«Das ist nur Chaos»: Trumps Kriegsminister Hegseth bunkert sich ein
Dieser Mann hat eine Mission. «Niemals aufgeben», lautet die Devise von Pentagon-Chef Pete Hegseth auf der Plattform X. Und danach handelt der selbsternannte Kriegsminister der USA auch.
«Das Zeitalter der politisch korrekten, überempfindlichen Führung, die niemanden verletzen will, endet jetzt auf allen Ebenen», verkündete Hegseth im September in einer eilig einberufenen Runde mit Generälen der US-Armee. Zugleich gab er sein «Krieger-Ethos» aus: «Von diesem Moment an ist die einzige Mission des neu wiederhergestellten Kriegsministeriums: Krieg führen, sich auf den Krieg vorbereiten und sich auf den Sieg vorbereiten», so Hegseth auf dem Militär-Treffen.
Berichte über Spannungen im Pentagon
Der frühere TV-Moderator Hegseth fordert bedingungslose Loyalität. Zuletzt bekam dies der für die Kriegsmarine zuständige Staatssekretär John Phelan zu spüren. Nach Kritik an Kompetenzüberschreitungen des Ministers ging Phelan – mitten im Iran-Krieg.
Nun wächst die Kritik an dem Minister. Von einsamen Entscheidungsrunden ist die Rede. «Das hier ist einfach nur Chaos. Es ist verrückt», zitierte die britische Zeitung «Guardian» den früheren Top-Militär Kevin Carroll. Zuvor hatte schon die «Washington Post» über Spannungen in Hegseths Ministerium berichtet.
Hegseth mauert sich im Pentagon zunehmend ein. Sein jüngerer Bruder Phil Hegseth, ein ehemaliger Podcast-Produzent, hat einen Berater-Posten im Ministerium. Sein Büro ist im so genannten E-Ring eingerichtet, direkt angebunden an die Führungsebene.
Unbedingte Loyalität zu Donald Trump
Zudem berichten Medien, dass Hegseth verstärkt seine Ehefrau Jennifer Rauchet mit zu Beratungen bringt. Kritische Geister wurden reihenweise entlassen. Im US-Kongress wies der Minister Kritik an seinem Vorgehen zurück: Personalentscheidungen seien zuvor «in einer Art und Weise auf Herkunft und Geschlecht fokussiert gewesen, die ich für ungut erachte», so Hegseth.
Hegseth verdankt seine Stellung seiner bedingungslosen Loyalität zu US-Präsident Donald Trump. Wie dieser bei seinem Sondergesandten Steve Witkoff oder seinem Schwiegersohn Jared Kushner setzt auch Hegseth auf familiäre Bande. Zug um Zug wird das Pentagon ganz auf Hegseth ausgerichtet. Seit Hegseths Amtsantritt im Vorjahr mussten bislang 24 hochrangige US-Militärs gehen.
Kritiker warnen vor dem Umbau von Militär und Ministerium. Sie erkennen die Agenda des «Projekts 2025» wieder, einem Programmentwurf für einen autokratischen Staatsumbau in den USA.
Paul Eaton, ein pensionierter Generalmajor, warnte im «Guardian»:
Verwendete Quellen:
- theguardian.com: "This ist just a disarray" (Englisch, kostenpflichtig)
- war.gov: Secretary of War Pete Hegseth Addresses General and Flag Officers at Quantico, Virginia (Englisch)

