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Nach Schüssen in Megachurch in Texas – Schützin tot

People wait outside Lakewood Church, Sunday, Feb. 11, 2024, in Houston, after a reported shooting during a Spanish church service. (Karen Warren/Houston Chronicle via AP)
Ein Mann und eine Frau warten vor der Kirche in Houston, nachdem es dort zu Schüssen durch eine Frau mit Kind gekommen war, 11. Februar 2024.Bild: AP Houston Chronicle

Nach Schüssen in Megachurch in Texas – Schützin tot

12.02.2024, 22:20
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Eine Frau hat am Sonntag in einer bekannten Megakirche in Houston im US-Bundesstaat Texas mit einer Langwaffe das Feuer eröffnet. Sie wurde kurz darauf von anwesenden Sicherheitskräften erschossen, wie die zuständige Polizeibehörde bei einer Pressekonferenz mitteilte. Bei den Sicherheitskräften habe es sich um zwei nicht im Dienst befindliche Polizeibeamte gehandelt. Die Schützin habe ihren sieben Jahre alten Sohn bei sich gehabt, hiess es weiter.

Der Junge sei bei dem Feuergefecht angeschossen worden und befinde sich in einem kritischen Zustand. Kurz nach der Tat hatte die Polizei zunächst von einem schätzungsweise fünfjährigen Kind gesprochen. Bei dem Angriff sei ausserdem ein unbeteiligter Mann am Bein verletzt worden.

Bei der Kirche handelt es sich um die Lakewood Church des protestantischen Celebrity-Predigers Joel Osteen. Laut Medienberichten nehmen 45'000 Menschen in Lakewood an den wöchentlichen Gottesdiensten teil. Zum Tatzeitpunkt fand jedoch laut Kirchen-Website gerade kein Gottesdienst statt. Die Ermittlungen dauern nach Polizeiangaben an.

FILE - Flags fly in front of the Lakewood Church in Houston, June 28, 2005. Police in Texas said Sunday, Feb. 11, 2024, that they were responding to a possible shooting at the Houston megachurch run b ...
Ein Archivbild der Lakewood Church aus dem Jahr 2005.Bild: keystone

Es sei noch zu früh, um ein Motiv für die Tat zu benennen, sagten Vertreter der Polizei am Montag. Es seien jedoch «einige antisemitische Schriften» entdeckt worden. Es gebe Hinweise, dass die mutmassliche Täterin in einen Streit mit der zum Teil jüdischen Familie ihres Ex-Mannes verwickelt gewesen sei. Die Ermittlungen dauerten aber an. Nach bisherigen Erkenntnissen habe die Frau alleine gehandelt.

In den USA gehören Amokläufe und tödliche Schiessereien auf traurige Weise zum Alltag. Schusswaffen sind dort leicht erhältlich und massenhaft im Umlauf. Regelmässig erschüttern blutige Attacken mit vielen Opfern das Land – etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtclubs oder bei grossen Veranstaltungen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um Männer. Schusswaffenattacken durch Frauen kommen statistisch selten vor.

Nach jedem grösseren Angriff dieser Art gibt es neue Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts, etwa nach einem Verbot von Sturmgewehren, die regelmässig bei Amokläufen zum Einsatz kommen. Die Forderungen laufen jedoch ins Leere, nicht zuletzt wegen Widerständen aus den Reihen der Republikaner. (sda/dpa)

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60 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Snowy
12.02.2024 08:14registriert April 2016
„ Frau mit Kind auf dem Arm eröffnet Feuer in Megachurch“

Es gibt Dinge, da braucht man nur die Schlagzeile zu lesen, und man weiss zu 99.9 % dass die Tat in den USA stattgefunden hat.

Aber klar.
Es hat natürlich wieder nichts mit der einfachen Verfügbarkeit und der Verklärung von Schusswaffen zu tun.
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ceterum censeo
12.02.2024 08:27registriert Oktober 2017
Guns, Victims, Thoughts and Prayers …
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Trollerix
12.02.2024 07:03registriert September 2017
Liebe Amis, ich hätte eine etwas gewagte und vielleicht neue Idee für euch: Verschärft doch mal eure Waffengesetze. Ich weiss, ihr steht auf die totale Freiheit und so. Und möchtet euch gegen den bösen Mann verteidigen können. Aber das geht wirklich auch ohne oder mit weniger Waffen ganz gut.
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