der Front in Charkiw gegen den Aggressor Russland wehren. Dies auch, weil sie scheinbar zahlreiche russische Soldaten in einer Fabrik einkesseln konnte – was Erinnerungen an Asowstal weckt.
21.06.2024, 06:04
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Wowtschansk, eine 18'000-Einwohner-Stadt im Norden der Oblast Charkiw, rund acht Kilometer südlich der ukrainisch-russischen Grenze, steht aktuell im Zentrum der internationalen Berichterstattung. Die Stadt wird derzeit als wichtigstes Schlachtfeld der russischen Offensive im Norden wahrgenommen – genau diese Offensive scheint seit Wochen zu scheitern. Nun droht eine Katastrophe für die russische Armee.

Die eingeschlossenen Russen

Am Wochenende eroberten mehrere russische Bataillone die Chemiefabrik im Zentrum von Wowtschansk. Doch die Ukrainer wehrten sich: Hunderte russische Soldaten seien in ebendieser Chemiefabrik eingekesselt worden. Mindestens 30 von ihnen hätten sich am Wochenende ergeben. Die verbleibenden Soldaten hätten keine Möglichkeit zu fliehen oder sich zu verstecken, wie verschiedene internationale und ukrainische Medien schreiben.

Dafür, dass die Lage der russischen Armee in der Region Wowtschansk prekär ist, spricht auch eine Videobotschaft eines russischen Soldaten namens Anton Andrejew.

Er schildert, was er in den vergangenen Tagen erlebt hat: Seine Einheit sei inzwischen radikal dezimiert worden. Von 100 Soldaten seien nur noch zwölf am Leben gewesen, als sie in Wowtschansk unter ukrainischen Beschuss und Drohnenangriffe gerieten.

Weiter sagt er, Russland sei weit davon entfernt, Wowtschansk einzunehmen. Die knapp vierminütige Aufnahme wurde ursprünglich vom russischen Sender Astra veröffentlicht und von «The Guardian» verifiziert.

Der Russe zeichnet ein düsteres Bild, die Lage sei «katastrophal». «Man geht durch die Strasse und alles scheint in Ordnung zu sein», sagt er. Doch er erklärt weiter:

«Aber dann wird man in ein Massaker verwickelt. In der ersten Nacht starb sofort die Hälfte der Kompanie.»

Für die russischen Kommandanten gibt es offenbar nur den Weg nach vorn: Sie treiben ihre Soldaten an, weiter vorzurücken – ohne Rücksicht auf Verluste. «Vorwärts, vorwärts, nicht stillsitzen, Sägewerk besetzen, Schützengräben besetzen», zitiert Andrejew die Befehle.

Fehlende Panzerung habe Folgen für die russischen Soldaten: «Sie zerstückeln uns einfach. Wir werden bei Tageslicht unter Maschinengewehrfeuer und Drohnen geschickt, wie Fleisch», sagt der Soldat über die Befehle seiner Vorgesetzten. Er betont nochmal:

«Ich weiss nicht, ob ich da rauskomme oder nicht, aber ich muss das sagen, um das Andenken derjenigen zu ehren, die hier wegen bestimmter Personen wie Fleisch gestorben sind.»

Die Truppen, zu denen auch Andrejew gehört, sollen sich auf dem Gelände verschanzt haben. Ukrainischen Quellen zufolge handele es sich bei den Truppen um etwa 400 Soldaten. In einem Video auf X ist ein ukrainisches Militärflugzeug zu sehen, wie es mit von den USA gelieferter Munition die Anlage unter Beschuss nimmt.

In den vergangenen Tagen soll der Kreml mehrere Versuche unternommen haben, den Zusammenschluss mit den umzingelten Truppen zu erkämpfen – bislang ohne Erfolg. Quellen aus der Ukraine zufolge bleibe der eingeschlossenen russischen Armee nichts anderes übrig, als sich zu ergeben – sollten sie nicht in einem Massaker sterben wollen.

Ob diese Informationen tatsächlich verlässlich sind, ist aktuell noch unklar, denn vertrauenswürdige Quellen wie etwa das Institute for the Study of War haben dies bis dato nicht bestätigt.

Westliche Waffen helfen der Ukraine

Klar ist indes aber, dass die Ukraine sich gegen Russland wehren kann und die Lage der russischen Armee zunehmend schwieriger wird: Die ukrainische Luftwaffe hat die russischen Gegner in Wowtschansk mit US-amerikanischen und französischen Gleitbomben ins Visier genommen. Durch diesen Angriff seien viele der vorgerückten russischen Truppen vom Nachschub an der Front in Charkiw abgeschnitten worden, das berichtet unter anderem die Kyiv Post.

This image taken from a video released by the Ukrainian Tsunami Assault Regiment, Liut Brigade, shows the northeastern frontline town of Vovchansk, Ukraine, during heavy bombardment by Russian forces  ...
So sieht Wowtschansk wegen des russischen Angriffes aus. Bild: keystone

Hintergrund: Wowtschansk war das erste grosse Ziel der russischen Offensive im Norden. Diese begann am 10. Mai und hatte höchstwahrscheinlich die Einnahme von Charkiw zum Ziel. Doch die grosse russische Truppe im Norden kam nie über Wowtschansk hinaus. Dies, weil mehrere ukrainische Brigaden nach Norden eilten, um den Russen entgegenzutreten. Bewaffnet mit Munition, die aus den USA geliefert worden war, kämpften die Ukrainer unerbittlich gegen die Russen und stoppten deren Vormarsch Ende Mai.

Die Ukrainer können den Russen aktuell gut standhalten, weil im Westen ein Umdenken bezüglich der Waffenlieferungen in die Ukraine stattgefunden hat.

Die Waffenhilfe wurde kürzlich wieder deutlich angekurbelt: Erst gaben die USA nach einem monatelangen Haushaltsstreit ein Milliarden-Hilfspaket frei. Anschliessend zogen andere Länder wie Deutschland, Frankreich, Dänemark oder die Niederlande nach.

Nach einigem Hin und Her wurde auch dem Drängen der Ukraine nachgegeben, die Waffen aus dem Westen auch auf Ziele in Russland abfeuern zu dürfen. Aber dennoch: Länder wie die USA und Deutschland haben die Abgabe von bestimmten Waffensystemen nach Angaben aus Bündniskreisen zum Teil an strenge Auflagen für deren Nutzung gekoppelt. Hintergrund ist die Befürchtung, dass der Konflikt mit Russland weiter eskalieren und die NATO zur Kriegspartei werden könnte.

Khrystyna Pyimak, 11, hugs her mother Oksana Velychko, 42, after evacuation from Vovchansk, Ukraine, Sunday, May 12, 2024. Her husband was killed in their house after a Russian airstrike on the city.  ...
Viele der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Wowtschansk mussten flüchten. Bild: keystone

Verzweifelte Stimmen aus der Bevölkerung

Obschon die Ukrainer die Russen bei den Kämpfen im Norden des Landes zu dominieren scheinen, sind die Kollateralschäden enorm. So postet ein User auf X ein Video der Ruinen und schreibt: «Bis die Russen nach Wowtschansk gekommen sind, war es ein friedlicher Ort. Jetzt liegt es aufgrund der russischen Invasion in Trümmern.»

Weiter schreibt er:

«Es ist fast nichts mehr übrig, was haben die Russen gewonnen? Wieso machen sie das?»

(jub, mit Material von t-online)

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153 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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So oder so
21.06.2024 06:28registriert Januar 2020
Wowtschansk sieht übriegens so aus weil die Ruzzen Gleitbomben wahlos in die Dörfer und Städte schiessen. Dennen ist es völlig Egal ob sie ein Trümmerhaufen Erobern - darum ist es auch eine Absolute Lüge das Putin die Ukraine Befreien möchte - er möchte nur Vernichten.
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Katerchen
21.06.2024 06:35registriert März 2023
Der Westen muss weiter Waffen und Munition liefern. Nur so lässt sich dem russischen Bären die Lust an der Expansion austreiben!
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So oder so
21.06.2024 06:22registriert Januar 2020
Darum darf man mit dem Monster Putin auch nicht verhandeln denn wer so seine eigenen Verheizt darf auf keinem Fall Belohnt werden denn sonst wird diese Strategie weitergeführt.
Gibt schon Länger berichte das sie die Infanterie ohne Panzerung Nix voran Treiben bei der Charkiw Front.

Aber am Ekligsten sind die Putin Freunde die das Komplet ausblenden wie Putin seine Soldaten ins Gefecht schickt - die müssen ihre eigenen noch mehr Hassen wie die Ukrainer.
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