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FILE - In this Sept. 26, 2017, file photo, U.S. Ambassador to Canada Kelly Knight Craft stands during her swearing in ceremony in the Indian Treaty Room in the Eisenhower Executive Office Building on the White House grounds in Washington. The Senate has confirmed Craft to become the next U.S. envoy to the United Nations. (AP Photo/Alex Brandon, File)
Kelly Knight Craft

Der US-Senat bestätigte am Mittwoch die von Präsident Donald Trump nominierte Kandidatin Kelly Craft (57) als neue Chefdiplomatin mit 56 zu 34 Stimmen. Bild: AP

US-Senat bestätigt Kelly Craft als neue Uno-Botschafterin



Sieben Monate nach dem Ausscheiden von Nikki Haley bekommen die USA wieder eine Botschafterin bei der Uno: Der US-Senat bestätigte am Mittwoch die von Präsident Donald Trump nominierte Kandidatin Kelly Craft (57) als neue Chefdiplomatin mit 56 zu 34 Stimmen. Sie hatte hat in der Vergangenheit mit Äusserungen zum Klimawandel für Aufsehen gesorgt.

Craft ist bislang US-Botschafterin in Kanada. Die oppositionellen Demokraten im Senat hatten ihr bei ihrer Anhörung mangelnde Erfahrung für den Posten bescheinigt.

Haley hatte das Amt Ende vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen abgegeben. Craft war vor ihrer Zeit als US-Botschafterin in Kanada Unternehmerin im US-Bundesstaat Kentucky. Sie ist mit Joe Craft verheiratet, einem milliardenschweren Geschäftsmann aus der Kohleindustrie. Beide sind Spender der Republikaner von Trump.

Millionen-Spende an Trump

Im Wahlkampf 2016 unterstützte das Ehepaar Kandidaten der Konservativen nach einem Bericht der «Washington Post» mit rund 1.5 Millionen US-Dollar. Laut der «New York Times» spendeten die Crafts insgesamt zwei Millionen US-Dollar für Trumps Wahlkampf und seine Amtseinführungszeremonie.

Für Aufsehen sorgte Craft, als sie 2017 im Sender CBS erklärte, sie glaube «beiden Seiten» in der Debatte über den Klimawandel. Bei ihrer Senatsanhörung im Juni betonte Craft, Klimawandel stelle «ein echtes Risiko für den Planeten dar». Massnahmen dagegen müssten alle Länder ergreifen. Den USA dürfe dabei aber keine übergrosse Last aufgebürdet werden, die Jobs oder die Wirtschaft gefährden könnte. Craft sprach sich bei der Anhörung zudem für Reformen bei den Uno und für eine fairere Lastenteilung bei der globalen humanitären Hilfe aus.

Trump sieht die Vereinten Nationen kritisch, unter der früheren Botschafterin Haley hatten die USA einen Sparkurs eingeläutet. Trump hatte bereits im Februar angekündigt, Craft nominieren zu wollen. Er bescheinigte ihr damals, als Repräsentantin der USA einen «ausgezeichneten Job» gemacht zu haben. Die Demokraten bemängelten bei der Anhörung Crafts im Senat im vergangenen Monat dagegen unter anderem, dass sie in ihrer bis dahin 20-monatigen Amtszeit als Botschafterin 300 Tage ausserhalb Kanadas gewesen sei.

Demokraten: Mangelnde Erfahrung

Der ranghöchste demokratische Senator im Auswärtigen Ausschuss, Bob Menendez, kritisierte ausserdem die seiner Ansicht nach mangelnde diplomatische Erfahrung Crafts. «Ich habe schwere Vorbehalte gegen Ihren Mangel an Qualifikationen für so eine komplexe und herausfordernde Rolle», sagte er.

Der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, nannte Craft dagegen «eine phänomenale Wahl des Präsidenten». Der Senator aus Kentucky hatte Trump nach eigenen Angaben empfohlen, Craft für das Amt bei den Vereinten Nationen auszuwählen.

In Crafts Zeit als Botschafterin in Kanada fielen die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta sowie der G7-Gipfel in La Malbaie, bei dem es zum Eklat kam, weil Trump seine Unterstützung für die Gipfelerklärung im Nachhinein zurückzog.

Zweite Wahl

Craft war Trumps zweite Kandidatin für das Spitzenamt. Die erste Anwärterin, Heather Nauert, hatte ihre Bewerbung im Februar überraschend zurückgezogen. Sie hatte erklärt, die Zeit nach der Verkündung ihres geplanten Aufstiegs zur Uno-Botschafterin sei für ihre Familie sehr aufreibend gewesen.

Mehrere US-Medien berichteten allerdings, Grund für Nauerts Rückzug sei gewesen, dass sie vor Jahren eine Frau als Kindermädchen beschäftigt hatte, die keine US-Arbeitserlaubnis gehabt habe. Aus Angst vor Komplikationen im Nominierungsprozess wegen dieses Falls habe Nauert entschieden, sich selbst aus dem Rennen zu nehmen. (sda/dpa)

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