International
Nordkorea

Selenski warnt: Nordkorea schickt Putin 10'000 Soldaten für seinen Krieg

«1. Schritt zum Weltkrieg»: Nordkorea schickt laut Selenskyj 10'000 Soldaten in Ukraine

Der ukrainische Präsident beruft sich am EU-Gipfel in Brüssel auf Geheimdienstberichte. Mit den asiatischen Söldnern könne der Kreml eine neue Mobilisierung in Russland umgehen.
17.10.2024, 18:0217.10.2024, 18:04
Remo Hess, Brüssel / ch media
epa11663941 (L-R) Lithuanian President Gitanas Nauseda, Ukraine's President Volodymyr Zelensky, Belgian Prime Minister Alexander De Croo and European Council President Charles Michel speak during ...
Nordkoreanische Offiziere seien bereits in den von Russland besetzten Gebieten aktiv.Bild: keystone

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj schlägt die Alarmglocke: «Wir wissen von 10'000 Soldaten, die Nordkorea darauf vorbereitet, um gegen uns zu kämpfen», sagte Selenskyj am Donnerstag beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Als Quelle nannte er ukrainische Geheimdienstberichte.

Präsident Wladimir Putin habe den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un um die Truppen gebeten, weil er in Russland wegen der negativen öffentlichen Meinung selbst keine neue Mobilisierung durchführen könne, so Selenskyj. Zwar handle es sich bei den 10'000 Männern nicht nur um Frontsoldaten, sondern auch um taktische Einheiten und Spezialisten. Aber trotzdem: «Es ist eine sehr dringende Angelegenheit, über die ich die USA und jetzt die EU-Staats- und Regierungschefs informiert habe.»

Nachdem Putin schon Iran in den Krieg reingezogen habe, welches Raketen und Drohnen liefere, sei nun Nordkorea dran. Selenskyj: «Das ist der erste Schritt zum Weltkrieg.»

Selenskyj: Scholz hat «nie Nein oder Ja» gesagt

Weiter appellierte der Ukrainer eindringlich an die Europäer, seinem «Siegesplan» zuzustimmen. Eine rasche Einladung in die Nato sei zwingend, weil die Ukraine in den 1990er-Jahren ihre Atomwaffen abgegeben habe. Hätte sie diese behalten, hätte die Invasion Russlands nie stattgefunden, suggerierte Selenskyj. Manche der westlichen Alliierten wollen die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine aber anscheinend lieber als Pfand in der Hinterhalt behalten, um sie in allfällige Verhandlungen mit Moskau einzubringen.

Nach einer gemeinsamen Antwort auf Selenskyjs Siegesplan dürfte am Freitagabend in Berlin gesucht werden. Nachdem US-Präsident Joe Bide seine Deutschland-Reise wegen des Hurrikans «Milton» kurzfristig abgesagt hat, holt er diese jetzt nach. Nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz kommen später der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer dran.

Neben der Freigabe von Distanzwaffen für die Ukraine dürfte es um die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine gehen. Sowohl Biden wie Scholz sind bis anhin gegen einen schnellen Beitritt. Am EU-Gipfel in Brüssel sagte Scholz zu Selenskyjs Beitrittsforderung, die Haltung Deutschlands sei bekannt und «daran wird sich auch nichts ändern». Selenskyj sagte hingegen, im persönlichen Gespräch habe Scholz zum Nato-Beitritt «nie Nein oder Ja gesagt». Man sei zusammen «in einem Prozess», so der Ukrainer. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So bombastisch empfängt Kim Jong Un seinen (Ex-)Feind
1 / 18
So bombastisch empfängt Kim Jong Un seinen (Ex-)Feind
Beim ersten Besuch eines südkoreanischen Präsidenten in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang seit elf Jahren organisierte Kim Jong Un einen grossen Empfang für den seltenen Gast.
quelle: epa/pyongyang press corps pool / pyongyang press corps / pool
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Symbolische Verschärfung in Korea – Nordkorea sprengt Strassen an der Grenze
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Geheimdokumente offenbaren Spender für Trumps Ballsaal
Für Trumps Ballsaal sind Hunderte Millionen Dollar zusammengekommen. Viele Geldgeber haben auch geschäftliche Interessen gegenüber der US-Regierung.
Die Technologiekonzerne Nvidia und Apple spendeten jeweils 25 Millionen Dollar für den Ballsaal, den Donald Trump im Weissen Haus bauen lässt. Das geht aus einer Liste hervor, die der «Washington Post» vorliegt. Enthüllt wurden alle wichtigen Spender für das Projekt, darunter auch bisher nicht genannte Geldgeber, die von regulatorischen Entscheidungen, Regierungsaufträgen und in einem Fall von einer Begnadigung für ein Familienmitglied durch das Trump-Kabinett profitiert haben.
Zur Story