Mit diesen 3 Tricks machen die Söhne von US-Politikern Millionen
Von Privaten Geld für Investment-Fonds eintreiben
Seit letztem Monat ist die Welt der Investoren um einen prominenten Namen reicher: William Finbar Kennedy, der drittälteste Sohn von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, sammelt Geld für den Investmentfonds «Victura Ventures». Der 28-jährige «Finn» Kennedy will rund 100 Millionen Dollar einwerben, um das Geld später in vielversprechende Medizin-Start-Ups zu investieren. Also in Unternehmen genau jener Branche, die von seinem Vater reguliert wird.
Gemäss Unterlagen der «Financial Times» wirbt der Kennedy-Sohn dabei nicht nur mit den üblichen Erfolgsversprechen von technologischem Fortschritt. In einem Schreiben ist explizit die Rede von Chancen, die sich aus «politischen Initiativen der Regierung» ergeben. Auch die Bewegung «Make America Healthy Again», mit der sein Vater politisch angetreten ist, wird als Treiber neuer Märkte hervorgehoben.
Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass viele Investoren ihre Geldbörse bereits gezückt haben. Rund 70 Millionen Dollar soll der medienscheue Kennedy-Sohn (es gibt kaum öffentliche Bilder von ihm) bereits gesammelt haben – schliesslich klingt die Aussicht, früh auf politische Trends im Gesundheitsmarkt zu setzen, für viele Investoren nach einem attraktiven Geschäft. Kritiker sprechen allerdings von einem «schamlosen» Interessenkonflikt, den der Kennedy-Spross ausnutze.
Solange Vater Kennedy seinem Sohn keine internen Informationen über künftige Pläne der Regierung zusteckt, ist das nicht illegal. In der Öffentlichkeit bleibt dennoch der Eindruck zurück, dass hier einer mit dem Namen und politischem Einfluss seines Vaters Geld verdient.
Genau wie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner oder die Trump-Söhne Eric und Don Jr., die in den vergangenen Jahren zu einem millionen- bis milliardenschweren Vermögenszuwachs gekommen sind.
Während Trumps Kinder Geld vor allem mit Immobilien und Kryptofirmen verdienen, nutzt Jared Kushner das gleiche Prinzip wie Finn Kennedy: Auch er sammelt Geld für einen Investmentfonds ein – allerdings in ganz anderen Dimensionen. Seine Firma «Affinity Partners» sicherte sich in den letzten Jahren bereits rund 2 Milliarden Dollar vom saudischen Staatsfonds, später weitere 1,5 Milliarden Dollar aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Insgesamt stammen fast 99 Prozent des Kushner-Kapitals von ausländischen Geldgebern.
Sich als Berater oder bei Banken anstellen lassen
In der Theorie dürfte es Fälle von Vorteilnahme eigentlich kaum geben. Schliesslich überwachen Behörden und Ethikkomitees etwa die Finanzgeschäfte von Politikern, um zu verhindern, dass gewählte Amtsträger ihre Position zur persönlichen Bereicherung nutzen. Doch in der Praxis haben sich auch andere Wege etabliert, über die besonders Angehörige von Staatschefs und Ministern legal zu finanziellen Vorteilen gelangen können. Für sie gelten weniger strenge Regeln als für gewählte Amtsträger.
Dabei geht es meist darum, den prominenten Namen der Familie zu nutzen. Hunter Biden, der Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden, liess sich 2014 etwa in den Verwaltungsrat des ukrainischen Energieunternehmens Burisma wählen – obwohl er keine Erfahrung im Energiesektor mitbrachte. Anti-Korruptions-Organisationen äusserten damals den Verdacht, dass Biden den Posten nur wegen seines prominenten Vaters erhielt. Eine Verurteilung deswegen gab es aber nie, denn jede Firma kann selbst entscheiden, wem sie lukrative Mandate anbietet.
Noch systematischer zeigt sich dieses Prinzip im internationalen Bankgeschäft. Eine Recherche der «New York Times» konnte belegen, dass die Deutsche Bank über Jahre gezielt Kinder und Verwandte von chinesischen Spitzenpolitikern einstellte, um sich Zugang zum chinesischen Markt zu sichern.
Teilweise galten Bewerber intern als ungeeignet – wurden aber dennoch angestellt, weil ihre familiären Verbindungen zu Entscheidungsträgern als wertvoller eingeschätzt wurden als ihre Qualifikation. Diese sogenannten «Relationship Hires» halfen, hunderte Millionen Dollar an Einnahmen zu generieren.
Staatsaufträge für Firmen der Familie sammeln
Weit auffälliger ist dagegen das dritte Prinzip, mit dem Angehörige von Staatenlenkern Geld verdienen können. Die Söhne Trumps etwa sind an einem Drohnenhersteller beteiligt, der gerade einen lukrativen Auftrag vom US-Verteidigungsministerium erhalten hat. Auch Viktor Orbans Schwiegersohn Istvan Tiborcz investierte etwa früh in eine Firma, die sich auf LED-Strassenbeleuchtung spezialisierte. Sein Unternehmen erhielt daraufhin staatliche Aufträge zugeschanzt, viele davon finanziert mit EU-Mitteln.
Später «entpolitisierte» Tiborcz seinen Gewinn, indem er das so aufgebaute Kapital in andere Bereiche investierte. Er besitzt heute Immobilien und Hotels, die auch ohne Beteiligung in staatlichen Märkten Geld abwerfen. Nach dem Ende der Orban-Regierung ist der Besitz der Familie so gut abgesichert, selbst wenn eine neue politische Kraft die Staatsgeld-Deals beendet oder gar untersuchen lässt.
Der Trick der «Entpolitisierung» von Geld, das unter streitbaren Umständen verdient wurde, dürfte auch für die Trumps und ihre Mitstreiter entscheidend werden. Politiker der Demokraten haben nämlich bereits angekündigt, die Milliardeninvestitionen aus dem Nahen Osten in die Firma von Jared Kushner untersuchen zu wollen, während auch Geschäfte der Trump-Familie – etwa im Kryptobereich – stärker ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.
Sorgen machen um ihre Zukunft muss sich dennoch keine der Dynastien. Das Privatvermögen der Trumps wird auf bis zu sieben Milliarden Dollar geschätzt, jenes der Kennedys auf eine Milliarde und das der Kushners ebenfalls auf eine Milliarde. (aargauerzeitung.ch)
